Second Life
Plus: Kurzer Erfahrungsbericht unserer Pressekonferenz in SecondLife
Die Unternehmenskommunikation in Deutschland setzt offenbar deutlich stärker auf das Web und seine neuen interaktiven Kanäle als von vielen Kritikern vermutet. Andererseits überlegen sich die PR-Verantwortlichen wohl auch sehr genau, welche Instrumente sie wann einsetzen und welche nicht. So werden beispielsweise Pressekonferenzen zum überwiegenden Teil noch immer klassisch durchgeführt, wie eine soeben durchgeführte, unveröffentlichte Branchen-Umfrage der Berliner PR-Agentur index ergab. Lediglich 8% aller Befragten kombinieren das klassische Format mit Online-Werkzeugen, 3% setzen rein aufs Web und 2% auf SecondLife. Auch wir haben im 3D-Web vergangene Woche eine rein virtuelle PK durchgeführt (siehe Blogeinträge und Diskussion über SL als PR-Instrument). Beteiligung und Medienresonanz waren bescheiden (rund 20 Avatare), und mich konnte noch immer niemand davon überzeugen, dass die Technologien hier ausgereift sind. Server oder Applikation können da schon mal plötzlich versagen, und es kann dauern, bis alle Beteiligten die Sprachqualität über ihre Headsets eingepegelt haben. So kommt zu den üblichen Unwägbarkeiten einer PK noch die technische Unsicherheit hinzu, beispielsweise wenn man eine Frage nicht versteht, eine Geste „hängen bleibt“ oder plötzlich einer Kollegin die Haare wegfliegen -- was diese überhaupt nicht witzig fand! ;-)
Auch über die Anonymität und Authentizität von SecondLife muss man im Kontext einer PK nachdenken: Wer stellt mir da eigentlich diese unangenehme Frage? Muss ich bei meiner Antwort sonst noch jemanden im Raum beachten?
Äußerst angenehm fand ich es, gehört, aber nicht gesehen zu werden, dabei aber gleichzeitig doch gesehen zu werden, wenn ihr wisst, was ich meine. Ein bisschen wie ein Radiointerview mit selbstgewählter Kameraeinstellung: Man kann sich im Drehstuhl zurücklehnen, wenn man will die Füße auf den Tisch legen, Zigarre rauchen, was weiß ich, denn das Verhalten des Avatars steuert man ja per Tastatur und Maus / Joystick.
Auf jeden Fall braucht man für solch eine PK professionelle Partner (bei uns waren es pleon und enter the metaverse), und zwar nicht etwa nur aus programmiertechnischen Gründen, sondern auch, um Fragen des Missbrauchs vorzubauen. Theoretisch könnte jemand anonym die PK sabotieren oder stören, eigene Botschaften verbreiten etc.
Sicherlich nicht im Sinne der Erfinder, aber mein Fazit ist eine Kombination aus echter PK und virtuellem Abbild (für jene, die nicht extra anreisen können oder wollen), also sozusagen eine Weiterentwicklung der Idee zu einer PK Streams, Live-Chats und Videoconferencing anzubieten.
Der index-Umfrage zufolge hält die Hälfte der deutschen Pressesprecher journalistische Online-Medien wie netzeitung oder golem für „wichtig“ oder „sehr wichtig“, während gerade einmal 15% auch Weblogs in ihren Presseverteilern haben! Immerhin werden Blogs inzwischen von der PR stärker beobachtet als Newsgroups, wobei nach wie vor Online-Foren am stärksten beobachtetet werden. 12 Prozent der Pressesprecher werden zu Themen ihres eigenen Unternehmens in Weblogs aktiv. Im Vergleich zu Blogs, Podcasts, Videoportalen oder rss-Feeds sind übrigens „Virtuelle Welten“ als derzeitiges und zukünftiges PR-Instrument weit abgeschlagen – für die Verfasser der Studie ein eindeutiges Indiz, dass die PR den „Hype um SL & Co.“ kalt lässt.
