... zu unserer media coffee-Reihe "Im Sog des Internets": Etwas spät (sorry) nun auch hier der Verweis auf unser Video zur Diskussionsrunde vom Montag:
Nach fünf Stationen in deutschen Großstädten ist unsere diesjährige media coffee-Reihe nun zu Ende. Ein wenig traurig sind wir schon, denn die Shakespearesche Frage "Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?" konnte natürlich abschließend nicht beantwortet werden. Ist aber ja eigentlich auch nicht so schlimm, haben wir doch auf diese Weise weitere spannende Jahre in unseren Jobs vor uns. In einem waren sich die Diskutanten aber auf allen Panels einig: Wenn sie die klassischen Medien nicht weiterentwickeln und ihr eigenes Tun nicht kritisch hinterfragen, dann wird wohl tatsächlich nicht viel von ihnen übrig bleiben.
Schöne Schmunzler gab es aber auf jeden Fall heute Abend: Im Springer-Verlag gibt's kein angstfreies Bloggen (Thomas Knüwer), eine Hörfunk-Chefredakteurin weiss nicht, wie ihr geschenkter iPod funktioniert und es ist ihr auch ziemlich egal (Mercedes Riederer) und für Nachrichtenagenturen ist es eine Ehre, von Bloggern zitiert zu werden (Malte von Trotha).
"Als Dienstleister hoffe ich natürlich, dass alle Gattungen übrig bleiben. Der Hörfunk wird sich mit anderen Formaten auseinandersetzen müssen. Auch mit der Frage, wie bringe ich den Content wo hin, und wie mache ich historisches Material zugänglich. Da hat der Rundfunk große Chancen. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es für einige Marken sehr schwierig sein wird zu überleben." Malte von Trotha, Geschäftsführer dpa, auf die Frage nach der Zukunft des Hörfunks in Bezug auf den Veranstaltungstitel "Im Sog des Internets".
"Die großen Magazine wie Spiegel und Stern haben das Problem, dass Tageszeitungen zu Tageszeitschriften werden. Das ist ein riesiger Wandel. Zeitschriften müssen noch viel mehr als andere Medien ihre Rolle definieren. Sie müssen ganz stark in Reportagen und exklusiven Inhalten gehen. Aber sie müssen auch eine ganz enge Verbindung zu Online haben. Im Kern muss aber immer die journalistische Leistung stehen." Hans-Jürgen Jacobs, Chefredakteur sueddeutsche.de, auf die Frage, was in Zukunft übrig bleiben wird von großen Zeitschriften.
"Ich würde da relativ lange warten. Für eine Nachrichtenagentur sehe ich es sogar als eine Auszeichnung an, wenn Blogs auf deren Inhalte zugreifen." (Malte von Trotha, Geschäftsführer dpa, auf die Frage, ab wann es dpa der AP nachmachen wird, Geld von Bloggern zu fordern, wenn diese die Agentur zitieren.)
"Um Anregungen dafür bekommen, was er sich auf seinen iPod lädt." Mercedes Riederer, Chefredakteurin Hörfunk des Bayerischen Rundfunks, auf die Frage, warum Jugendliche, die einen iPod besitzen, noch klassisches Radio hören sollten.
"Die klassischen Medien sind falsch strukturiert. In vielen Verlagshäusern ist die Angstfreiheit nicht vorhanden, die Bloggen nun einmal erfordert." Thomas Knüwer, Reporter beim Handelsblatt und Autor des Blogs "Indiskretion Ehrensache" zum Ende des Angebotes "Debatte" auf welt.de.
In einer guten halben Stunde beginnt das Finale unserer media coffee-Reihe 2008. Dieses Mal sind wir in München im Haus der bayerischen Wirtschaft.
Natürlich heißt der heutige Titel "Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?" - wie schon in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt. Deutlich mehr als 1.000 Kommunikationsfachleute haben die Diskussionsrunden seit April besucht. Auf dieses Panel dürfen wir uns heute freuen:
* Thomas Knüwer, Reporter der Printredaktion Handelsblatt, Autor des Blogs "Indiskretion Ehrensache"
* Mercedes Riederer, Chefredakteurin Hörfunk des Bayerischen Rundfunks
* Malte von Trotha, Geschäftsführer dpa
Die Veranstaltung wird moderiert von Michael Geffken, Leiter Journalistenfortbildung an der VDZ Zeitschriften Akademie. Wie immer gibt's gleich einige Statements hier in diesem Blog direkt vom Diskussionspodium.
Soeben hat Spielleiter Kai-Hinrich Renner die heutige media coffee-Runde beendet. (Schließlich machen sich Spanien, Russland, Schweden und die unglücklichen Griechen schon für die letzten Gruppenspiele warm ...). Bei der Vorrunden-Partie heute Abend im Haus der Deutschen Wirtschaft musste jedenfalls niemand vorzeitig abreisen. Bascha Mika kämpfte bravourös für die Printtitel, Dagmar Reim freute sich über die tolle mannschaftliche Unterstützung durch Mathias Döpfner, Jürgen Doetz grätschte immer wieder in die Feierlaune des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Frank Syré verteidigte die Position der Onliner aus einer gepflegten kontrollierten Defensive. Das war EM-reif! Hoffen wir nur, dass Dagmar Reims Verbal-Foul in Richtung Zoomer.de ("Sie sind doch so eine Art Inhouse-Frischzellenkur für den Tagesspiegel.") keine bleibenden Schäden hinterlässt.
Das Finale unserer media coffee-Reihe wird dann am 07. Juli in München angepfiffen. Tickets gibt es unter www.newsaktuell.de!
"media coffee blog" ist das Weblog der Kommunikations- branche. Pressesprecher, PR-Profis, IR-Fachleute und Journalisten kommentieren unter einem gemeinsamen Dach das aktuelle Geschehen der Branche. mehr...