Alle Jahre wieder wird vor und vor allem während der CeBIT die Diskussion um die Positionierung der weltgrößten IT Messe, der CeBIT, geführt. So heute in der FAZ. Hauptsächlich wird argumentiert, dass die CeBIT sich doch auf den Business-Kunden konzentrieren solle, weil es für die Konsumenten ja bereits die IFA in Berlin gebe. Diese Argumentation ist inhaltlich und kommunikativ Unfug. Tatsache ist, dass Digital Lifestyle und Digital Workstyle zusammen wachsen und die Unterhaltungselektronik technologisch Bestandteil der ITK-Industrie geworden ist. Jeder Computer (ob Desktop, Laptop, Netbook oder mobiles Telefon) sind heute Verkörperungen dieser zusammen gewachsenen Welten. Offensichtlich macht es keinen Sinn, für Themen, die mehr und mehr Schnittmengen haben, getrennte Messekonzepte zu fahren. Genauso bedeutend sind die kommunikativen Aspekte dabei. Kein CeBIT-Besucher und sei er CIO gibt am Messe-Drehkreuz seine privaten Interessen und menschliche Neugier ab. Das erklärt, warum selbst zu 100% auf Geschäftskunden ausgerichtete Unternehmen auf ihren Messeständen gerne Rennwagen, Flugzeug oder andere Eyecatcher einsetzen. Neben der Ansprache der Besucher erfüllt die CeBIT ihre kommunikative Aufgabe aber über die Medien. Knapp 5.000 akkreditierte Medienverteter sind eine Ansage. Ohne eine inhaltliche Ausrichtung auch auf den Consumer keine breite Medienberichterstattung. Ohne breite Medienberichterstattung kein Interesse der Politik. Ohne Politik und Celebrities keine Medien...Die kommunikative Todesspirale beginnt. Wir haben die weltgrößte IT-Messe im Land und meine US amerikanischen Kollegen sind immer wieder überrascht, dass Superlativen kein Privileg der USA sind. Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, aus übersehenen Zusammenhängen die Bedeutung der Messe anzukratzen.