PR-Trends


Zum Ende unseres mediacoffee-Blogs (siehe Ankündigung von Jens Petersen) sei noch etwas Werbung in eigener Sache gestattet. -- Auch auf die Gefahr hin, Klaus Jarchows These von der mangelnden Dialogfähigkeit der PR noch zu stützen... ;-)

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Zum Thema Innovationskommunikation wird es auch als Blog eine Fortsetzung geben. Wir arbeiten daran und geben Bescheid. Wer möchte, kann unterdessen im XING-Forum "Innovationsmanagement" mitlesen. Hier haben wir zusammen mit gut 5.500 Experten in den vergangenen vier Jahren fast 7.000 Diskussionen geführt. Nicht nur zu Kommunikaiton, natürlich, aber eben dazu auch.

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Neu erschienen ist gerade die dritte Auflage von "Wissenschaft kommunizieren".
Seit dem heutigen Web-Relaunch lässt sich die erste Ausgabe komplett als E-Paper durchblättern, und Abonnenten können jetzt Dutzende Fachbeiträge kostenfrei herunterladen. Der Verlag war so nett, mir zu gestatten, einen Teil meines eigenen Beitrags hier noch zur Diskussion zu stellen -- beeilt euch, morgen ist Feierabend! ;-)


Für alle die, die es nicht zum Trendtag 2008 nach Hamburg geschafft haben, aber trotzdem mitreden wollen, hier die wichtigsten Sätze und Buzz-Words, die man von dort mitnehmen konnte:

Der Mensch steht im Mittelpunkt. Also im Weg.“ Ein großartiger Satz von Norbert Bolz, frei zitiert nach einem Philip-Morris Manager. Die heißen jetzt Altria und haben damit auch ihre Identität gewechselt. Genauso wie Karstadt, die heißen jetzt Arcandor oder Degussa heißt jetzt Evonik. (Aber da ich immer noch nicht ganz akzeptiert habe, dass Raider jetzt Twix heißt, wird es auch hier ein paar Jahrzehnte dauern, bis ich mir das merken kann)

Wenn wir in ins rein schauen, dann ist da nichts.“ Wieder Norbert Bolz. Nachdem uns die Selbstverwirklichung nichts gebracht hat, „erscheint es sehr viel interessanter, Identität zu konstruieren.“

Abraham Maslow und Karl Marx sind aktueller denn je. Die gute alte Bedürfnispyramide wird erweitert um den Begriff „Selbsttranszendenz“. Wir sind also an der Spitze angekommen und auch schon darüber hinweg.

Dies gilt besonders für die „Kreative Gesellschaft“, die Richard Florida skizzierte und mit der er auch Marx „Arbeiterklasse“ fortschreibt.

We construct ourself” betont Richard Florida und Peter Wippermann setzt noch eines drauf, denn er sieht Selbstoptimierung als Trend unter dem Motto: Heathstyle ersetzt Lifestyle.

Der Persönlichkeitsmarkt boomt. Luxus ist convenient. David Bosshart zeigt eine neue Definition des Statusbegriffes, der sich ganz einfach aus der Frage klärt: „Who are you dining with?“. Dein Partner zur Abendessen gibt dir also mehr Status als die Rolex am Handgelenk.

Schlimmstes Wort der Veranstaltung: “Siemensierung als Megatrend“, womit Überkomplexität und Verflechtung als langfristiges Phänomen gemeint war. Aber die Kollegen bei Siemens wissen ja selbst, dass sie jede Menge zu tun haben.

Schönstes Wort der Veranstaltung: “If a reader is not in the story, he will not listen.” So wahr.

Beste Beschreibung der eigenen Identität: “I am a nerd. I mean, a nerd nerd.” Damit war allen klar, was Dick Hardt meinte. Seinen Vortrag gibts beim Trendtag und auf Youtube.

Das Buzz-Wort mit Zukunft: „Auktionskultur“. Der Sekundärmarkt wird immer stärker und anstatt Besitz anzusammeln, gewöhnen wir uns daran, Dinge nur für kurze Zeit besitzen. Es lebe ebay

Mehr zum 13. Deutschen Trentag hier. PR ist Identitätsmanagement, daher ist Ketchum Partner des Trendtages.



Martin „hard bloggin' scientist“ Ötting ist dieses Wochenende auf der EUROBLOG 2008 und berichtet von dort auf „connected marketing“, u.a. über fünf spannende PR2.0-Trends (http://www.connectedmarketing.de/cm/2008/03/euroblog-2008-2.html) von Steve Rubel, seines Zeichens Senior Vice President bei Edelman und natürlich Alpha-Blogger, Kolumnist, Whistleblower… (s.u.)

