Wolfgang Kreuter
Geschäftsführer und CEO, Euro RSCG ABC GmbHVernunftorientierten Dialog in allen öffentlichen Arenen erfolgreich zu gestalten, ist ein berufliches Credo, das wahrscheinlich viele verfolgen, die wie ich (Jahrgang 1955) in den 60er/70er ...
05.09.2008: Die Freiheit hat man satt am End…
War es das mit der Freiheit der Kreativen? Das EU Parlament will die Hausfrau aus der Werbung verbannen. Die Stereotype Frau, mit der wir alle aufgewachsen sind, und dank derer wir möglicherweise so wohlbehalten aufgewachsen sind, soll nicht mehr für Waschmittel, Tütensuppen und Gardinen werben. Sie soll auch nicht mehr als extrem dünnes Model durchs Bild laufen. Auch die Stereotype Mann soll nicht mehr als Rasenmäher zu sehen sein, als starker Handwerker, als einer, der sich, auf das von Frau liebevoll bereitete Essen wartend, genüsslich hinter dem Tisch räkelt. Schluss mit diesen Stereotypen!
Als Mitarbeiter eines Unternehmens, das auch Werbung verkauft, protestiere ich entschieden gegen diesen Angriff auf die Freiheit des Kreativen.
Aber ich weiß selbstverständlich genau so gut, dass das keinen Sinn macht. Die Wirklichkeit ist längst weiter und die EU Parlamentarier ebnen ihr lediglich den Weg.
Auf dem geht Sarah Palin bereits. Die Spots von morgen sehen deshalb so aus: Während die Hockey Mum mit Nike übers Spielfeld tobt, stellt zu Hause Todd schon mal den 2007er Chablis kalt. Die starke und großherzige Tochter wird derweil vom Nachbarssohn im Tesla Roadster geschwängert, der dadurch aber seine Pickel los wird und sich endlich mit einem Wilkinson rasieren und eine Familie gründen kann. Der älteste Sohn, ein wunderbarer Junge, der sexuell abstinent bleiben will, macht sich derweil fertig für den Krieg, der ja nur mit Snickers und Coke zu gewinnen ist.
Ja, die Freiheit der Kreativen ist vorbei. Oder hat sie gerade erst begonnen?
Als Mitarbeiter eines Unternehmens, das auch Werbung verkauft, protestiere ich entschieden gegen diesen Angriff auf die Freiheit des Kreativen.
Aber ich weiß selbstverständlich genau so gut, dass das keinen Sinn macht. Die Wirklichkeit ist längst weiter und die EU Parlamentarier ebnen ihr lediglich den Weg.
Auf dem geht Sarah Palin bereits. Die Spots von morgen sehen deshalb so aus: Während die Hockey Mum mit Nike übers Spielfeld tobt, stellt zu Hause Todd schon mal den 2007er Chablis kalt. Die starke und großherzige Tochter wird derweil vom Nachbarssohn im Tesla Roadster geschwängert, der dadurch aber seine Pickel los wird und sich endlich mit einem Wilkinson rasieren und eine Familie gründen kann. Der älteste Sohn, ein wunderbarer Junge, der sexuell abstinent bleiben will, macht sich derweil fertig für den Krieg, der ja nur mit Snickers und Coke zu gewinnen ist.
Ja, die Freiheit der Kreativen ist vorbei. Oder hat sie gerade erst begonnen?
Tags: Sarah Palin / EU / Hausfrau / Stereotype / Kreative / Snickers / Coke / Nike / Krieg / Tesla Roadster / Wilkinson
21.04.2008: Kaisers neue Kleider
Die RWE AG hat ein neues Logo: voRWEg gehen. Da ich vor sieben (nicht siebzehn, wie die meisten Medien meldeten) Jahren, als die Winkehand an das RWE Logo kam, zu denen gehört habe, die auf Agenturseite dessen Einführung unterstützten, fühle ich mich berufen und verpflichtet, diesen denkwürdigen Vorgang zu kommentieren.
