Die RWE AG hat ein neues Logo: voRWEg gehen. Da ich vor sieben (nicht siebzehn, wie die meisten Medien meldeten) Jahren, als die Winkehand an das RWE Logo kam, zu denen gehört habe, die auf Agenturseite dessen Einführung unterstützten, fühle ich mich berufen und verpflichtet, diesen denkwürdigen Vorgang zu kommentieren.
Zunächst liegen die Argumente gegen das neue Logo ja auf der Hand. Rekapitulieren wir sie: Vorweg gehen ist kein Deutsch. Voran gehen muss es heissen. RWE geht voran, die anderen gehen hinterdrein. Vorwegnehmen geht, vorweg gehen geht nicht
Vorderhand ein schwacher Einwand für einen international agierenden Konzern, der deshalb nicht auf puristisch korrektes Deutsch achten muss? Nun ja, dann versuchen wir mal, das Logo zu übersetzen: Going ahead oder to take a step forward müsste es heissen. Man stelle sich das Gesicht eines Amerikaners vor, dem man auf die Frage: What is your company´s Logo telling me? erläutert: It means going ahead or take a step forward, which in the German translation shows in its center the three letters of RWE, which meant Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk before. Oh, interesting.
Nun, es ist eben ein innovatives Logo, könnte man dagegen halten. Aber ist es denn überhaupt ein Logo? Soll ein Logo nicht störungsfrei, verständlich, präzise und klar den Unternehmensnamen transportieren, ihn in einem international verschärften semiotischen Wettbewerb unverwechselbar machen? Offenbar standen derlei fundamentalistische Erwägungen bei diesem Logo nicht Pate.
Vielmehr dürfte es so sein: Ein neuer Kaiser braucht eine Zäsur, die sich auch im Unternehmenskleid abbilden muss. Da ist es völlig egal, ob das kleine, einsame Kind dasteht und ruft: Aber er hat ja gar nichts an!

Und wie im Märchen, so leider auch in der Wirklichkeit: Die Hunde bellen, aber die kaRaWanE wird wohl weiter ziehen...

Bis zum nächsten Logo. Na logo.