Technologiekommunikation


Einen rund 20-seitigen Themenschwerpunkt zu „Innovationskommunikation“ bietet der im F.A.Z.-Institut erscheinende „Innovations-Manager“ in seiner aktuellen Ausgabe (04/2008).
Das Heft gibt einen Überblick, vor allem zur Anwendung von Web-2.0-Werkzeugen und zur Zuspitzung von Produktbotschaften in der Unternehmenskommunikation. Ansgar Zerfaß macht in einem Interview die Relevanz kommunikationswissenschaftlicher Methoden wie etwa des „Framings“ für eine länder- und themenspezifische Technologie-PR deutlich.
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(Framing: -> Medienwirkungsforschung: Interpretation von Botschaften und Veränderung von „Deutungsrahmen“ durch den „Absender“).
In der aktuellen Ausgabe des „Innovations-Managers“ geht es außerdem um Praxisbeispiele von Siemens, MAN, Cisco u.a.m., und auch das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Beitrag zu seinem „TOP-Programm“ beigesteuert.
Ein Artikel zur Rolle der Unternehmenskommunikation bei Open Innovation kommt von Prof. Täube (Wachstumsmanagement an der EBS) und mir selbst: „Stethoskop statt Megaphon“: Wir argumentieren darin unter anderem, dass zeitgemäße Innovationskommunikation nicht nur bedeute, Produkte und Forschungsergebnisse PR-technisch aufzubereiten und deren Markteinführung zu unterstützen, sondern auch die Meinungsbildung bei wichtigen Bezugsgruppen zu beobachten, den Fluss interner und externer Informationen zu managen und den Dialog mit den Partnern zu moderieren. Ziel müsse es sein, Entwicklungen in alten und neuen Märkten möglichst frühzeitig und mit geringem Aufwand zu verstehen.


Mit provokanten Thesen wie „Wissenschaftsjournalismus kann es im Fernsehen nicht geben“ hat Christoph Steinkamp, Ressortleiter Wissen in der Chefredaktion von Pro Sieben bei einem (schon einige Zeit zurückliegenden) Besuch an der Hochschule Darmstadt für Aufregung gesorgt. Klaus Meier hatte darüber in seinem Blog berichtet – habe ich gerade erst entdeckt, halte ich aber für wichtig genug, auch hier nochmal erwähnt zu werden.


Mehr Begeisterung für wissenschaftliche Themen und Studiengänge zu wecken, mehr Interesse an Technik-Berufen zu erzeugen – das fordert die Politik angesichts zunehmenden Fachkräftemangels oft und einmütig. An entsprechenden Initiativen mangelt es deshalb bei weitem nicht in Deutschland: Wissenschaftsjahr, Wissenschaft im Dialog, Wissenschaftssommer, VDI-Initiative „Sachen machen“, Partner für Innovation, MS Wissenschaft, Wissensfabrik, Lange Nächte, Stadt der Wissenschaft, Ideen-Park, Ideen-Expo, Tech2You, Science Center u.v.m. – eine ebenso beeindruckende wie bedenkliche Vielfalt, die auch schon mal zum Wettbewerb werden kann. Ist also zu befürchten, dass Synergien verloren gehen, sich vielleicht sogar Aktivitäten gegenseitig Konkurrenz machen? Um hierauf Antworten zu finden, vernetzen sich seit gestern in Bremerhaven alle relevanten Organisationen und Initiativen auf einem Kongress.
Ein erstes Ergebnis für eine bessere Verknüpfung / Konsolidierung von Initiativen: Der „Wissenschaftssommer“ (ausgerichtet von WiD) wird 2009 in Saarbrücken stattfinden (20.-26. Juni), 2010 in Magdeburg und soll ab 2011 erstmals mit der „Stadt der Wissenschaft“ verschmelzen. Wie der Stifterverband außerdem ankündigte, werde das bislang aufwändige Bewerbungsverfahren für die Städte mittelfristig angepasst.
Selbstkritisch bilanzierte Monika Bürvenich vom Bundesforschungsministerium die „Wissenschaftsjahre“ der vergangenen 9 Jahre: Trotz aller Erfolge seien die Jahre nach wie vor auf die Community oder zumindest auf die schon interessierte Öffentlichkeit begrenzt. Vor allem so genannte bildungsferne Schichten müssten verstärkt erreicht werden. Anmerkung von einem Zuhörer: Vielleicht könnten Science Center und Technikmuseen diese Lücke noch stärker schließen. Frau Bürvenich kündigte außerdem an, dass die Wissenschaftsjahre mittelfristig weg von den Einzeldisziplinen (Physik, Mathematik etc.) und stattdessen mehr zu Themen wachsen werden.
Deutlich expandieren wird die „Ideen-Expo“ 2009 in Hannover mit einer größeren Messehalle, mehr Industrie-Ausstellern und einer prominenteren Integration des Themas „Berufsausbildung“ in die Veranstaltung. Termin: 05.-13.09. in Hannover.
Zwischenfazit des Forums Wissenschaftskommunikation 2008: Ein überfälliger Schritt der Vernetzung unterschiedlichster „Player“. Ein Anfang!


