Uwe Mommert

Vorstand, Landau Media AG

Zur Medienbeobachtung kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Als ich in meiner Funktion als EDV-Systemberater Computer an einen Medienbeobachter verkaufte, wurde ich als Marktingleiter abgeworben. Das war vor 13 ...
Die Deutsche Bank läuft in das nächste Kommunikationsdebakel! Zuerst wollte ich dem Beitrag im PR-Kloster nicht glauben. Aber nach Recherchen bei attac und auf der Produktwebseite der Deutschen Bank scheint es doch zu stimmen.

Die Deutsche Bank hält es für eine gute Idee, die steigenden Preise für Nahrungsmittel, welche weltweite Proteste und Hungersnöte auslösen, als Spekulationsobjekt zu thematisieren. Ok, man könnte die Ehrlichkeit und Konsequenz dieser Maßnahme loben. Es sind ja tatsächlich die Spekulationen mit den Lebensmitteln und der steigende Bedarf an Bio-Sprit, die die Preise nach oben treiben. Aber ob das imagefördernd ist? Auch konsequent: die Werbung ist auf einer Brötchentüte platziert und diese werden bald ja nur noch Besserverdienende nach Hause tragen, da Brötchen für Geringverdiener bald zu teuer sind. Also: Thema topaktuell, voll in die Zielgruppe kommuniziert. Hut ab Deutsche Bank!



Unsere Kinder werden ja immer blöder. Kein Wunder, dass ihnen irgendwann auch das Zeitung lesen zu anstrengend wird und sie lieber vor StudiVZ abchillen. Nun ist aber genug entspannt! Eine Horde intellektueller Fackelträger drängt sich bald mit Macht in das Gewissen unserer Jugend. "Ihr müsst wieder Zeitung lesen!" heißt die Botschaft vom Kulturstaatsminister, dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL), dem Bundesverband Presse-Grosso, dem Deutschen Presserat, dem Verband Jugendpresse Deutschland (JPD), der Stiftung Presse-Grosso, dem Deutschen Journalistenverband (DJV), der Deutschen Journalistenunion/ver.di (dju), der Stiftung Lesen und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Auf Amtsdeutsch heißt die Initiative nicht etwa "Printmedien sind cool!" sondern "Nationale Initiative Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie". Mann, da wird es bald eng am Kiosk, wenn alle Pisa-geschwächten Jugendlichen versuchen, den Wust an Printmedien zu sondieren, um ihrer demokratischen Pflicht des Zeitungskaufs nachzukommen.

Aber wie immer gibt es in Deutschland wieder diese Nörgler, die die erhellende Wirkung unserer Printmedienlandschaft in Frage stellen. Pfui!


17.04.2008: ALDI schönen Sachen

Es ist, wie es ist: Geiz ist geil und billig will ich. Wer gibt schon gerne mehr aus als er muss? Wenn aber diese Preise damit einher gehen, dass Mensche ausgebeutet uns bespitzelt werden, kann ich dann nach dem Genuss meiner Discounter-Ware noch gut in der Bettwäsche vom Lidl-Grabbeltisch einschlafen? Kurzfristig scheinen dies die Bundesbürger mit „nein“ zu beantworten und bleiben nach dem Lidl-Skandal dem Handelsriesen fern. Endlich mal eine Entlastung für die durch chronische Unterbesetzung gestressten Verkäufer , mag man denken. Schon glaubt man an die Macht der Verbraucher und daran, dass es hier endlich mal den richtigen trifft, da kommt der Stern mit weiteren Enthüllungen um die Ecke: Die anderen Einzelhändler und sogar weitere Firmen spitzeln auch, teilweise sogar in den Damenumkleidekabinen der Belegschaft.

Schon wird der moralisch denkende Konsument wieder überfordert: „ Wo und vor allem was kann ich denn überhaupt noch kaufen?“ fragt sich der gestresste Verbraucher.

Und jetzt die Gretchenfrage an das hier versammelte Fachpublikum: Wie kommuniziert man denn richtig, wenn man diese Krise als Chance nutzen will? Wird Lidl mit dem ehemaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob punkten können?



Tags: Lidl / Stern / PR / Arbeisrecht


Am Sonntag geht sie in die zweite Runde: Anne Will mit ihrer gleichnamigen Sendung. Ihre größte Gegnerin gibt es eigentlich gar nicht mehr: Sabine Christiansen. In den Medien werden Maybrit Illner oder Sandra Maischberger in diesem Zusammenhang kaum erwähnt. Die Kernfrage schein zu sein: Macht Anne Will es besser als Sabine Christiansen? Letztere war ja zuletzt nicht unbedingt Darling der Journaille.

Eines kann man an der Medienresonanz der letzten Tage auf jeden Fall erkennen: Die Beurteilung der Sendung fällt zwiespältig aus, was ja auch daran liegen könnte, dass es bisher gerade mal eine Ausgabe gab. Die BILD Zeitung hat Anne Will zwar schon zur Siegerin des Duells gegen ihre Vorgängerin gekürt, allerdings wird sie sie auch beim ersten Fehler von diesem Thron herunterschubsen. Wie sehen denn die hier versammelten Kommunikationsprofis und interessieren Leser die Chancen für das neue Konzept?


10.09.2007: Eva Braun

...so titulierte die BamS am Sonntag Eva Herman. Die Familienpolitik im dritten Reich hält sie für vorbildlich. Sagt sie und ist damit gleich den Rest ihrer Jobs beim NDR los. Warum tut sie das, fragt sich der unbedarfte Medienbeobachter. Ist es wirklich so dunkel im Oberstübchen von Frau Herman oder ist das mal wieder ein Katapult, das ihr neues Buch in die Spitze der deutschen Lesercharts feuert?