Wirtschaft


In Davos suchen seit Mittwoch dieser Woche bei Minusgraden Politiker und Wirtschaftschefs nach Möglichkeiten, die Welt nach der Krise zu gestalten.
Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, sagte zur Ankündigung von Davos: „Wir kommen nie aus der Krise, wenn wir nicht Vertrauen wieder herstellen.“



Wir, Edelman, präsentieren heute in Berlin Gästen aus Politik und Wirtschaft die Ergebnisse des 10. Edelman Vertrauensbarometers. Die Ergebnisse bestätigen das, was sich nach intensiver Tageszeitungslektüre der letzten Wochen und Monate aufdrängt: Dramatisch niedrige Vertrauenswerte weltweit – von wenigen Ausnahmen (vor allem in Schwellenländern) abgesehen.

Staat und Wirtschaft verlieren – und keine Institution fängt das Vertrauensvakuum auf. Drei Viertel der Befragten rufen nach einem Mehr an Staat – mehr Regulierung, mehr Kontrolle. Die Lösung der großen gesellschaftlichen Probleme – Klimawandel, Finanzkrise, Energiekosten, Gesundheitskosten – verlange nach partnerschaftlichem Vorgehen, so die Ergebnisse. Industrie, Regierung und Bürger sind gemeinsam gefragt, die Lösung voranzutreiben.

Einige Ergebnisse aus Deutschland:


Es ist überall auf der Welt dasselbe Spiel: Kaum stehen ausländische Konzerne zur Übernahme eines heimischen Unternehmens vor der Tür, ist die nationale Aufregung inklusive PR-Schlacht groß. Nein, es geht nicht um Deutschland – sondern um die USA. Die Hochburg des Kapitalismus ist da kein bisschen anders als andere Nationen.

Jüngste Beispiele: Der milliardenschwere Tankflugzeug-Auftrag an den europäischen EADS-Konzern soll zugunsten von Boeing gekippt werden und die mögliche Übernahme des US-Brauriesen Anheuser-Busch durch den belgischen InBev-Konzern gilt so manchen gleich als Ausverkauf Amerikas. Ganz zu schweigen vom Einstieg asiatischer Staatsfonds bei US-Banken im Zuge der Kreditkrise, als einige schon nach Gesetzen gegen zu starken ausländischen Einfluss aufs US-Finanzsystem riefen.

Vielen macht Globalisierung eben nur als Einbahnstraße Spaß. Ihre Verfechter sollten vielleicht erst einmal ihre Hausaufgaben machen, ehe sie so gern „Übernahme-Opfer“ andernorts belehren wollen.


„Wenn Europa wüsste, was Europa weiß“ – unter diesem Motto treibt das EU-Programm „Knowledge4Innovation“ einen „Pakt für Wissen und Innovation“ voran, der für mehr Wissenstransfer durch Kommunikation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sorgen soll.

Mit einer Deklaration vom 30.04. (LINK – Sprache: Englisch; weiterklicken unter „Event Documentation“; zugänglich ggf. erst nach kostenloser Anmeldung) weisen die EU-Partner neben der standortpolitischen Bedeutung von Innovation per se besonders eindringlich auf die Bedeutung der Kommunikation in Innovationsprozessen hin: „…sharing best practices but also enabling public discussion on how we innovate, explaining the benefits of innovations and obtaining EU citizens’ endorsement…“. Dies zunächst recht allgemein. Detailinformationen und Maßnahmen sollen in den kommenden Tagen folgen.


MP3 auf Inforadio

Trackback vom FONTBLOG:
Inforadio Berlin hat gerade ein spannendes und sehr detailliertes Interview (15 Minuten) mit dem Forscher Karlheinz Brandenburg ausgestrahlt, der als Vater des Musikformats mp3 gilt. Brandenburg spricht über das Erfolgsgeheimnis seines Audio-Formats, erzählt, wie Fraunhofer an Apples iPods mitverdient und wie Suzanne Vega zum "Benchmark" wurde, kritisiert "schlechtes DRM" und bezieht vor allem Stellung zur Verwertung der Erfindung aus Sicht der deutschen Wirtschaft -- immer wieder und unberechtigterweise ein Kritikpunkt.

Fontblog:
http://www.fontblog.de/podcast-interview-mit-mp3-erfinder-brandenburg

Das Interview beim Inforadio:
http://www.inforadio.de/static/media/mp3/3039020X_759FAE6E2F274665AC9BAAF0391C7455.mp3

Weitere Video-Interviews mit den Vätern des Audioformats, prominenten Kommentatoren etc. auf der Fraunhofer-Webseite:
http://www.iis.fraunhofer.de/bf/amm/mp3history/index.jsp


titelt das Manager Magazin diesen Monat. Beim Lesen rieb ich mir ungläubig die Augen. - Da beklagen die Autoren in ihrem 10-seitigen Beitrag:

„Ob ein Unternehmen börsennotiert ist oder Private Equity-Investoren gehört – immer weiter müssen Kosten gesenkt werden, immer weiter muss der Unternehmenswert steigen. Das Management kassiert Boni und zieht weiter – Dax-Vorstände werden schon nach durchschnittlich 4,7 Jahren abgelöst. […] so fragen sich inzwischen viele Profis, ob diese Art zu wirtschaften nicht an die Substanz geht – ob nicht die immer neuen Abmagerungskuren längst in Anorexie ausarten.“

Ja, es ist tatsächlich das Manager Magazin, was da vor mir liegt und nicht etwa die taz, der Vorwärts oder die Metallzeitung. Glauben Sie es oder nicht: In dem Beitrag wird der Vorschlag vorgestellt, Vorstände sollten verpflichtet werden, Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen „bis es ihnen weh tut“.