Wichtiger Terminhinweis: Die unter anderem mit den "Wissenschaftsjahren" betraute Organisation "Wissenschaft im Dialog" lädt für den 23. bis 25. September 2008 zu einem "Forum Wissenschaftskommunikation" in Bremerhaven ein. Vertreter von Science Centern, Schülerlaboren und Wissenschaftseinrichtungen sowie Organisatoren von Wissenschaftsfestivals sollen Gelegenheit haben, aktuelle Strategien und Trends der Wissenschaftskommunikation auszuloten. Im Mittelpunkt des Symposiums stehen Erfahrungsberichte und Workshops zur Kommunikation von Wissenschaften auf Wissenschaftsfestivals, in Museen oder mittels Wissenschaftsshows. Wissenschaft im Dialog will mit dem Forum eine Plattform zum Informationsaustausch zwischen den an der Wissenschaftskommunikation beteiligten Einrichtungen und unterschiedlichen Zielgruppen bieten.

23.09. -- Vorporgramm und Abendempfang
24.09. -- vormittags Thema "Wissenschaftsjahre" und Projektbeispiele, nachmittags Parallelworkshops (u.a. auch zu Wissenschaftsblogs und Web 2.0)
25.09. -- Bildungsaspekte

Infos unter http://www.wissenschaft-im-dialog.de/wissenschaftskommunikation/aktuelles.html


MP3 auf Inforadio

Trackback vom FONTBLOG:
Inforadio Berlin hat gerade ein spannendes und sehr detailliertes Interview (15 Minuten) mit dem Forscher Karlheinz Brandenburg ausgestrahlt, der als Vater des Musikformats mp3 gilt. Brandenburg spricht über das Erfolgsgeheimnis seines Audio-Formats, erzählt, wie Fraunhofer an Apples iPods mitverdient und wie Suzanne Vega zum "Benchmark" wurde, kritisiert "schlechtes DRM" und bezieht vor allem Stellung zur Verwertung der Erfindung aus Sicht der deutschen Wirtschaft -- immer wieder und unberechtigterweise ein Kritikpunkt.

Fontblog:
http://www.fontblog.de/podcast-interview-mit-mp3-erfinder-brandenburg

Das Interview beim Inforadio:
http://www.inforadio.de/static/media/mp3/3039020X_759FAE6E2F274665AC9BAAF0391C7455.mp3

Weitere Video-Interviews mit den Vätern des Audioformats, prominenten Kommentatoren etc. auf der Fraunhofer-Webseite:
http://www.iis.fraunhofer.de/bf/amm/mp3history/index.jsp


