Cause-Related Marketing


Kaum beschäftigt man sich mit einem Thema intensiver, sieht man es überall. Mir geht es jedenfalls so mit dem Thema Gendermarketing. Seit dies ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist, springt mich das Thema förmlich überall an. Geht es Ihnen auch so? Das SZ magazin analysiert, was Frauen wirklich wählen, Spielgel online deklariert die wachsende Stärke der Frauen in Unternehmenspositionen als "Sache des Willens", das Weltwirtschaftforum betont die Bedeutung von Frauen in gesellschaftspolitischen Fragestellungen.
Ja schön, dass - vor allem die Herren – die wachsende Macht der Frauen so betonen. Dabei ernüchterten mich erst vor kurzem die Diskussion in einer Think-Tank Veranstaltung in München zum Thema Gendermarketing.
Gendermarketing-Experting Diana Jaffé, die sich auf diese besondere Form des Marketings spezialisiert hat, prangerte an, wie einfach es sich Produktentwickler immer noch machen, wenn sie Produkte für Frauen konzipieren. „Shrink it and pink it“ ist immer noch ein gängiger Ansatz, der in der Regel fehlschlägt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass weniger als acht Prozent der Frauen die Farbe Pink als ihre Lieblingsfarbe sehen. Jaffé präsentierte aber auch eine Alternative. Spannenderweise abgeleitet aus der Autismusforschung. Schockierend für die Herren: Authisten sind zu 80 % Männer.


Gestern hat Edelman weltweit seine erste 9-Länder-Studie zum Thema "Good Purpose" - Gesellschaftliches Engagement von Marken und Konsumenten - veröffentlicht.
Toplines: 9 von 10 der befragten 5.500 Konsumenten sehen es als ihre Verpflichtung, aktiv zum Umweltschutz und zu anderen gesellschaftlichen Belangen beizutragen. 64% der Deutschen sehen sich sogar aktiver in ihrem Engagement als noch vor zwei Jahren. Ist das verwunderlich? Nein, es bestätigt eher - denn CSR und Cause Related Marketing sind zum Trendthema geworden, Menschen wie Du und ich trauen der Politik nicht mehr zu, die Lösung der Probleme allein in die Hand zu nehmen, und immer mehr Individuen gehen mit gutem Beispiel voran.
Muss Markenkommunikation auf Basis dieser Ergebnisse Strategien überdenken? Ich meine ja.