Verlage


Die Konsequenzen der Finanzkrise für die Medienlandschaft werden durch die Einstellungsstopps bei den Verlagen und die jüngsten Entscheidungen im Hause G+J deutlich. Thomas Knüwer fasst die Diskussion in "Indiskretion Ehrensache" zusammen und stößt damit eine heftige Debatte an, die sich letztlich um die Frage dreht, welche Zukunft der Qualitätsjournalismus hat, wenn niemand hierfür tragfähige Online-Geschäftsmodelle findet. Oder fehlt bloß der Mut zur Erneuerung redaktioneller Formate? Mehr in seinem Blog...


Sie haben keinen? Das könnte daran liegen, dass Sie PR-Fuzzi sind und kein Verlagsmanager. Sie meinen, denen ginge es in diesen Tagen doch besonders mies? Alles Quatsch! - Wie diese Stellenanzeige aus der Süddeutschen Zeitung vom 04.10. nahelegt:



Die w&v rätselt in der aktuellen Ausgabe (S. 54) jedenfalls schon, ob Patricia Riekel ihrem Helmut Markwort die Vorliebe für Herzhaftes abgewöhnen will oder Philipp Weltes Wechsel "mit ein paar kleinen Zusatz-Nettigkeiten verbunden" ist. Das ist zwar furchtbar albern, entbehrt aber in Anbetracht der Diskussionen um A) Managergehälter und B) die Krise der Verlagshäuser nicht einer gewissen Komik, wie ich finde.
Tags: Burda / Verlage


Robert Amlung, Leiter des Bereichs für digitale Strategien des ZDF: "Wir sehen die Zeitungsverlage mehr und mehr als Wettbewerber. Wir leben davon, dass wir für das, was wir machen, Akzeptanz bekommen. Wenn wir dabei allein auf das klassische Bewegtbild setzen, dann haben wir mittelfristig verloren. Auch von Seiten der Verlage werden Grenzen überschritten, was die Demarkierung dieser Grenzen schwierig macht."
Tags: ZDF / Internet / Verlage


Helmut Heinen, BDZV-Präsident und Herausgeber Kölnische Rundschau: "Wir werden es noch sehr lange erleben, dass die Printmedien Bewegtbilder lediglich als Ergänzung betrachten."
Tags: Video / Verlage


Das fragen wir ab dem 08. April, wenn in Hamburg unsere diesjährige media coffee-Reihe startet. Insgesamt werden wir in fünf Städten präsent sein. Neben Hamburg sind das Köln, Frankfurt, München und Berlin. Viele spannende Diskutanten haben bereits zugesagt. Darunter Ulrich Reitz von der WAZ. Sein Blatt kündigte kürzlich als erstes an, in Zukunft auf den Online-Seiten Bewegtbilder des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anzubieten. Mit was haben wir es zu tun? Eine Verlags-Subvention, mit Gebührengeldern finanziert? Oder eine zukunftsweisende Strategie zur Rettung von Qualitätsstandards im Journalismus? Da gibt es viel zu diskutieren, sein Sie dabei.

media coffe in Frankfurt im letzten Jahr.

„Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?“
Dienstag, 8. April 2008, Bucerius Law School, Hamburg.

Bei der Auftaktveranstaltung auf dem Podium:
Fried von Bismarck, Verlagsleiter SPIEGEL
Wolfgang Blau, Chefredakteur ZEIT online
Menso Heyl, Chefredakteur Hamburger Abendblatt
Steffen Klusmann, Chefredakteur Financial Times Deutschland
Joachim Knuth, NDR-Hörfunkdirektor

Die Veranstaltung wird moderiert von
Meinolf Ellers, Geschäftsführer dpa-infocom


Nach langen Diskussionen ist es endlich raus: Gruner + Jahr ist Alleingesellschafter bei der FTD. Insgesamt ist das auch eine Stärkung für den Medienstandort Hamburg: Die Verlagsabteilung zieht von Köln an die Elbe. Gute Nachricht also für uns Hanseaten.