Zunächst liegen die Argumente gegen das neue Logo ja auf der Hand. Rekapitulieren wir sie: Vorweg gehen ist kein Deutsch. Voran gehen muss es heissen. RWE geht voran, die anderen gehen hinterdrein. Vorwegnehmen geht, vorweg gehen geht nicht
Vorderhand ein schwacher Einwand für einen international agierenden Konzern, der deshalb nicht auf puristisch korrektes Deutsch achten muss? Nun ja, dann versuchen wir mal, das Logo zu übersetzen: Going ahead oder to take a step forward müsste es heissen. Man stelle sich das Gesicht eines Amerikaners vor, dem man auf die Frage: What is your company´s Logo telling me? erläutert: It means going ahead or take a step forward, which in the German translation shows in its center the three letters of RWE, which meant Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk before. Oh, interesting.
Nun, es ist eben ein innovatives Logo, könnte man dagegen halten. Aber ist es denn überhaupt ein Logo? Soll ein Logo nicht störungsfrei, verständlich, präzise und klar den Unternehmensnamen transportieren, ihn in einem international verschärften semiotischen Wettbewerb unverwechselbar machen? Offenbar standen derlei fundamentalistische Erwägungen bei diesem Logo nicht Pate.
Vielmehr dürfte es so sein: Ein neuer Kaiser braucht eine Zäsur, die sich auch im Unternehmenskleid abbilden muss. Da ist es völlig egal, ob das kleine, einsame Kind dasteht und ruft: Aber er hat ja gar nichts an!
Und wie im Märchen, so leider auch in der Wirklichkeit: Die Hunde bellen, aber die kaRaWanE wird wohl weiter ziehen...
Bis zum nächsten Logo. Na logo.
Zunächst liegen die Argumente gegen das neue Logo ja auf der Hand. Rekapitulieren wir sie: Vorweg gehen ist kein Deutsch. Voran gehen muss es heissen. RWE geht voran, die anderen gehen hinterdrein. Vorwegnehmen geht, vorweg gehen geht nicht
Vorderhand ein schwacher Einwand für einen international agierenden Konzern, der deshalb nicht auf puristisch korrektes Deutsch achten muss? Nun ja, dann versuchen wir mal, das Logo zu übersetzen: Going ahead oder to take a step forward müsste es heissen. Man stelle sich das Gesicht eines Amerikaners vor, dem man auf die Frage: What is your company´s Logo telling me? erläutert: It means going ahead or take a step forward, which in the German translation shows in its center the three letters of RWE, which meant Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk before. Oh, interesting.
Nun, es ist eben ein innovatives Logo, könnte man dagegen halten. Aber ist es denn überhaupt ein Logo? Soll ein Logo nicht störungsfrei, verständlich, präzise und klar den Unternehmensnamen transportieren, ihn in einem international verschärften semiotischen Wettbewerb unverwechselbar machen? Offenbar standen derlei fundamentalistische Erwägungen bei diesem Logo nicht Pate.
Vielmehr dürfte es so sein: Ein neuer Kaiser braucht eine Zäsur, die sich auch im Unternehmenskleid abbilden muss. Da ist es völlig egal, ob das kleine, einsame Kind dasteht und ruft: Aber er hat ja gar nichts an!
Und wie im Märchen, so leider auch in der Wirklichkeit: Die Hunde bellen, aber die kaRaWanE wird wohl weiter ziehen...
Bis zum nächsten Logo. Na logo.
21.04.2008: Kaisers neue Kleider
Die RWE AG hat ein neues Logo: voRWEg gehen. Da ich vor sieben (nicht siebzehn, wie die meisten Medien meldeten) Jahren, als die Winkehand an das RWE Logo kam, zu denen gehört habe, die auf Agenturseite dessen Einführung unterstützten, fühle ich mich berufen und verpflichtet, diesen denkwürdigen Vorgang zu kommentieren.
Zunächst liegen die Argumente gegen das neue Logo ja auf der Hand. Rekapitulieren wir sie: Vorweg gehen ist kein Deutsch. Voran gehen muss es heissen. RWE geht voran, die anderen gehen hinterdrein. Vorwegnehmen geht, vorweg gehen geht nicht
Vorderhand ein schwacher Einwand für einen international agierenden Konzern, der deshalb nicht auf puristisch korrektes Deutsch achten muss? Nun ja, dann versuchen wir mal, das Logo zu übersetzen: Going ahead oder to take a step forward müsste es heissen. Man stelle sich das Gesicht eines Amerikaners vor, dem man auf die Frage: What is your company´s Logo telling me? erläutert: It means going ahead or take a step forward, which in the German translation shows in its center the three letters of RWE, which meant Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk before. Oh, interesting.