Eine seltene Gelegenheit zum intensiven Austausch über die aktuellen Trends der PR 2.0 verspricht das EuroBlog 2008-Symposium "Social media and the future of PR: New ideas, new research, new business" vom 13. bis 15. März in Brüssel. David Weinberger, Verfasser des Cluetrain-Manifests, und micropersuasion-Blogger Steve Rubel aus den USA, Neville Hobson aus Großbritannien, Martin Oetting und Thomas Pleil aus Deutschland sowie Philippe Borremans aus Belgien sind nur einige der angekündigten Diskussionspartner. Zahlreiche Fallbeispiele und ein Panel zu Social Web als Unterrichtsmedium ergänzen das Programm. Seitens der europäischen PR-Forscherorganisation EUPRERA wollen wir gemeinsam mit Edelman als Veranstalter ein Zeichen setzen für einen doppelten Brückenschlag zwischen USA und Europa sowie zwischen Theorie und Praxis. Wer dabei sein möchte, sollte Neugier und Diskussionsfreude mitbringen sowie sich baldmöglichst unter www.euroblog2008.org anmelden. Denn es wird keine anonyme Großveranstaltung werden, sondern eine überschaubare Konferenz für alle, die den Strukturwandel der Kommunikation mitgestalten wollen. Die Teilnahme ist erschwinglich; Studierende werden sogar gesponsort und können kostenlos dabei sein.


Lamentieren hilft da nicht - es ist einfach so: die Deutschen vertrauen ihren Institutionen nicht - weder den Medien so richtig, noch der Wirtschaft und schon gar nicht der Politik. Und immerhin 11 Nationen vertrauen den deutschen Unternehmen mehr, als es die deutschen Befragten tun.

Die einzigen Institutionen, die einigermaßen gut wegkommen, sind die NGOs. Wohlgemerkt, unsere Studie fand vor der aktuellen Krise einer großen NGO statt.

Wie können Kommunikatoren die Ergebnisse der Studie für sich nutzen? - Ein paar Toplines:


Wer seinen Spaß an aggressiver PR hat, der kommt beim neuen amerikanischen Wirtschafts-Sender FOX Business Network derzeit auf seine Kosten. Der jüngste Spross aus dem Imperium des Medien-Unternehmers Rupert Murdoch soll an diesem Montag in den USA an den Start gehen und Platzhirsch CNBC Konkurrenz machen - einen ersten Einblick gibt's schon auf der homepage.

Zwar hält sich der Sender mit Programm-Aussagen noch zurück, dafür zieht Fox News President Roger Ailes schon mal mit teils martialischen Sprüchen über CNBC her: "Wenn sie uns nicht gleich am Anfang in der Wiege den Hals umdrehen, dann wird es für sie mit jedem Tag schlimmer werden", sagte er im Interview des Wall Street Journal (WSJ). Die patriotische Ausrichtung des neuen Kanals folgt strikt der konservativen Linie der gesamten FOX-Gruppe: CNBC sei oft zu negativ der US-Wirtschaft und den Unternehmen gegenüber. Ailes weiß, wovon er spricht, war er doch früher selbst einmal President des jetzigen Erzfeindes CNBC.

Die Wirtschafts-Sender haben zwar keine allzu große Reichweite, aber eine um so vermögendere Zielgruppe - ein Leckerbissen für die Werbebranche. Spannend auch: Am FOX Business Network werden sich erste Züge von Murdochs künftigem Umgang mit dem WSJ ablesen lassen, das er sich gerade eben mitsamt dem WSJ-Mutterkonzern Dow Jones einverleibt habt. Derzeit hat das WSJ noch eine intensive Content-Partnerschaft ausgerechnet mit CNBC. Die Konkurrent hat sich zum Start des neuen Wettbewerbers gewappnet: Bloomberg Television, der dritte Player im Markt, verpasste sich einen neuen Auftritt und CNBC ärgerte Ailes mit dem Slogan: "CNBC - America's Business Network". Ring frei!


Da hat Co-Blogger Roland Freund ein interessantes Thema punktgenau zur Diskussion gestellt. Konsumverhalten und das kommende Weihnachtsgeschäft, aus amerikanischer Sicht und aus "deutscher Brille". Gerade heute Morgen hat sich die GfK zu Wort gemeldet. Dort gibt es solche Sätze zu lesen: "Unter den zuletzt leicht eingetrübten Rahmenbedingungen, zunehmend kritische Stimmung für eine höhere Skepsis der Verbraucher".

Irgendwie schaffen wir Deutschen es immer wieder, die erschwerten Bedingungen nach vorne zu stellen und dabei die positiven Signale zu vergessen. Es gibt eigentlich nur einen Bereich, bei dem das Geschäft ein bisschen anders läuft und das sind Börsenempfehlungen. Mir sind kaum Banken und Finanzdienstleister bekannt, die ausgerechnet mit der Empfehlung "Verkaufen!" ihr Geschäft wesentlich vorangetrieben haben.



Am Sonntagabend war der Vorstandsvorsitzende der Telekom, René Obermann bei Anne Will zu Gast, und gestern Abend konnte man Josef Ackermann im Gespräch mit Maybrit Illner sehen. Beide Herren haben die Deutsche Wirtschaft hervorragend präsentiert, und ganz besonders das Zweiergespräch gestern Abend war für die in Bedrängnis geratene Finanzwelt enorm wertvoll.

Beeindruckend, mit welchem Charme und welcher Ruhe Josef Ackermann die zum Teil "nickeligen" Fragen von Maybrit Illner beantwortet hat - und das auf einem Sendeplatz, der im Vier-Augen-Gespräch eigentlich nur der Bundeskanzlerin vorbehalten ist. Da hat die Öffentlichkeitsarbeit im Hintergrund hervorragende Arbeit geleistet, und davon wollen wir mehr sehen.