Branchentreff


Für alle die, die es nicht zum Trendtag 2008 nach Hamburg geschafft haben, aber trotzdem mitreden wollen, hier die wichtigsten Sätze und Buzz-Words, die man von dort mitnehmen konnte:

Der Mensch steht im Mittelpunkt. Also im Weg.“ Ein großartiger Satz von Norbert Bolz, frei zitiert nach einem Philip-Morris Manager. Die heißen jetzt Altria und haben damit auch ihre Identität gewechselt. Genauso wie Karstadt, die heißen jetzt Arcandor oder Degussa heißt jetzt Evonik. (Aber da ich immer noch nicht ganz akzeptiert habe, dass Raider jetzt Twix heißt, wird es auch hier ein paar Jahrzehnte dauern, bis ich mir das merken kann)

Wenn wir in ins rein schauen, dann ist da nichts.“ Wieder Norbert Bolz. Nachdem uns die Selbstverwirklichung nichts gebracht hat, „erscheint es sehr viel interessanter, Identität zu konstruieren.“

Abraham Maslow und Karl Marx sind aktueller denn je. Die gute alte Bedürfnispyramide wird erweitert um den Begriff „Selbsttranszendenz“. Wir sind also an der Spitze angekommen und auch schon darüber hinweg.

Dies gilt besonders für die „Kreative Gesellschaft“, die Richard Florida skizzierte und mit der er auch Marx „Arbeiterklasse“ fortschreibt.

We construct ourself” betont Richard Florida und Peter Wippermann setzt noch eines drauf, denn er sieht Selbstoptimierung als Trend unter dem Motto: Heathstyle ersetzt Lifestyle.

Der Persönlichkeitsmarkt boomt. Luxus ist convenient. David Bosshart zeigt eine neue Definition des Statusbegriffes, der sich ganz einfach aus der Frage klärt: „Who are you dining with?“. Dein Partner zur Abendessen gibt dir also mehr Status als die Rolex am Handgelenk.

Schlimmstes Wort der Veranstaltung: “Siemensierung als Megatrend“, womit Überkomplexität und Verflechtung als langfristiges Phänomen gemeint war. Aber die Kollegen bei Siemens wissen ja selbst, dass sie jede Menge zu tun haben.

Schönstes Wort der Veranstaltung: “If a reader is not in the story, he will not listen.” So wahr.

Beste Beschreibung der eigenen Identität: “I am a nerd. I mean, a nerd nerd.” Damit war allen klar, was Dick Hardt meinte. Seinen Vortrag gibts beim Trendtag und auf Youtube.

Das Buzz-Wort mit Zukunft: „Auktionskultur“. Der Sekundärmarkt wird immer stärker und anstatt Besitz anzusammeln, gewöhnen wir uns daran, Dinge nur für kurze Zeit besitzen. Es lebe ebay

Mehr zum 13. Deutschen Trentag hier. PR ist Identitätsmanagement, daher ist Ketchum Partner des Trendtages.



Wie Sebastian Vesper schon berichtete, fand am Freitag in Leipzig das 3. LPRS-Forum statt – in diesem Jahr zu Ehren Professor Benteles 60. Geburtstag . Die Leipziger Public Relations Studenten und Ansgar Zerfaß richteten ihm ein Fest mit 500 Gästen aus, das sich wirklich sehen lassen konnte. - Ich bin noch immer begeistert davon, was meine Kommilitonen da auf die Beine gestellt haben. Deshalb hier zwei Videos vom Abend: Zum einen der Einleitungsfilm der Podiumsdiskussion, zum anderen ein Bildervideo der Veranstaltung inklusive LPRS-Alumnitreffen tags darauf. – Sie werden viele bekannte Gesichter wiedersehen…





12.04.2008: Benteles B-day

Großer Bahnhof gestern in Leipzig: Zum Sechzigsten ihres Institutsprofessors Günter Bentele hatten die Leipziger PR-Studenten ein Symposium unter dem Titel "Vertrauen und Kommunikation" organisiert: das 3. LPRS-Forum.



Im Gewandhaus fand sich so ziemlich alles ein, was in der Branche Rang und Namen hat. Bentele zeigte sich "umgehauen" von zwei Geschenken, die ihm seine Kollegen präsentierten: Stefan Wehmeier hatte Benteles Habil-Schrift ausgegraben und heimlich als Buch veröffentlicht, und Ansgar Zerfaß überreichte eine im selben Verlag erscheinende Festschrift, in der man wichtige Beiträge Benteles nun auch in englischer Sprache nachlesen kann.



Nach überstandener Podiumsdiskussion lobte Festredner Otfried Jarren seinen Weggefährten Bentele in einer ebenso lockeren wie würdevollen Laudatio als Wissenschaftler, Brückenbauer, Macher und Beschaffer, Initiator und Genussmenschen. Anschließend ging es in die Moritzbastei, wo bei "Sächsischen Tapas" (spontane Wortschöpfung des GPRA-Präsidenten) bis in den Morgen gefeiert wurde. 500 PR-Menschen in bester Frühlingslaune, eine Woche vor den PR Report Awards in Berlin. Fazit: Mal wieder gute PR für Leipzig.


