Wirtschaft
Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, sagte zur Ankündigung von Davos: „Wir kommen nie aus der Krise, wenn wir nicht Vertrauen wieder herstellen.“
Wir, Edelman, präsentieren heute in Berlin Gästen aus Politik und Wirtschaft die Ergebnisse des 10. Edelman Vertrauensbarometers. Die Ergebnisse bestätigen das, was sich nach intensiver Tageszeitungslektüre der letzten Wochen und Monate aufdrängt: Dramatisch niedrige Vertrauenswerte weltweit – von wenigen Ausnahmen (vor allem in Schwellenländern) abgesehen.
Staat und Wirtschaft verlieren – und keine Institution fängt das Vertrauensvakuum auf. Drei Viertel der Befragten rufen nach einem Mehr an Staat – mehr Regulierung, mehr Kontrolle. Die Lösung der großen gesellschaftlichen Probleme – Klimawandel, Finanzkrise, Energiekosten, Gesundheitskosten – verlange nach partnerschaftlichem Vorgehen, so die Ergebnisse. Industrie, Regierung und Bürger sind gemeinsam gefragt, die Lösung voranzutreiben.
Einige Ergebnisse aus Deutschland:
Jüngste Beispiele: Der milliardenschwere Tankflugzeug-Auftrag an den europäischen EADS-Konzern soll zugunsten von Boeing gekippt werden und die mögliche Übernahme des US-Brauriesen Anheuser-Busch durch den belgischen InBev-Konzern gilt so manchen gleich als Ausverkauf Amerikas. Ganz zu schweigen vom Einstieg asiatischer Staatsfonds bei US-Banken im Zuge der Kreditkrise, als einige schon nach Gesetzen gegen zu starken ausländischen Einfluss aufs US-Finanzsystem riefen.
Vielen macht Globalisierung eben nur als Einbahnstraße Spaß. Ihre Verfechter sollten vielleicht erst einmal ihre Hausaufgaben machen, ehe sie so gern „Übernahme-Opfer“ andernorts belehren wollen.
03.05.2008: Innovationskommunikation in Europa
Mit einer Deklaration vom 30.04. (LINK – Sprache: Englisch; weiterklicken unter „Event Documentation“; zugänglich ggf. erst nach kostenloser Anmeldung) weisen die EU-Partner neben der standortpolitischen Bedeutung von Innovation per se besonders eindringlich auf die Bedeutung der Kommunikation in Innovationsprozessen hin: „…sharing best practices but also enabling public discussion on how we innovate, explaining the benefits of innovations and obtaining EU citizens’ endorsement…“. Dies zunächst recht allgemein. Detailinformationen und Maßnahmen sollen in den kommenden Tagen folgen.

Trackback vom FONTBLOG:
Inforadio Berlin hat gerade ein spannendes und sehr detailliertes Interview (15 Minuten) mit dem Forscher Karlheinz Brandenburg ausgestrahlt, der als Vater des Musikformats mp3 gilt. Brandenburg spricht über das Erfolgsgeheimnis seines Audio-Formats, erzählt, wie Fraunhofer an Apples iPods mitverdient und wie Suzanne Vega zum "Benchmark" wurde, kritisiert "schlechtes DRM" und bezieht vor allem Stellung zur Verwertung der Erfindung aus Sicht der deutschen Wirtschaft -- immer wieder und unberechtigterweise ein Kritikpunkt.
Fontblog:
http://www.fontblog.de/podcast-interview-mit-mp3-erfinder-brandenburg
Das Interview beim Inforadio:
http://www.inforadio.de/static/media/mp3/3039020X_759FAE6E2F274665AC9BAAF0391C7455.mp3
Weitere Video-Interviews mit den Vätern des Audioformats, prominenten Kommentatoren etc. auf der Fraunhofer-Webseite:
http://www.iis.fraunhofer.de/bf/amm/mp3history/index.jsp
Tags: Markenführung / Wissenschaft / Wirtschaft / Technologien / Technologiekommunikation / Innovationskommunikation / Innovation
„Ob ein Unternehmen börsennotiert ist oder Private Equity-Investoren gehört – immer weiter müssen Kosten gesenkt werden, immer weiter muss der Unternehmenswert steigen. Das Management kassiert Boni und zieht weiter – Dax-Vorstände werden schon nach durchschnittlich 4,7 Jahren abgelöst. […] so fragen sich inzwischen viele Profis, ob diese Art zu wirtschaften nicht an die Substanz geht – ob nicht die immer neuen Abmagerungskuren längst in Anorexie ausarten.“
Ja, es ist tatsächlich das Manager Magazin, was da vor mir liegt und nicht etwa die taz, der Vorwärts oder die Metallzeitung. Glauben Sie es oder nicht: In dem Beitrag wird der Vorschlag vorgestellt, Vorstände sollten verpflichtet werden, Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen „bis es ihnen weh tut“.
