Studie


Lamentieren hilft da nicht - es ist einfach so: die Deutschen vertrauen ihren Institutionen nicht - weder den Medien so richtig, noch der Wirtschaft und schon gar nicht der Politik. Und immerhin 11 Nationen vertrauen den deutschen Unternehmen mehr, als es die deutschen Befragten tun.

Die einzigen Institutionen, die einigermaßen gut wegkommen, sind die NGOs. Wohlgemerkt, unsere Studie fand vor der aktuellen Krise einer großen NGO statt.

Wie können Kommunikatoren die Ergebnisse der Studie für sich nutzen? - Ein paar Toplines:


Gestern hat Edelman weltweit seine erste 9-Länder-Studie zum Thema "Good Purpose" - Gesellschaftliches Engagement von Marken und Konsumenten - veröffentlicht.
Toplines: 9 von 10 der befragten 5.500 Konsumenten sehen es als ihre Verpflichtung, aktiv zum Umweltschutz und zu anderen gesellschaftlichen Belangen beizutragen. 64% der Deutschen sehen sich sogar aktiver in ihrem Engagement als noch vor zwei Jahren. Ist das verwunderlich? Nein, es bestätigt eher - denn CSR und Cause Related Marketing sind zum Trendthema geworden, Menschen wie Du und ich trauen der Politik nicht mehr zu, die Lösung der Probleme allein in die Hand zu nehmen, und immer mehr Individuen gehen mit gutem Beispiel voran.
Muss Markenkommunikation auf Basis dieser Ergebnisse Strategien überdenken? Ich meine ja.



Ergebnisse einer Branchen-Umfrage zum Einsatz von 2.0-Werkzeugen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (PR-Agentur index, Berlin)

Plus: Kurzer Erfahrungsbericht unserer Pressekonferenz in SecondLife


Die Unternehmenskommunikation in Deutschland setzt offenbar deutlich stärker auf das Web und seine neuen interaktiven Kanäle als von vielen Kritikern vermutet. Andererseits überlegen sich die PR-Verantwortlichen wohl auch sehr genau, welche Instrumente sie wann einsetzen und welche nicht. So werden beispielsweise Pressekonferenzen zum überwiegenden Teil noch immer klassisch durchgeführt, wie eine soeben durchgeführte, unveröffentlichte Branchen-Umfrage der Berliner PR-Agentur index ergab. Lediglich 8% aller Befragten kombinieren das klassische Format mit Online-Werkzeugen, 3% setzen rein aufs Web und 2% auf SecondLife. Auch wir haben im 3D-Web vergangene Woche eine rein virtuelle PK durchgeführt (siehe Blogeinträge und Diskussion über SL als PR-Instrument). Beteiligung und Medienresonanz waren bescheiden (rund 20 Avatare), und mich konnte noch immer niemand davon überzeugen, dass die Technologien hier ausgereift sind. Server oder Applikation können da schon mal plötzlich versagen, und es kann dauern, bis alle Beteiligten die Sprachqualität über ihre Headsets eingepegelt haben. So kommt zu den üblichen Unwägbarkeiten einer PK noch die technische Unsicherheit hinzu, beispielsweise wenn man eine Frage nicht versteht, eine Geste „hängen bleibt“ oder plötzlich einer Kollegin die Haare wegfliegen -- was diese überhaupt nicht witzig fand! ;-)
Auch über die Anonymität und Authentizität von SecondLife muss man im Kontext einer PK nachdenken: Wer stellt mir da eigentlich diese unangenehme Frage? Muss ich bei meiner Antwort sonst noch jemanden im Raum beachten?
Äußerst angenehm fand ich es, gehört, aber nicht gesehen zu werden, dabei aber gleichzeitig doch gesehen zu werden, wenn ihr wisst, was ich meine. Ein bisschen wie ein Radiointerview mit selbstgewählter Kameraeinstellung: Man kann sich im Drehstuhl zurücklehnen, wenn man will die Füße auf den Tisch legen, Zigarre rauchen, was weiß ich, denn das Verhalten des Avatars steuert man ja per Tastatur und Maus / Joystick.
Auf jeden Fall braucht man für solch eine PK professionelle Partner (bei uns waren es pleon und enter the metaverse), und zwar nicht etwa nur aus programmiertechnischen Gründen, sondern auch, um Fragen des Missbrauchs vorzubauen. Theoretisch könnte jemand anonym die PK sabotieren oder stören, eigene Botschaften verbreiten etc.
Sicherlich nicht im Sinne der Erfinder, aber mein Fazit ist eine Kombination aus echter PK und virtuellem Abbild (für jene, die nicht extra anreisen können oder wollen), also sozusagen eine Weiterentwicklung der Idee zu einer PK Streams, Live-Chats und Videoconferencing anzubieten.
Der index-Umfrage zufolge hält die Hälfte der deutschen Pressesprecher journalistische Online-Medien wie netzeitung oder golem für „wichtig“ oder „sehr wichtig“, während gerade einmal 15% auch Weblogs in ihren Presseverteilern haben! Immerhin werden Blogs inzwischen von der PR stärker beobachtet als Newsgroups, wobei nach wie vor Online-Foren am stärksten beobachtetet werden. 12 Prozent der Pressesprecher werden zu Themen ihres eigenen Unternehmens in Weblogs aktiv. Im Vergleich zu Blogs, Podcasts, Videoportalen oder rss-Feeds sind übrigens „Virtuelle Welten“ als derzeitiges und zukünftiges PR-Instrument weit abgeschlagen – für die Verfasser der Studie ein eindeutiges Indiz, dass die PR den „Hype um SL & Co.“ kalt lässt.
Und wo informieren sich PR-Verantwortliche online am häufigsten? Ganz eindeutig bei Fachzeitschriften im Web, und dann kommt erst mal lange Zeit gar nichts – abgesehen von den Webseiten der Mitbewerber… ;-)


