SPIEGEL


...schreibt heute "Sponto" bei Spiegel Online zur Frage, was an dem Programm eigentlich wirklich anders ist:

"Es ist die bislang konsequenteste, weil flexibelste und freiste Variante dessen, was eines Tages vielleicht das ganze Internet sein wird...Eine begehbare, endlos modifizierbare, multimediale 3-D-Welt nämlich, in der Nutzer Dinge, Funktionen und sogar soziale Systeme erschaffen, die es sonst nirgends gibt."

Das trifft es meiner Meinung nach ziemlich auf den Punkt. Second Life (SL) und ähnliche Angebote erweitern das bisherige zweidimensionale Surfen im Netz um die dritte Dimension - und machen es damit einfacher zu navigieren.

Rückblick: Damit der Heimcomputer seinen Durchbruch schaffen konnte, brauchte es eine Oberfläche, die auch "normale Menschen" nutzen konnten. Mit der "Desktop-Metapher" gelang das: Papiersymbol auf das Papierkorb-Symbol schieben - und eine Datei ist "weggeworfen" und damit gelöscht. Das versteht jeder.

Einen ähnlichen Sprung in der Benutzerfreundlichkeit bietet das dreidimensionale Browsen im Netz. Während ich beispielsweise heute durch Listen scrollen muss, um bei amazon ein Buch zu finden und zu kaufen, kann ich das in einem dreidimensionalen virtuellen Buchladen wie gewohnt aus dem Regal ziehen.

Ob es diese Buchläden bei SL geben wird oder in einem offenen 3D-Internet, etwa auf Basis von Google Earth, bleibt sicherlich abzuwarten. Fakt aber ist - hier sei noch einmal Sponto zitiert:

"Dieses Prinzip, Welt-Simulation in 3-D, geht nicht mehr weg."



03.10.2006:

Hohe Wellen hat die Ankündigung geschlagen, der SPIEGEL wolle darüber berichten, dass "auch die Nachrichtenagentur dpa anfällig für PR ist". Doch was kam heraus? Nur ein paar eher laue Thesen über das Verhältnis von PR und Medien.

- Es gibt bald mehr PR-Leute als Journalisten. - Na ja, nicht gerade neu.

- Unternehmensmitteilungen gelangen in die Zeitungen. - Soll vorkommen.

- dpa-Redakteure haben zu wenig Zeit zum Recherchieren. - Stimmt wohl.

- Eine Diplomarbeit hat festgestellt, dass 50 Prozent der dpa-Nachrichten aus Pressemitteilungen entstehen. - Recht und schlecht, aber ist das nun viel oder wenig?

Spannender wird's eigentlich, wenn man das Kleingedruckte beachtet. Was will uns der SPIEGEL-Autor mit dem unscheinbaren Nebensatz sagen, dass ein namhafter Chef einer PR-Agentur, der das öffentlich erklärte Ziel verfolgt, bestimmte Unternehmen in den Medien zu platzieren, gleichzeitig auch als Moderator bei einem Fernsehsender unter Vertrag steht, mit einer regelmäßigen Talkshow im Fernsehen? Muss ein interessanter TV-Sender sein... Und gibt's noch mehr erfolgreiche PR-Chefs, die nebenberuflich im Fernsehen moderieren? Bitte mehr davon, lieber SPIEGEL, und tiefer graben!
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