Expertenmeinungen: Wie das Web 2.0 klassische Medienmärkte verändert

IBM hat im Rahmen einer Studie und anhand von Interviews mit 70 Topmanagern von Medienunternehmen aus aller Welt die wichtigsten Unterschiede zwischen traditionellen und Neuen Medien untersucht. Mit der wichtigste Einflussfaktor für den Umbruch geht demnach vom Werbemarkt aus (u.a. bessere Erfolgskontrolle Web gegenüber beispielsweise TV), so Andreas Neus, Mitautor der Studie und Leiter des Bereichs Media & Entertainment in Europa am IBM Institute for Business Value. Laut Studie werden bei den führenden Web-2.0-Anbietern weltweit mehr als 50 Millionen Nutzer pro Tag gezählt – eine „Veränderung der Marktstruktur“. Beispiel: Gegenüber herkömmlichen Produktionskosten von bis zu 10.000 Euro pro Minute schreien die kostengünstigen nutzer-generierten Inhalte geradezu nach „kombinierten Geschäftsmodellen“, die trotzdem den Qualitätsanspruch sichern. Neus vergleicht die 2.0-Welle sogar mit der Erfindung des Buchdrucks: Auch damals hätten Skeptiker betont, dass ein gedrucktes Buch nie an die künstlerische Qualität der mit kalligraphischen Ornamenten und farbigen Illustrationen ausgeschmückten Handarbeit erreichen kann…


Ein ausführlicher Beitrag ist erschienen in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins InnoVisions (Schwerpunkt: Digitale Medien) – in allen größeren Zeitschriftenläden oder online abonnierbar. Weiterführende Links, die Studie zum Download, Mailkontakt zu Herrn Neus etc. unter dem Webkey „30701“ – einzugeben rechts oben unter: http://www.innovisions-magazin.de/?Dok_ID=391&Sp=1


Berman / Abraham / Battino / Shipnuck / Neus: “Navigating the Media Divide: Innovating and Enabling New Business Models”. IBM Institute for Business Value study. 2007


"Eigentlich müsste die Panik bei den Zeitungsmachern heute schon viel weiter verbreitet sein. Ich bin da pessimistisch. Wenn jemand als junger Mensch keine Zeitung liest, dann fängt er auch mit dreißig nicht mehr damit an."
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In wenigen Minuten startet der dritte media coffee unserer Reihe "Von der Edelfeder zum Contentlieferanten? - Printmedien im Wandel". Mal sehen, was wir dieses Mal über die Zukunft der deutschen Verlage erfahren werden. Brisanz ist gegeben: Zwei Chefredakteure, ein Hochschulprofessor, ein Medienjournalist, der Neues wagt, und der Vorsitzende der einflussreichen Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche. Moderiert wird von Annette Milz vom Medium Magazin.

Auf dem Podium im Museum für Kommunikation:
- Peter Stefan Herbst, Saarbrücker Zeitung
- Dr. Thomas Leif, SWR Mainz, Vorsitzender Netzwerk Recherche
- Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer, Hochschule Darmstadt
- Peter Turi, turi2.de
- Dr. Uwe Vorkötter, Frankfurter Rundschau

Einige Statements live von der Veranstaltung wird es hier in diesem Blog geben, Fotos und eine Zusammenfassung ebenfalls. Und etwas später auch noch einen Podcast. Soweit fürs erste ...


Prof. Günther Rager, Professor am Institut für Journalistik, Universität Dortmund: "Die Tageszeitung hat eine gute Vergangenheit. Sie hat auch eine gute Zukunft. Ich habe aber die Sorge, dass die Verlage ihre Hausaufgaben nicht machen. Es gibt zu wenig Chefredakteure, die permanent im Kopf haben, was die digitale Entwicklung bringen wird. Ich fürchte sie werden sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen können."