PR-Ausbildung


…müssen sie sich Spott gefallen lassen. Kurz vor Weihnachten noch ein kleiner Spaß aus der Kategorie „Wer den Schaden hat…“. Robert Hesse, mit dem ich in Leipzig studiert habe, ist drauf gestoßen.

Wo geschrieben wird, ist Abschreiben verboten: Bei Journalisten, bei PR´lern, an der Uni. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Abschreiben auch an Fachhochschulen verboten ist. Und eigentlich sollte man meinen, dass Fachhochschulen, an denen PR gelehrt wird, da besonders pingelig sind. - Nicht so die UMC Potsdam.

Denn dort schreiben nicht etwa die Studenten ab, sondern die UMC Potsdam schreibt bei Studenten ab. – Wohlgemerkt nicht bei den eigenen, sondern bei den PR-Studenten der Uni Leipzig.


...halte ich persönlich ja für ein überzeichnetes Phänomen: Richtig gute Leute werden gebraucht und haben entsprechend auch viele Möglichkeiten (und Angebote). Ich krieg´s ja ständig bei meinen Kommilitonen mit. Warum also das Rumgeheule? Das regelt der Markt.

Dieser Meinung bin ich nachwievor. Aber: Es gibt sie, die widerlichen Stellenausschreibungen. Und so muss es dafür ja auch (verzweifelte) Bewerber geben?!

Aktuelles Beispiel von der DPRG-Website: Da sucht eine Agentur mit "rund 80 festen Mitarbeitern" und einem "integrierten Ansatz" in der Denke einen Praktikanten: Erste Erfahrung in PR und Tourismus soll er mitbringen, einige Monate im Ausland gewesen sein und über sehr gute Englischkenntnisse verfügen, idealerweise noch Spanisch oder Italienisch sprechen. - Dafür gibt´s dann ein Praktikum bei wöchentlicher Arbeitszeit von 40 Stunden für sagenhafte 325 Euro im Monat. Der wahre Lohn: "Bei entsprechender Eignung besteht die Option auf Übernahme in ein Volontariat".

Soweit so gut. Anrüchig finde ich auch dieses Angebot schon, spannend wird´s dann aber erst, schaut man sich die nächste Stellenanzeige an:


Wie Sebastian Vesper schon berichtete, fand am Freitag in Leipzig das 3. LPRS-Forum statt – in diesem Jahr zu Ehren Professor Benteles 60. Geburtstag . Die Leipziger Public Relations Studenten und Ansgar Zerfaß richteten ihm ein Fest mit 500 Gästen aus, das sich wirklich sehen lassen konnte. - Ich bin noch immer begeistert davon, was meine Kommilitonen da auf die Beine gestellt haben. Deshalb hier zwei Videos vom Abend: Zum einen der Einleitungsfilm der Podiumsdiskussion, zum anderen ein Bildervideo der Veranstaltung inklusive LPRS-Alumnitreffen tags darauf. – Sie werden viele bekannte Gesichter wiedersehen…





12.04.2008: Benteles B-day

Großer Bahnhof gestern in Leipzig: Zum Sechzigsten ihres Institutsprofessors Günter Bentele hatten die Leipziger PR-Studenten ein Symposium unter dem Titel "Vertrauen und Kommunikation" organisiert: das 3. LPRS-Forum.



Im Gewandhaus fand sich so ziemlich alles ein, was in der Branche Rang und Namen hat. Bentele zeigte sich "umgehauen" von zwei Geschenken, die ihm seine Kollegen präsentierten: Stefan Wehmeier hatte Benteles Habil-Schrift ausgegraben und heimlich als Buch veröffentlicht, und Ansgar Zerfaß überreichte eine im selben Verlag erscheinende Festschrift, in der man wichtige Beiträge Benteles nun auch in englischer Sprache nachlesen kann.



Nach überstandener Podiumsdiskussion lobte Festredner Otfried Jarren seinen Weggefährten Bentele in einer ebenso lockeren wie würdevollen Laudatio als Wissenschaftler, Brückenbauer, Macher und Beschaffer, Initiator und Genussmenschen. Anschließend ging es in die Moritzbastei, wo bei "Sächsischen Tapas" (spontane Wortschöpfung des GPRA-Präsidenten) bis in den Morgen gefeiert wurde. 500 PR-Menschen in bester Frühlingslaune, eine Woche vor den PR Report Awards in Berlin. Fazit: Mal wieder gute PR für Leipzig.