Rubel
"Mindblowing" ist auch Rubels Interview / Kapitel in dem soeben erschienenen Buch „Online Marketing Heroes“: Kostenloser Download (http://www.micropersuasion.com//42049c08.pdf)
“It’s not a matter of adapting your message; it’s a matter of adapting your approach.”


Zum Jahresbeginn haben wir heute eine qualitative Studie vorgestellt, die zusammen mit der GPRA Gesellschaft Public Relations Agenturen e. V. entstanden ist. Entscheider für Unternehmens- und Produktkommunikation in namhaften Unternehmen (u. a. dabei: ABB, Bosch, eBay, GEA, Microsoft, McDonalds, Nike, Otto, Puma, Ravensburger) wurden befragt, wie sich die PR auf den Strukturwandel der Kommunikation einstellen muss. Die Ergebnisse: Die Verknüpfung von Strategie und Kommunikation sowie die Auswahl passender Instrumente für differenzierte Zielgruppen wird schwieriger. Das erhöht die Anforderungen an transparente Prozesse, Evaluationsmethoden und die Zusammenarbeit mit Dienstleistern. Die Herausforderungen sind erkannt: PR-Entscheider sind mehrheitlich bereit, einen Teil ihrer weiterhin steigenden Budgets in fundierte Beratung zu technologischen und sozialen Entwicklungen, Pilotprojekte und neue Mitarbeiter zu investieren. Bisherige Geschäftsmodelle von PR-Agenturen bleiben zwar profitabel, bieten aber wenig Phantasie. Insgesamt konnten wir sechs Herausforderungen für Dienstleister identifizieren - ganz wichtig ist meiner Meinung nach dabei die von Thomas Mickeleit bereits angesprochene Kompetenz für Bewegtbild-Kommunikation. Dieses Thema wird die Branche in 2008 stark bewegen, vor allem im Zusammenhang mit IPTV.


Am Wochenende hat der Bombardier-Kommunikations-Direktor und Autor Frank Martin Hein in seinem grozügigen Loft in der Berliner Torstr. die Salon-Tradition im besten Sinne wieder belebt. Und nicht nur das. Sein Verdienst ist, ein Buch herausgegeben zu haben, dass auf die aktuellen Diskussionen in unserer Profession erheblichen Einfluss haben dürfte. In dem Harry-Potter-dicken Band mit 609 Seiten beschreiben Kommunikatoren aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungshintergründen den Einfluss der elektronischen Unternehmenskommunikation auf die Kultur eines Unternehmens.



Hallo Herr Vesper,

Sie haben Recht, derzeit kann man sich dem Thema CSR nicht entziehen. Allerorts forcieren Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement und wollen es als Werttreiber nutzen. „Gutes“ zu tun wird zur Pflicht. Trotz aller Bemühungen tun sich Unternehmen bisweilen schwer, soziale Kompetenz glaubwürdig zu vermitteln. Die Schwierigkeit liegt darin, einen ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verfolgen, z.B. Fair Trade als integraler Bestandteil jeder CSR-Strategie. Transparenz und Authentizität stehen an erster Stelle. Der Nachhaltigkeitsgedanke muss im Unternehmen nach innen und außen gelebt werden und in eine langfristige Strategie eingebunden werden. Über den „Boom des guten Gewissens“ werden wir am Montag, den 3.12.07 im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit folgenden Experten diskutieren: Prof. Thomas Mickeleit, Pressechef von Microsoft, Birgit Riess, Leiterin des CSR-Projektes der Bertelsmann Stiftung, Andreas Breitsprecher, Leitung Kommunikation Boehringer Ingelheim Pharma, Annette Reisinger, Autorin und Unternehmerin sowie Max Müller, Geschäftsführer der Gesellschaft für Kommunikation in Politik und Wirtschaft. Die F&H Kamingespräche finden um 19.30 Uhr in der Seidlvilla in München statt (Nikolaiplatz 1B). Letzte Anmeldungen werden unter info@f-und-h.de erbeten.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die LOHAS-Studie von F&H Porter Novelli aufmerksam machen, die wir in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Natural Marketing Institut im Sommer 2007 durchgeführt haben. LOHAS ist ein Akronym für „Lifestyle of Health and Sustainability“ und bedeutet eine auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensführung. In den USA gibt es bislang 40 Millionen LOHAS-Anhänger und in Europa sind es bereits über 49 Millionen. Globales Umweltbewusstsein setzt sich auf dem Markt immer mehr durch. Nachhaltigkeit wird in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Wachstumsfaktor für Markenwerte und die Kommunikation mit den Stakeholdern. Die Folge daraus ist, dass das ethische Verbraucherverhalten zunimmt, d.h. Konsumenten legen verstärkt Wert auf Marken und Produkte, die für Authentizität, Transparenz und Qualität stehen und mit ihren Kernüberzeugungen übereinstimmen. Verdichtet man die Trends des Wertewandels auf ihren Grundkern, dann ist es die Nachhaltigkeit, die im Fokus steht. Unternehmen sollten ihre Unternehmensstrategie auf diese neue Zielgruppe frühzeitig ausrichten. Den passiven Konsumenten gibt es nicht mehr.



