04.10.2008: Corporate TV - Unternehmen fallen zurück
Von: Thomas Mickeleit
Jetzt musste doch erst noch ein Wochenende her, um einige Anmerkungen zu den Audio-Visual-Media-Days zu machen. Achim Beisswenger, der ehemalige Marketing-Mann von Bavaria Interactive hatte dazu Anwender und Produzenten geladen. Und von Bernd Kolb bis Nicolai Behr waren Vordenker und Protagonisten von Bewegtbild im Netz zusammen gekommen: http://amd-conference.com.
Web-TV oder IPTV sind Modethemen und die Zahl der Konferenzen, die damit werben, sind kaum noch zu übersehen. Ein Auslöser ist sicher der Trend, dass traditionelle Medien ihr Heil im Netz und da im Bewegtbild suchen. Mir geht es um eine andere Sicht auf das gleiche Thema, wie nämlich die Unternehmenskommunikation darauf reagiert. Mit der Formulierung ist das Problem schon beschrieben. Die Unternehmen sind in ihrer Gesamtheit betrachtet - was das Thema Bewegtbild angeht - aus der Lokomotive in den Schlafwagen durchgereicht worden. Während bis vor einigen Jahren große Unternehmen wir die Deutsche Bank, Daimler oder IBM mit Unternehmensfernsehen experimentierten und erstaunliche kulturelle Durchbrüche bewerkstelligten, ist die Experimentierfreudigkeit zum Stillstand gekommen. Eine umfassende Bestandsaufnahme von Corporate TV in Unternehmen wird gerade am Lehrstuhl Zerfaß in Leipzig betrieben. Aber schon eine summarische Betrachtung zeigt: Sofern Fernsehen überhaupt gemacht wird, wird fleissig dem gelernten Schema von Fernsehen "in öffentlich-rechtlicher Dimension" gefolgt. Ein möglichst aufwendig produziertes "Programm" wird in einen "Kanal" gestellt, der Internet oder Intranet heisst. Das erinnert an die frühen Intranets, als überforderte Redakteure von Mitarbeiter-Zeitungen ihre Doppelseiten ins Netz stellten und die Medieneigenschaften des neuen Mediums Internet ignorierten. Der Fehler findet seine Fortsetzung bei dem Versuch, die Medieneigeschaften von traditionellem Fernsehen ins Internet zu übertragen. Das Intra-/Internet ist aber kein neuer Kanal für Fernsehen, es ist ein neues Medium, für das neue Spielregeln gelten. Für das "Programm" bedeutet das: Es gibt keinen Programmdirektor. Programmdirektoren sind die Nutzer, die sich nach ihren Interessen organisieren und relevante Inhalte über ihre Bewertungen klassifizizieren. Wer eine Idee bekommen will, wie Fernsehen in diesem Sinne organisiert sein könnte, schau mal in diese Beta für MSN Next Video rein. http://eivie.video.msn.de
Web-TV oder IPTV sind Modethemen und die Zahl der Konferenzen, die damit werben, sind kaum noch zu übersehen. Ein Auslöser ist sicher der Trend, dass traditionelle Medien ihr Heil im Netz und da im Bewegtbild suchen. Mir geht es um eine andere Sicht auf das gleiche Thema, wie nämlich die Unternehmenskommunikation darauf reagiert. Mit der Formulierung ist das Problem schon beschrieben. Die Unternehmen sind in ihrer Gesamtheit betrachtet - was das Thema Bewegtbild angeht - aus der Lokomotive in den Schlafwagen durchgereicht worden. Während bis vor einigen Jahren große Unternehmen wir die Deutsche Bank, Daimler oder IBM mit Unternehmensfernsehen experimentierten und erstaunliche kulturelle Durchbrüche bewerkstelligten, ist die Experimentierfreudigkeit zum Stillstand gekommen. Eine umfassende Bestandsaufnahme von Corporate TV in Unternehmen wird gerade am Lehrstuhl Zerfaß in Leipzig betrieben. Aber schon eine summarische Betrachtung zeigt: Sofern Fernsehen überhaupt gemacht wird, wird fleissig dem gelernten Schema von Fernsehen "in öffentlich-rechtlicher Dimension" gefolgt. Ein möglichst aufwendig produziertes "Programm" wird in einen "Kanal" gestellt, der Internet oder Intranet heisst. Das erinnert an die frühen Intranets, als überforderte Redakteure von Mitarbeiter-Zeitungen ihre Doppelseiten ins Netz stellten und die Medieneigenschaften des neuen Mediums Internet ignorierten. Der Fehler findet seine Fortsetzung bei dem Versuch, die Medieneigeschaften von traditionellem Fernsehen ins Internet zu übertragen. Das Intra-/Internet ist aber kein neuer Kanal für Fernsehen, es ist ein neues Medium, für das neue Spielregeln gelten. Für das "Programm" bedeutet das: Es gibt keinen Programmdirektor. Programmdirektoren sind die Nutzer, die sich nach ihren Interessen organisieren und relevante Inhalte über ihre Bewertungen klassifizizieren. Wer eine Idee bekommen will, wie Fernsehen in diesem Sinne organisiert sein könnte, schau mal in diese Beta für MSN Next Video rein. http://eivie.video.msn.de







Auch wenn Video-Angebote auf Medienseiten bei den Clickrates, noch deutlich hinter den wohl bald auch vertonten und annimierten Bilderstrecken liegen, Bewegtbild ist im Web auf dem Vormarsch. Man muss den vielen Web-Zweitverwertern nur das richtige Video-Material an die Hand geben. Dafür braucht man keine Kanäle sondern adaquäte Socialmedia-Plattformen, die multimediale Inhalte für die Zweitverwertung im Web verfügbar machen und damit deren Diffusion im Netz ermöglichen.