Die Frage scheint in diesen Tagen aktueller denn je. Und nachdem hier alle schamlos Werbung für ihre Bücher, Studien, Awards und sonstigen Veranstaltungen machen, reihe ich mich gerne ein:

"Vertrauen und Kommunikation: Verspielen Wirtschaft und Politik ihr wichtigstes Kapital?" ist die Fragestellung des 3. LPRS-Forums am 11. April in Leipzig. Dank großzügiger Sponsoren kann das Forum in diesem Jahr im berühmten Gewandhaus stattfinden und wartet mit einem hochkarätigen Podium auf:

Prof. Dr. Hermut Kormann, langj. Vorstandsvorsitzender der Voith AG
Bascha Mika, Chefredakteurin der taz
Maximilian Schöberl, Leiter Kommunikation und Politik der BMW AG
Dr. Thomas Steg, Stv. Sprecher der Bundesregierung
Prof. Dr. Betteke van Ruler, Chair Public Relations Division, ICA International Communication Association / Washington D.C.

Die Runde wird vom Journalisten Michael Geffken moderiert, der vielen u.a. als langjähriger w&v-Chefredakteur bekannt sein dürfte.

Veranstaltet wird das LPRS-Forum in diesem Jahr zusammen mit der Uni Leipzig zu Ehren des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Günter Bentele. Nicht zuletzt deshalb dürfte sich die Veranstaltung als echter Branchentreff erweisen. Die Liste der bereits Angemeldeten läßt das jedenfalls vermuten.

Erwartet werden außerdem über 100 ehemalige Studenten von Professor Bentele, die heute in x Agenturen und Unternehmen in ganz Europa tätig sind. - Denn am Tag drauf veranstaltet der LPRS sein jährliches Alumnitreffen, dass ebenfalls mit einem spannenden Programm aufwartet. So werden etwa die LPRS-Fördermitglieder A&B One, Edelman, Fink & Fuchs, komm.passion, Neuland PR und Scholz & Friends die Alumni zur Diskussion an ihre Tische bitten.

Übrigens: Die Teilnahme am Forum ist grundsätzlich für alle Interessierten offen und kostenfrei, lediglich um Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten. - Sie sind herzlich eingeladen!

Werbeblock Ende, zurück zum Hauptfilm.


UNICUM BERUF sucht sammen mit KPMG aktuell den Professor des Jahres 2007. Mit untenstehendem Schreiben sucht der Verlag Teilnehmer, die über die Website www.Professor-des-Jahres.de ihr Votum abgeben. Ich setze diese Info in den Blog, da sich hier für die PR-Wirtschaft eine Chance bietet, der zunehmenden Zahl an teilweise hervorragenden Lehrstühlen für Kommunikationswissenschaften ihre Anerkennung auszudrücken. Schließlich sorgen diese Fakultäten dafür, dass unserer Branche eine stetig steigende Zahl immer besser ausgebildeter Nachwuchskräfte zur Verfügung steht. Mein Tip: 5 Minuten Zeit investieren.



Public Relations ist ein Arbeitsfeld mit Zukunft und die Nachfrage nach qualifiziertem Personal steigt. Gut ausgebildete PR-Profis werden wieder verstärkt gesucht. Die Investition in Mitarbeiter als Leistungsträger des Unternehmens ist eine Investition in die Zukunft. Das Vertrauen und die Wertschätzung der Mitarbeiter stehen dabei an erster Stelle. Individuelle Stärken müssen gefördert und Potenziale ausgeschöpft werden. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter in ihrer Zielerreichung unterstützen und auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Ich selbst sehe mich als Coach meiner PR-BeraterInnen. Wichtig ist zudem, dass diese auf dem aktuellen Stand sind, beispielsweise bei agenturpolitischen Entscheidungen oder branchenrelevanten Prozessen. Informierte Mitarbeiter bringen mehr Leistung und sind ergo motivierter und erfolgreicher.