Und wo informieren sich PR-Verantwortliche online am häufigsten? Ganz eindeutig bei Fachzeitschriften im Web, und dann kommt erst mal lange Zeit gar nichts – abgesehen von den Webseiten der Mitbewerber… ;-)
Tags: Öffentlichkeitsarbeit / 3D-Internet / Blog / Blogger / Blogosphäre / Blog Studien / Brachenentwicklung / crossmedial / Journalismus 2.0 / Medien / Online-Medien / Onlinejournalismus / PR / PR-Strategie / PR-Trends / PR 2.0 / Second Life / Studie / Studien / Umfrage / Web 3D
20.09.2007: Virtuelle PK in Second Life
Freitag, 28. September, ab 14.30 (SL-Zeit: 5.30 am PDT) geht dort eine virtuelle Pressekonferenz über die Bühne (Sim: „EnBW EnergyPark“):
http://slurl.com/secondlife/EnBW%20EnergyPark/87/5/22
Thema ist der neunte „E12-Gipfel“ am 11./12. Oktober in Stuttgart, der in diesem Jahr unter dem Motto „Next Generation Collaboration“ steht. Wir selbst sind dort Technologiepartner.
Bin gespannt und werde natürlich kurz über die Erfahrungen berichten…
30.08.2007: 10 Gründe gegen Second Life
FH Köln: "Warum Unternehmen sich nicht in der virtuellen Welt engagieren sollten"
Kurzer Hinweis auf einen Artikel von Prof. Dr. Matthias Fank [Informationswissenschaft an der FH Köln], erschienen im aktuellen Report der Competence-Site.
Prof. Fank fragt hier, ob wir nicht vielleicht zu euphorisch und undifferenziert mit dem Thema umgehen. Ich finde den Beitrag gut und wichtig, weil er das Thema mal nicht marketingtechnisch, emotional oder agenturgetrieben anfasst, sondern (vielleicht fast schon etwas zu) nüchtern die Fakten analysiert...
PDF: Gründe gegen Second Life
Gibt es zwischenzeitlich eigentlich schon so etwas wie eine verlässliche Mediaanalyse / Mediadaten für SL?
03.05.2007: Lasst uns doch spielen
Von: Petra Sammer
Tags: Second Life
28.03.2007: Über die Relevanz von "Second Life"...
"Es ist die bislang konsequenteste, weil flexibelste und freiste Variante dessen, was eines Tages vielleicht das ganze Internet sein wird...Eine begehbare, endlos modifizierbare, multimediale 3-D-Welt nämlich, in der Nutzer Dinge, Funktionen und sogar soziale Systeme erschaffen, die es sonst nirgends gibt."
Das trifft es meiner Meinung nach ziemlich auf den Punkt. Second Life (SL) und ähnliche Angebote erweitern das bisherige zweidimensionale Surfen im Netz um die dritte Dimension - und machen es damit einfacher zu navigieren.
Rückblick: Damit der Heimcomputer seinen Durchbruch schaffen konnte, brauchte es eine Oberfläche, die auch "normale Menschen" nutzen konnten. Mit der "Desktop-Metapher" gelang das: Papiersymbol auf das Papierkorb-Symbol schieben - und eine Datei ist "weggeworfen" und damit gelöscht. Das versteht jeder.
Einen ähnlichen Sprung in der Benutzerfreundlichkeit bietet das dreidimensionale Browsen im Netz. Während ich beispielsweise heute durch Listen scrollen muss, um bei amazon ein Buch zu finden und zu kaufen, kann ich das in einem dreidimensionalen virtuellen Buchladen wie gewohnt aus dem Regal ziehen.
Ob es diese Buchläden bei SL geben wird oder in einem offenen 3D-Internet, etwa auf Basis von Google Earth, bleibt sicherlich abzuwarten. Fakt aber ist - hier sei noch einmal Sponto zitiert:
"Dieses Prinzip, Welt-Simulation in 3-D, geht nicht mehr weg."