Domink Schneider und Mathias Tanner von der Uni Fribourg bitten um Beteiligung an Ihrer Corporate Blog-Studie:

Die Umfrage findet im Rahmen unserer Masterarbeit an der Universität Fribourg (Schweiz) statt. Damit wir genügend Daten erhalten, ist es für uns von unschätzbarem Wert, dass Sie sich beteiligen. Die Umfrage findet anonym statt. Das Ausfüllen des Fragebogens wird ca. 10 Minuen in Anspruch nehmen.

Der Fragebogen ist bis Ende Juli online.

Wir danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit nehmen, um uns zu unterstützen.

Domink Schneider
dominik.schneider(ät)unifr.ch

Mathias Tanner
mathias.tanner(ät)unifr.ch


...der Blogforschung in Deutschland bringt in diesen Tagen Christoph Neuberger von der Universität Münster. Gemeinsam mit Christian Nuernbergk und Melanie Rischke hat er sich durch die aktuellen Studien zum Thema durchgearbeitet wie etwa die Blog-Studie von Ansgar Zerfaß oder "Deutschland Online 4", die ja beide hier im Blog schon diskutiert wurden. Die verdichteten Ergebnisse hat er jetzt vorgestellt - ergänzt um eine eigene Befragung von Redaktionsleitern deutscher Nachrichtenredaktionen.


Nach wie vor wird PR-Arbeit nicht nach Erfolg bezahlt. 67 Prozent der Mitarbeiter in Pressestellen und 61 Prozent der Agenturmitarbeiter haben keine erfolgsabhängige Komponente in ihrem Gehalt. Das ergibt der aktuelle PR-Trendmonitor von news aktuell und Faktenkontor. Das ist in höchstem Maße erstaunlich, denn die alte Welt - wir sitzen nahe des Vorstandsvorsitzenden und sind für Bekanntheit und Image zuständig - bröckelt gewaltig. Pressestellen geraten zunehmend unter Druck, ihren Nutzenbeitrag zum Unternehmenserfolg zu dokumentieren. Doch daran brechen sich die allermeisten PR-Verantwortlichen offensichlich alle Gräten, denn die bisherigen Instrumente zur Erfolgsmessung werden offensichtlich vom Topmanagement noch nicht ernst genommen. Und wenn wir mal ehrlich sind: Was wollen wir mit Leitz-Ordnern voller Clippings und zahlreichen Tortendiagrammen in der Medienresonanzanalyse schon sagen? Ja, es gab ein Medienecho. Nein, was das in unserer Zielgruppe bringt weiß ich nicht.