Tags: Öffentlichkeitsarbeit / Börse / Corporate Communications / Corporate Social Responsibility / CSR / Ethik / Finanzmarktkommunikation / Glaubwürdigkeit / Issues Management / Kapitalmarkt / Kommunikationsverhalten / LPRS / PR-Branche / Reputationsmanagement / Verantwortung / Vertrauen / Wirtschaft / Porsche / Manager Magazin / FTD / Demokratie / Wiedeking / Werte
15.02.2008: PR-Leckerbissen in Brüssel
Die einzigen Institutionen, die einigermaßen gut wegkommen, sind die NGOs. Wohlgemerkt, unsere Studie fand vor der aktuellen Krise einer großen NGO statt.
Wie können Kommunikatoren die Ergebnisse der Studie für sich nutzen? - Ein paar Toplines:
Zwar hält sich der Sender mit Programm-Aussagen noch zurück, dafür zieht Fox News President Roger Ailes schon mal mit teils martialischen Sprüchen über CNBC her: "Wenn sie uns nicht gleich am Anfang in der Wiege den Hals umdrehen, dann wird es für sie mit jedem Tag schlimmer werden", sagte er im Interview des Wall Street Journal (WSJ). Die patriotische Ausrichtung des neuen Kanals folgt strikt der konservativen Linie der gesamten FOX-Gruppe: CNBC sei oft zu negativ der US-Wirtschaft und den Unternehmen gegenüber. Ailes weiß, wovon er spricht, war er doch früher selbst einmal President des jetzigen Erzfeindes CNBC.
Die Wirtschafts-Sender haben zwar keine allzu große Reichweite, aber eine um so vermögendere Zielgruppe - ein Leckerbissen für die Werbebranche. Spannend auch: Am FOX Business Network werden sich erste Züge von Murdochs künftigem Umgang mit dem WSJ ablesen lassen, das er sich gerade eben mitsamt dem WSJ-Mutterkonzern Dow Jones einverleibt habt. Derzeit hat das WSJ noch eine intensive Content-Partnerschaft ausgerechnet mit CNBC. Die Konkurrent hat sich zum Start des neuen Wettbewerbers gewappnet: Bloomberg Television, der dritte Player im Markt, verpasste sich einen neuen Auftritt und CNBC ärgerte Ailes mit dem Slogan: "CNBC - America's Business Network". Ring frei!
Tags: Öffentlichkeitsarbeit / Amerika / Finanzinformationen / Medien / Nachrichten / TV / WSJ / Wirtschaft
26.09.2007: Konsumklima wirklich im Sommerloch?
Irgendwie schaffen wir Deutschen es immer wieder, die erschwerten Bedingungen nach vorne zu stellen und dabei die positiven Signale zu vergessen. Es gibt eigentlich nur einen Bereich, bei dem das Geschäft ein bisschen anders läuft und das sind Börsenempfehlungen. Mir sind kaum Banken und Finanzdienstleister bekannt, die ausgerechnet mit der Empfehlung "Verkaufen!" ihr Geschäft wesentlich vorangetrieben haben.
21.09.2007: Wirtschaftstalk mit Gesicht
Beeindruckend, mit welchem Charme und welcher Ruhe Josef Ackermann die zum Teil "nickeligen" Fragen von Maybrit Illner beantwortet hat - und das auf einem Sendeplatz, der im Vier-Augen-Gespräch eigentlich nur der Bundeskanzlerin vorbehalten ist. Da hat die Öffentlichkeitsarbeit im Hintergrund hervorragende Arbeit geleistet, und davon wollen wir mehr sehen.