Nun, es ist eben ein innovatives Logo, könnte man dagegen halten. Aber ist es denn überhaupt ein Logo? Soll ein Logo nicht störungsfrei, verständlich, präzise und klar den Unternehmensnamen transportieren, ihn in einem international verschärften semiotischen Wettbewerb unverwechselbar machen? Offenbar standen derlei fundamentalistische Erwägungen bei diesem Logo nicht Pate.
Vielmehr dürfte es so sein: Ein neuer Kaiser braucht eine Zäsur, die sich auch im Unternehmenskleid abbilden muss. Da ist es völlig egal, ob das kleine, einsame Kind dasteht und ruft: Aber er hat ja gar nichts an!
Und wie im Märchen, so leider auch in der Wirklichkeit: Die Hunde bellen, aber die kaRaWanE wird wohl weiter ziehen...
Bis zum nächsten Logo. Na logo.
Zunächst liegen die Argumente gegen das neue Logo ja auf der Hand. Rekapitulieren wir sie: Vorweg gehen ist kein Deutsch. Voran gehen muss es heissen. RWE geht voran, die anderen gehen hinterdrein. Vorwegnehmen geht, vorweg gehen geht nicht
Vorderhand ein schwacher Einwand für einen international agierenden Konzern, der deshalb nicht auf puristisch korrektes Deutsch achten muss? Nun ja, dann versuchen wir mal, das Logo zu übersetzen: Going ahead oder to take a step forward müsste es heissen. Man stelle sich das Gesicht eines Amerikaners vor, dem man auf die Frage: What is your company´s Logo telling me? erläutert: It means going ahead or take a step forward, which in the German translation shows in its center the three letters of RWE, which meant Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk before. Oh, interesting.
Nun, es ist eben ein innovatives Logo, könnte man dagegen halten. Aber ist es denn überhaupt ein Logo? Soll ein Logo nicht störungsfrei, verständlich, präzise und klar den Unternehmensnamen transportieren, ihn in einem international verschärften semiotischen Wettbewerb unverwechselbar machen? Offenbar standen derlei fundamentalistische Erwägungen bei diesem Logo nicht Pate.
Vielmehr dürfte es so sein: Ein neuer Kaiser braucht eine Zäsur, die sich auch im Unternehmenskleid abbilden muss. Da ist es völlig egal, ob das kleine, einsame Kind dasteht und ruft: Aber er hat ja gar nichts an!
Und wie im Märchen, so leider auch in der Wirklichkeit: Die Hunde bellen, aber die kaRaWanE wird wohl weiter ziehen...
Bis zum nächsten Logo. Na logo.
Die von Endemol produzierte und vom niederländischen Sender BNN ausgestrahlte Fake Show wirft die Frage nach dem Stand der ethischen Diskussion im PR- und Mediengewerbe auf. Seien wir ehrlich: Kaum jemand, selbst der härteste unter uns einigermaßen hart gesottenen Medienmachern nicht, wird bereits bei der Ankündigung der Show geahnt haben, dass hier ein Fake auf uns losgelassen wird. Auch ich habe das für echt gehalten. Jaja, die Holländer.
Tags: Endemol / BNN / Ethik / Nieren Show / Organspender / Medienfiktion / Reality Show / Fake Show / mediale Inszenierung
27.04.2007: PR Report Award
Ich bin dafür, einen PR Report Award für den besten PR Kommentar zu verhängen. Sieger könnte der PR Report selber werden.
Er macht in seinem Newsletter vom 27.04. folgendermaßen auf: „Ganz unvermittelt ging am Mittwoch die Mitteilung ein…“ Ein schöner, alliterativer, mehrfüssiger Jambus. Aber die Wortwahl. Unvermittelt? Hat der Autor ein anderes Wort wählen wollen und sich bloß vergriffen? Seit wann gehen Mitteilungen denn nicht mehr unvermittelt ein?
Er macht in seinem Newsletter vom 27.04. folgendermaßen auf: „Ganz unvermittelt ging am Mittwoch die Mitteilung ein…“ Ein schöner, alliterativer, mehrfüssiger Jambus. Aber die Wortwahl. Unvermittelt? Hat der Autor ein anderes Wort wählen wollen und sich bloß vergriffen? Seit wann gehen Mitteilungen denn nicht mehr unvermittelt ein?