Die Frage scheint in diesen Tagen aktueller denn je. Und nachdem hier alle schamlos Werbung für ihre Bücher, Studien, Awards und sonstigen Veranstaltungen machen, reihe ich mich gerne ein:

"Vertrauen und Kommunikation: Verspielen Wirtschaft und Politik ihr wichtigstes Kapital?" ist die Fragestellung des 3. LPRS-Forums am 11. April in Leipzig. Dank großzügiger Sponsoren kann das Forum in diesem Jahr im berühmten Gewandhaus stattfinden und wartet mit einem hochkarätigen Podium auf:

Prof. Dr. Hermut Kormann, langj. Vorstandsvorsitzender der Voith AG
Bascha Mika, Chefredakteurin der taz
Maximilian Schöberl, Leiter Kommunikation und Politik der BMW AG
Dr. Thomas Steg, Stv. Sprecher der Bundesregierung
Prof. Dr. Betteke van Ruler, Chair Public Relations Division, ICA International Communication Association / Washington D.C.

Die Runde wird vom Journalisten Michael Geffken moderiert, der vielen u.a. als langjähriger w&v-Chefredakteur bekannt sein dürfte.

Veranstaltet wird das LPRS-Forum in diesem Jahr zusammen mit der Uni Leipzig zu Ehren des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Günter Bentele. Nicht zuletzt deshalb dürfte sich die Veranstaltung als echter Branchentreff erweisen. Die Liste der bereits Angemeldeten läßt das jedenfalls vermuten.

Erwartet werden außerdem über 100 ehemalige Studenten von Professor Bentele, die heute in x Agenturen und Unternehmen in ganz Europa tätig sind. - Denn am Tag drauf veranstaltet der LPRS sein jährliches Alumnitreffen, dass ebenfalls mit einem spannenden Programm aufwartet. So werden etwa die LPRS-Fördermitglieder A&B One, Edelman, Fink & Fuchs, komm.passion, Neuland PR und Scholz & Friends die Alumni zur Diskussion an ihre Tische bitten.

Übrigens: Die Teilnahme am Forum ist grundsätzlich für alle Interessierten offen und kostenfrei, lediglich um Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten. - Sie sind herzlich eingeladen!

Werbeblock Ende, zurück zum Hauptfilm.


Kaum beschäftigt man sich mit einem Thema intensiver, sieht man es überall. Mir geht es jedenfalls so mit dem Thema Gendermarketing. Seit dies ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist, springt mich das Thema förmlich überall an. Geht es Ihnen auch so? Das SZ magazin analysiert, was Frauen wirklich wählen, Spielgel online deklariert die wachsende Stärke der Frauen in Unternehmenspositionen als "Sache des Willens", das Weltwirtschaftforum betont die Bedeutung von Frauen in gesellschaftspolitischen Fragestellungen.
Ja schön, dass - vor allem die Herren – die wachsende Macht der Frauen so betonen. Dabei ernüchterten mich erst vor kurzem die Diskussion in einer Think-Tank Veranstaltung in München zum Thema Gendermarketing.
Gendermarketing-Experting Diana Jaffé, die sich auf diese besondere Form des Marketings spezialisiert hat, prangerte an, wie einfach es sich Produktentwickler immer noch machen, wenn sie Produkte für Frauen konzipieren. „Shrink it and pink it“ ist immer noch ein gängiger Ansatz, der in der Regel fehlschlägt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass weniger als acht Prozent der Frauen die Farbe Pink als ihre Lieblingsfarbe sehen. Jaffé präsentierte aber auch eine Alternative. Spannenderweise abgeleitet aus der Autismusforschung. Schockierend für die Herren: Authisten sind zu 80 % Männer.