13.03.2007: Spreeblicksicht der Dinge
Second Life
Second Life ist ein virtueller Swingerclub für Journalisten. Die Plattform wird von den großen Medienhäusern der Welt finanziert um in den kommenden Jahren die Redaktionskantine, Betriebsausflüge und Konferenzräume zu ersetzen und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz endlich auch denjenigen möglich zu machen, die gar keinen haben.
del.icio.us
del.icio.us speichert die Adressen von Websites, die man sich später mal in Ruhe ansehen wollte, was man aber nie schafft, und stellt sie anderen Web-Nutzern zur Verfügung, die sie sich später mal in Ruhe ansehen wollen, was sie aber nie schaffen.
Xing wurde vom Neckermann-Versand gegründet, der auf der Site seine Anzug- und Kostüm-Kollektionen der letzten 23 Jahre präsentiert.
Blog-Kommentarfelder
Blog-Kommentarfelder sind in Blogs reservierte Anzeigenplätze für andere Blogs. Sie haben den Kommunikationswert einer Kneipenschlägerei, sind aber nicht so unterhaltsam.
Flickr
Flickr entstand auf Initiative diverser internationaler Anwälte, die eine zentrale Anlaufstelle für die Recherche nach Bild-Urheberrechtsverletzungen im Internet benötigten. Gegen 2009 sollen alle Fotos im Internet bei flickr registriert und recherchierbar sein.
Wie heißt es bei Sprblck so schon, read on my dear, es lohnt sich ...
07.03.2007: Nachruf auf einen Visionär
Aber Baudrillard hat dies sicher verstanden. War ihm doch die Funktionsweise von Medien und die Entstehung von "Wirklichkeit" - und damit Wirkung - so vertraut, dass er schon seit Jahrzehnten Dinge erahnte, die heute Realität geworden sind (wobei das Wort "Realität" eigentlich gerade bei ihm nicht passt).
Der SPIEGEL ONLINE Nachruf zieht einen direkten Bogen von Baudrillards Schriften zur virtuellen Welt Second Life - was ja auch naheliegt (ein Kommentar in SZ Online verdammt diese Deutung jedoch auf recht "amüsante" Weise). War doch die Virtualisierung der Realität durch die digitalen / elektronischen Medien eines der Hauptthemen seines Denkens.
Ich bedauere es, dass generell zu wenig Zeit vorhanden ist, um sich als PR-Spezialist oder Medienkenner mit diesen Themen ausführlicher zu befassen. Im Rahmen einer kleinen persönlichen Umfrage konnte mir kein Befragter sagen, was es mit Baudrillard auf sich hat. Praxisferne ist sicher ein großes Manko in der heutigen Ausbildung - aber manchmal denke ich, dass auch ein bisschen mehr ausgeprägte Theorienähe manchmal nicht schaden könnte, um Prozesse in der Entstehung von Nachrichten zu verstehen, zu deuten - und in die eigene Arbeit einfließen zu lassen.
Aber wahrscheinlich spricht hier nur der in der Realität gelandete Ex-Geisteswissenschaftler.
Tags: Öffentlichkeitsarbeit / Internet / Journalismus / Kommunikationsverhalten / Medien / PR-Ausbildung / PR / PR-Forschung / Second Life / second life
„The AvaStar“ bietet den „Residents“ auf rund 30 Seiten umfassende Informationen über das Leben in der virtuellen Welt. Der Großteil der Leserschaft setzt sich aus jüngeren Männern und Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 32 Jahren zusammen. „The AvaStar“ will für die Leser ein Leitfaden sein und vor allem Neueinsteigern die Orientierung in der „Second Life“-Umgebung erleichtern. Den redaktionellen Rahmen der Zeitung bilden die Inhalte News, Business, Celebrity & Gossip, Style & Fashion, Travel und Entertainment. Umfangreiche Serviceelemente runden das Angebot ab.
In diesem Zusammenhang sei auch auf die derzeit umfassende Berichterstattung in den Medien (z.B. Spiegel) verwiesen.
Tags: Second Life / The AvaStar
25.01.2007: Get a First Life

Eine Initiative gerade zur rechten Zeit, meine ich ...
Via Dee Rambeau
Tags: Second Life
17.10.2006: Reuters wagt sich vor ins Second Life

Via Markus Breuers notizen aus der provinz.
Tags: Second Life / Nachrichtenagentur