Motorsteuerung, Verbrauchs- und Abgasregelung, Sicherheits- und Komfortaustattung: Ein Auto „definiert“ sich immer stärker durch seine elektronische Ausstattung. Dieser Trend wird sich sogar noch verstärken, denn die Bedeutung softwaregesteuerter Systeme wird weiter steigen. Kam ein VW-Käfer in den 50-er Jahren noch mit neun elektrischen Leitungen aus, so ist die Zahl elektronischer Komponenten bei einem modernen Mittelklassewagen von heute auf mehrere Hundert Sensoren, rund 80 Steuergeräte und mehr als 2.000 Leitungen mit einer Gesamtlänge von etwa vier Kilometern gestiegen. Bis 2010 wird sich der Wertanteil der Elektroniksysteme an einem Wagen von heute 40 auf 60 Prozent erhöhen. Bei Entwicklung, Produktion und dem Fahren eines Autos haben Softwaretechnologien eine Schlüsselstellung übernommen – und werden sie wohl auch künftig behalten.


Mal etwas in ganz eigener Sache. Wir haben diese Woche eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kompetenzzentrum "Innovations- und Technologiekommunikation" des Lehrstuhls von Professor Dr. Ansgar Zerfass, Universität Leipzig geschlossen. Mit dem geplanten mehrjährigen Engagement wollen wir einerseits über einen verstärkten Austausch mit der Wissenschaft unsere eigenen Kompentenzen sukzessive erweitern. Andererseits ist uns daran gelegen, die PR-Forschung in unserem zentralen Tätigkeitsfeld "Innovations- und Technologiekommunikation" nachhaltig zu unterstützen.

Da diese Kooperation auch ein Promotionsstipendium beinhaltet, möchte ich mögliche Bewerber auf die Ausschreibung hinweisen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 8. Dezember 2006.

Aufgrund von mindestens einem täglichen Porno-Spam-Kommentar habe ich am 26. Oktober 2007 die Kommentarfunktion geschlossen.


Gestern habe ich es dann doch noch zum ersten Adlershofer Business Talk geschafft. Leider habe ich nur ein Panel gesehen mit dem Titel: "IT-TV und Mobile-TV: Top oder Flop?". Mal davon abgesehn, dass Mobile-TV, welches ich ohnehin für einen potentiellen Flop halte, gar nicht vorkam, waren einige Diskussionsbeiträge sehr interessant.

Teilweise hatte ich extreme Déjà-vu Erlebnisse. Die Arrognaz mit der Jungunternehmer mit kaum existenten Geschäftsideen den TV Stationen erklären, das sie bereits tot sind, war erschreckend.

Trotzdem, ich teile die Begeisterung für IP-TV und andere, neue Nutzungsformen des Internets. Ob alles so schnell geht, wie es Andreas Karanas (Leiter Business Development bei Telefónica Deutschland) behauptete, wage ich allerdings zu bezweifeln. Sein Statement: "In 4-5 Jahren wird DSL der wichtigste Verbreitungsweg für Fernsehen in Deutschland sein". Das würde bedeuten, dass in diesem Zeitraum alle erst gekauften DVBT, DVBS und anderen Receiver auf dem Schrott landen, damit der PC nun auch der Videorekorder ist. Unwahrscheinlich oder?


Die PR Report Awards gehen in ihre fünfte Runde! Am 19. April 2007 werden in Berlin wieder einmal die besten Kampagnen, Projekte und Strategien sowie die erfolgreichsten Personen und Teams der deutschsprachigen PR-Wirtschaft ausgezeichnet. Als Sponsor des Technology Awards möchte ich natürlich möglichst viele Macher erfolgreicher Technologiekommunikation zur Teilnahme ermuntern, damit der letztjährige Gewinner, Yahoo! mit Faktor 3, einen würdigen Nachfolger bekommt!
Eingereicht werden können Einzelmaßnahmen, Kampagnen oder komplexe Strategien mit B2B- sowie B2C-Ausrichtung. Die Bewerbungsunterlagen sind auch online unter www.prreport.de verfügbar. Einsendeschluss ist Freitag, der 17. November 2006.