Nachdem Richard Edelman die Ergebnisse des 8. Edelman Trust Barometers in Davos präsentiert hat, haben wir die Studie heute auch in Deutschland vorgestellt.
Einige der Ergebnisse, die ich für den deutschen Markt - und für Kommunikationsverantwortliche deutscher Unternehmen, bzw. in Deutschland ansässiger Niederlassungen für besonders interessant halte, habe ich hier aufgelistet. Weitere Informationen gibt es auf der Edelman website. und auch bei David Brain's sixtysecondview.


Mit dem Kauf von StudiVZ macht die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck einen Sprung ins Richtung Web 2.0. Die hauseigene Holtzbrink Ventures war schon seit August 2006 einer der Gesellschafter. Mit dem Kauf stärkt die Verlagsgruppe ihre Online-Kompetenz - und treibt das voran, was die F.A.Z. heute "die neue Internetwelle" nennt.

Derzeit scheinen sich die großen Verlagshäuser aber noch schwer damit zu tun, eigene Web 2.0-Strategien inhaus zu entwickeln. Das zeigt ein Ergebnis der Studie "Deutschland Online 4" von Professor Bernd Wirtz, die die T-Com mit iniitiert hat: Für die Untersuchung wurden Social Web-Experten befragt, wie gut die klassischen Medienunternehmen inzwischen auf den konvergenzbasierten Wettbewerb vorbereitet sind.



Studienautor Prof. Bernd Wirtz fasst zusammen: "...es scheint, dass die Medienunternehmen die Herausforderungen der Branchenkonvergenz noch nicht wirklich angenommen haben. Die größten Herausforderungen liegen nach Ansicht der Social Web-Experten in vier Bereichen: Die erste Herausforderung stellt der Transfer von Inhalten ins Internet dar. Zweitens müssen insbesondere klassische Erlösmodelle des Verlagswesens überprüft und angepasst werden, um etwa der Abwanderung von Werbung ins Internet zu begegnen. Drittens müssen Offline-Inhalte in zunehmendem Maße in den Online-Bereich integriert beziehungsweise mit multimedialen Komponenten angereichert werden, um ihre Reichweite zu erhalten. (...) Aber auch die Integration von User-generated Content - etwa Blogs - stellt eine zentrale Herausforderung für die Medienunternehmen dar."

Mehr zu den aktuellen Trends und Planungen in den Verlagen rund um den digitalen Lebenswandel werden wir vermutlich in zwei Wochen erfahren - beim "DLD 2007" von Hubert Burda Media, wo wieder rund 500 Experten in die digitale Zukunft blicken werden.


Wie Stephan Fink schon erwähnte, hat nur ein überschaubarer Kreis der Besucher der Veranstaltung im Museum für Post und Telekommunikation in Frankfurt schon einmal selber gebloggt.

Auch wenn die Blogosphäre stetig weiter wächst, so sind Blogs wohl doch nicht die "killer application", also die Anwendung, die nach Ansicht von Experten künftig der Treiber von Web 2.0-Anwendungen sein wird. Die jüngst vorgestellte Studie "Deutschland Online 4" von Professor Bernd Wirtz, mitinitiert von T-Com und Hubert Burda Media kommt da zu einem anderen Ergebnis...




Passend zur Diskussion in Frankfurt eine aktuelle Umfrage: jenseits der Kenntnis von Blogs ist für die Unternehmenskommunikation vor allem wichtig zu wissen, welche Informationen von den Nutzern gesucht werden, aus welcher Motivation heraus die Nutzer im Web 2.0 unterwegs sind und wie das knappe Gut "Vertrauen" auf journalistische und private Angebot verteilt wird. Diesen Fragen geht die blogstudie2007.de nach, die wir seitens der Uni Leipzig seit heute bis einschließlich 20. Dezember durchführen. Das Mitmachen lohnt sich: jeder Teilnehmer erhält eine Kurzauswertung der Studienergebnisse und kann eine edle Design-Kamera von Sony gewinnen.