Die Kommunikationswelt redet, schreibt und posted eifrig über Corporate (Social) Responsibility, dass einem schwindelig wird. In der Dezember-Ausgabe des PR Reports, die Ende dieser Woche erscheint, fragen wir, was es mit "Responsibility" im Wortsinne auf sich hat. Worin besteht "Verantwortung" in der Unternehmenskommunikaion? Wie konnte es eigentlich geschehen, dass ein ganzer Berufsstand von PR-Leuten mit diesem schmucken V-Begriff reflexartig unternehmerische Wohltaten in Verbindung bringt? Besteht Verantwortung nicht einfach "nur" darum, für die Folgen seines Handelns gerade zu stehen?

Meine These: Es wird viel über (Corporate-)Verantwortung sinniert, aber wenig über persönliche Verantwortung derer, die Unternehmenskommunikation betreiben. Aber lesen Sie selbst, wenn Sie mögen. Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare, hier bei media coffee wie drüben auf unserer Website.


So, jetzt sind wir also alle wieder zurück aus Berlin. Wieder an unseren Schreibtischen – zurück vom 4. Kommunikationsalmauftrieb in Berlin. Und die Kollegen fragen selbstverständlich: Wie war´s? Was in diesem Jahr eine ganz schwierige Frage ist, denn schnell ist man verleitet, die Highlights bzw. Lowlights der Speakersnight über zu betonen. Oder von gelungenen, pointierten und amüsanten Reden zu berichten, die leider vor einem total falschen Publikum gehalten wurden (Ob Peer Steinbrück zumindest nach der Veranstaltung erfahren hat, dass er vor Pressesprechern und eben nicht vor Journalisten gesprochen hat? Man sollte ihm aber den Tag auch nicht verderben, denn die Rede selbst war ja gut).


Ergebnisse einer Branchen-Umfrage zum Einsatz von 2.0-Werkzeugen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (PR-Agentur index, Berlin)

