Es ist, wie es ist: Geiz ist geil und billig will ich. Wer gibt schon gerne mehr aus als er muss? Wenn aber diese Preise damit einher gehen, dass Mensche ausgebeutet uns bespitzelt werden, kann ich dann nach dem Genuss meiner Discounter-Ware noch gut in der Bettwäsche vom Lidl-Grabbeltisch einschlafen? Kurzfristig scheinen dies die Bundesbürger mit „nein“ zu beantworten und bleiben nach dem Lidl-Skandal dem Handelsriesen fern. Endlich mal eine Entlastung für die durch chronische Unterbesetzung gestressten Verkäufer , mag man denken. Schon glaubt man an die Macht der Verbraucher und daran, dass es hier endlich mal den richtigen trifft, da kommt der Stern mit weiteren Enthüllungen um die Ecke: Die anderen Einzelhändler und sogar weitere Firmen spitzeln auch, teilweise sogar in den Damenumkleidekabinen der Belegschaft.

Schon wird der moralisch denkende Konsument wieder überfordert: „ Wo und vor allem was kann ich denn überhaupt noch kaufen?“ fragt sich der gestresste Verbraucher.

Und jetzt die Gretchenfrage an das hier versammelte Fachpublikum: Wie kommuniziert man denn richtig, wenn man diese Krise als Chance nutzen will? Wird Lidl mit dem ehemaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob punkten können?