Um dies zu gewährleisten, wurden bei F&H Porter Novelli zwei neue Stellen geschaffen: die des Direktor für Personalpolitik und die der Pressereferentin. Regelmäßige Mitarbeitergespräche, interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen wie Englischunterricht, Junior's Day für PR-Neulinge, Newsletter, Fachvorträge, Diskussionsrunden, Seminare und Porter Novelli Workshops sowie der rege Austausch mit Journalisten tragen dazu bei, dass sich unsere PR-Teams für den Klientenkontakt qualifizieren und stets am Puls der Zeit sind. Schwierig gestaltet sich aber oftmals die Suche nach geeigneten PR-Fachleuten. Neben fachlichem Know-how spielen natürlich Soft Skills wie Kommunikationsstärke, Empathie, strategisches Denken und Kreativität eine große Rolle. Vor einiger Zeit habe ich im Rahmen einer depak-Podiumsrunde bei Microsoft das Thema „Karrierewege in der PR“ mitdiskutiert. Die Nachfrage nimmt zu, aber gut ausgebildete PR-Leute sind rar.





Vergangenes Wochenende fand in Leipzig das 2. Alumni-Treffen des LPRS - Leipziger Public Relations Studenten e.V. statt. Die zwei Tage boten interessante Diskussionen und Workshops sowie jede Menge Raum zum Austausch in wirklich guter Atmosphäre. Als Gastredner war ich sehr positiv überrascht, auf welchem Niveau dieser Studentenverein arbeitet und was die Kollegen insgesamt auf die Beine gestellt haben. Letztlich ein weiteres Indiz für das Engagement und die Qualität der Ausbildung an der Universität Leipzig.

Inhaltlich einer Höhepunkte war das LPRS-Forum


Wie vermeldet ist mit Jean Baudrillard einer der großen modernen Philosophen und Medientheoretiker gestorben. Sicher wird diese Meldung nur wenige Menschen wirklich interessieren, gehören doch Philosophen heute kaum zu den Menschen, die großen Einfluss auf die Mehrheit der Bevölkerung haben. Schade eigentlich.

Aber Baudrillard hat dies sicher verstanden. War ihm doch die Funktionsweise von Medien und die Entstehung von "Wirklichkeit" - und damit Wirkung - so vertraut, dass er schon seit Jahrzehnten Dinge erahnte, die heute Realität geworden sind (wobei das Wort "Realität" eigentlich gerade bei ihm nicht passt).

Der SPIEGEL ONLINE Nachruf zieht einen direkten Bogen von Baudrillards Schriften zur virtuellen Welt Second Life - was ja auch naheliegt (ein Kommentar in SZ Online verdammt diese Deutung jedoch auf recht "amüsante" Weise). War doch die Virtualisierung der Realität durch die digitalen / elektronischen Medien eines der Hauptthemen seines Denkens.

Ich bedauere es, dass generell zu wenig Zeit vorhanden ist, um sich als PR-Spezialist oder Medienkenner mit diesen Themen ausführlicher zu befassen. Im Rahmen einer kleinen persönlichen Umfrage konnte mir kein Befragter sagen, was es mit Baudrillard auf sich hat. Praxisferne ist sicher ein großes Manko in der heutigen Ausbildung - aber manchmal denke ich, dass auch ein bisschen mehr ausgeprägte Theorienähe manchmal nicht schaden könnte, um Prozesse in der Entstehung von Nachrichten zu verstehen, zu deuten - und in die eigene Arbeit einfließen zu lassen.

Aber wahrscheinlich spricht hier nur der in der Realität gelandete Ex-Geisteswissenschaftler.


Ulf J. Froitzheim, seit über 20 Jahren Journalist, zeichnete ein frisches und mutiges Bild des Qualitätsjournalismus der Zukunft beim Nextperts Breakfast gestern in München.
Er selbst als Journalist traute er sich, den Glauben an unabhängigen Journalismus gut durchzuschütteln und in Frage zu stellen.
Er forderte klare Qualitätssicherungssysteme und zeigte anschaulich, dass diese selbst bei Topmedien, deren Medienmarke höchste Glaubwürdigkeit genießt, schon lange nicht mehr selbstverständlich sind. Ohne jegliche Betriebsblindheit und sehr realistisch legte er den Finger in die Wunde der wichtigsten Treiber dieses „Verfalles“: Geldmangel und Zeitmangel.