Plus: Kurzer Erfahrungsbericht unserer Pressekonferenz in SecondLife


Die Unternehmenskommunikation in Deutschland setzt offenbar deutlich stärker auf das Web und seine neuen interaktiven Kanäle als von vielen Kritikern vermutet. Andererseits überlegen sich die PR-Verantwortlichen wohl auch sehr genau, welche Instrumente sie wann einsetzen und welche nicht. So werden beispielsweise Pressekonferenzen zum überwiegenden Teil noch immer klassisch durchgeführt, wie eine soeben durchgeführte, unveröffentlichte Branchen-Umfrage der Berliner PR-Agentur index ergab. Lediglich 8% aller Befragten kombinieren das klassische Format mit Online-Werkzeugen, 3% setzen rein aufs Web und 2% auf SecondLife. Auch wir haben im 3D-Web vergangene Woche eine rein virtuelle PK durchgeführt (siehe Blogeinträge und Diskussion über SL als PR-Instrument). Beteiligung und Medienresonanz waren bescheiden (rund 20 Avatare), und mich konnte noch immer niemand davon überzeugen, dass die Technologien hier ausgereift sind. Server oder Applikation können da schon mal plötzlich versagen, und es kann dauern, bis alle Beteiligten die Sprachqualität über ihre Headsets eingepegelt haben. So kommt zu den üblichen Unwägbarkeiten einer PK noch die technische Unsicherheit hinzu, beispielsweise wenn man eine Frage nicht versteht, eine Geste „hängen bleibt“ oder plötzlich einer Kollegin die Haare wegfliegen -- was diese überhaupt nicht witzig fand! ;-)
Auch über die Anonymität und Authentizität von SecondLife muss man im Kontext einer PK nachdenken: Wer stellt mir da eigentlich diese unangenehme Frage? Muss ich bei meiner Antwort sonst noch jemanden im Raum beachten?
Äußerst angenehm fand ich es, gehört, aber nicht gesehen zu werden, dabei aber gleichzeitig doch gesehen zu werden, wenn ihr wisst, was ich meine. Ein bisschen wie ein Radiointerview mit selbstgewählter Kameraeinstellung: Man kann sich im Drehstuhl zurücklehnen, wenn man will die Füße auf den Tisch legen, Zigarre rauchen, was weiß ich, denn das Verhalten des Avatars steuert man ja per Tastatur und Maus / Joystick.
Auf jeden Fall braucht man für solch eine PK professionelle Partner (bei uns waren es pleon und enter the metaverse), und zwar nicht etwa nur aus programmiertechnischen Gründen, sondern auch, um Fragen des Missbrauchs vorzubauen. Theoretisch könnte jemand anonym die PK sabotieren oder stören, eigene Botschaften verbreiten etc.
Sicherlich nicht im Sinne der Erfinder, aber mein Fazit ist eine Kombination aus echter PK und virtuellem Abbild (für jene, die nicht extra anreisen können oder wollen), also sozusagen eine Weiterentwicklung der Idee zu einer PK Streams, Live-Chats und Videoconferencing anzubieten.
Der index-Umfrage zufolge hält die Hälfte der deutschen Pressesprecher journalistische Online-Medien wie netzeitung oder golem für „wichtig“ oder „sehr wichtig“, während gerade einmal 15% auch Weblogs in ihren Presseverteilern haben! Immerhin werden Blogs inzwischen von der PR stärker beobachtet als Newsgroups, wobei nach wie vor Online-Foren am stärksten beobachtetet werden. 12 Prozent der Pressesprecher werden zu Themen ihres eigenen Unternehmens in Weblogs aktiv. Im Vergleich zu Blogs, Podcasts, Videoportalen oder rss-Feeds sind übrigens „Virtuelle Welten“ als derzeitiges und zukünftiges PR-Instrument weit abgeschlagen – für die Verfasser der Studie ein eindeutiges Indiz, dass die PR den „Hype um SL & Co.“ kalt lässt.
Und wo informieren sich PR-Verantwortliche online am häufigsten? Ganz eindeutig bei Fachzeitschriften im Web, und dann kommt erst mal lange Zeit gar nichts – abgesehen von den Webseiten der Mitbewerber… ;-)


Die rege Podiumsdiskussion zum Thema „Evaluierung und Erfolgskontrolle in der PR“ habe ich als sehr interessant und bereichernd empfunden. Über 50 Gäste konnte ich am Abend in der Seidlvilla begrüßen - darunter einige Mitglieder des bayerischen Landesverbandes der Pressesprecher. Das Fazit der Veranstaltung lautet: PR Evaluierung ist die Pflicht und nicht die Kür. Und Erfolg ist messbar! Auch wenn es die unterschiedlichsten PR Tools gibt, mit denen man die Ergebnisse evaluieren kann. Angefangen von einfachen Bewertungen wie Clippings und Medienresonanzanalysen bis hin zu komplexen Schemata wie die Communication Scorecard, das Issue Forecasting oder das Stakeholder-Modell. Professor Günter Bentele identifizierte mehrere Trends in der PR: Das Berufsbild erfährt eine Professionalisierung, eine Feminisierung, eine Spezialisierung und eine Internationalisierung. Zudem werden ethische Aspekte wie das Vertrauen in den CEO immer wichtiger, d.h. der Trend zur wertbezogenen Kommunikation steigt. PR Evaluierung und die Unternehmensstrategie sollten Hand in Hand gehen und die Ergebnisse kontinuierlich bewertet und kontrolliert werden. Die Evaluierung dient als Maßstab für den Erfolg, als Indikator für Trends und mitunter als Rechtfertigung für Budgets.

Wir werden die Seidlvilla als Veranstaltungsort unserer Kamingespräche etablieren. Im Herbst findet die zweite F&H Veranstaltungsreihe zum Thema „PR & Journalismus - Spannungsfeld oder Partnerschaft?“ statt. Zu dieser Diskussionsreihe werden wir wieder Klienten, Kommunikationsfachleute, Industrievertreter und Journalisten einladen. Auch Sie sind zu gegebener Zeit natürlich herzlich eingeladen!