Wieso die DPRG in dieser Stadt ihren PR-Tag 2007 abhält, erklärt sich schnell aus der frischen Begeisterung mit der Landesgruppenchefin Ruth Witteler-Koch die ca. 300 Gäste in NRW begrüsst. Etwas später im Programm kommt auch der Oberbürgermeister der Stadt Essen zu Wort, Dr. Wolfgang Reiniger. Er präsentiert nicht nur die preisgekrönte PR-Kampagne der Stadt Essen zur Nominierung Weltkulturhauptstadt 2010, sondern er macht auch so Lust auf die Stadt, dass manche Teilnehmer es bedauern, nicht mehr Zeit mitgebracht zu haben. Schön an dem Vortrag ist auch, dass er subtil das Thema behandelt: eine Stadt als Produkt anbieten.
Einen ähnlichen Aha-Effekt erzielt auch Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, denn er spricht über "Glaube als Produkt". Mit fröhlichem Schwung frisch zurück vom Kirchentag und der Souveränität eines erfahrenen Predigers führt er die Zuhörer in wenigen Minuten durch 2000 Jahre Glaubenskommunikation mit einer besonderen Replik an Luther, den er für einen der besten PRler und Marketer hält. Obgleich er sich mit dem Vergleich "Glaube als Produkt" schwer tut und uns erinnert, dass Glaube eine jedem Menschen tief inne liegende Anlage ist und nicht ein Produkt, das man verkaufen kann. Doch im Rahmen der Veranstaltung lässt er sich auf die Gedankenreise ein und präsentiert sehr anschaulich die Kommunikationskampagnen - ob erfolgreich oder nicht - der Evangelischen Kirche.
Ich will Jörg Hoepfner, Dissertant der Uni Leipzig, nichts Schlechtes, wenn ich nur ganz kurz auf seinen Vortrag eingehe. Doch aus der Alltagssicht einer Agentur bestätigte er mit eindrucksvollen Zahlen Wohlbekanntes. Er befragte die Marken-PR-Verantwortlichen von über 100 Unternehmen in Deutschland, wo sie im Unternehmen angedockt sind und wie sie sich strategisch einbringen. Es beschleicht den Zuhörer das Gefühl, dass er sich um das Thema "Produkt PR" herumdrücken will und fluxs ausweicht auf "Marken PR". Dabei ist das doch eigentlich was anderes.
Auch der nächste Redner, Matthias Mehlen, Senior Department Head Corporate Affairs bei McDonalds räumt gleich zu Beginn ein, dass sein Unternehmen Produkt PR eigentlich gar nicht macht. Sollte dass das Credo der PR-Tages werden: "Tod der Produkt PR - es lebe die Marken PR?" Zumindest leitet Mehlen souverän über in den Bereich Qualitätskommunikation und präsentiert dies als wesentliches Element der Produktkommunikation. Obwohl erst seit April bei McD repräsentiert er das Unternehmen sympatisch und stellt den verdutzten PRlern vor, dass er über einen substanziellen Mediaetat verfügt und bezahlte Kommunikation als legitimen Baustein der Public Relations sieht. Das ist moderne Kommunikation. Keine Abgrenzung zwischen Marketing oder PR, sondern eher eine Unterscheidung zwischen "faktenorientierter Kommunikation" und "emotionaler Kommunikation". Ein Ansatz, der endlich weiter führt. Und bei aller strukturierter Darstellung



Heute Abend startet in Hamburg unsere neue media coffee-Reihe. Thema: "Von der Edelfeder zum Contentlieferanten? - Printmedien im Wandel". Köln, Frankfurt, München und Berlin sind unsere weiteren Stationen. Wie sieht die Zukunft des Printjournalismus aus?
Printmedien im Wandel
Welche Konzepte verfolgen die Verlage? Was bringen die Investments im Internet? Was bedeuten all diese Veränderungen letztendlich für die PR?

Ich werde das eine oder andere Statement direkt von der Veranstaltung aus posten und noch heute Abend eine kurze Zusammenfassung vom media coffee liefern. Heute diskutieren bei uns:

* Kuno Haberbusch, Leiter des Medienmagazins "ZAPP", NDR
* Dr. Wilm Herlyn, Chefredakteur, Deutsche Presse-Agentur (dpa)
* Jan-Eric Peters, Direktor, Axel-Springer-Akademie
* Holger Stark, Stellv. Ressortleiter Deutschland und Büroleiter Berlin, "DER SPIEGEL"
* Frank Thomsen, Chefredakteur, Stern.de und Geschäftsführender Redakteur, "Stern"
* Annette Hillebrand, Direktorin der Akademie für Publizistik (Moderation)

Unsere weiteren Termine: 14. Juni in Köln, 3. Juli in Frankfurt, 17. Juli in München und im September in Berlin.


Die rege Podiumsdiskussion zum Thema „Evaluierung und Erfolgskontrolle in der PR“ habe ich als sehr interessant und bereichernd empfunden. Über 50 Gäste konnte ich am Abend in der Seidlvilla begrüßen - darunter einige Mitglieder des bayerischen Landesverbandes der Pressesprecher. Das Fazit der Veranstaltung lautet: PR Evaluierung ist die Pflicht und nicht die Kür. Und Erfolg ist messbar! Auch wenn es die unterschiedlichsten PR Tools gibt, mit denen man die Ergebnisse evaluieren kann. Angefangen von einfachen Bewertungen wie Clippings und Medienresonanzanalysen bis hin zu komplexen Schemata wie die Communication Scorecard, das Issue Forecasting oder das Stakeholder-Modell. Professor Günter Bentele identifizierte mehrere Trends in der PR: Das Berufsbild erfährt eine Professionalisierung, eine Feminisierung, eine Spezialisierung und eine Internationalisierung. Zudem werden ethische Aspekte wie das Vertrauen in den CEO immer wichtiger, d.h. der Trend zur wertbezogenen Kommunikation steigt. PR Evaluierung und die Unternehmensstrategie sollten Hand in Hand gehen und die Ergebnisse kontinuierlich bewertet und kontrolliert werden. Die Evaluierung dient als Maßstab für den Erfolg, als Indikator für Trends und mitunter als Rechtfertigung für Budgets.

Wir werden die Seidlvilla als Veranstaltungsort unserer Kamingespräche etablieren. Im Herbst findet die zweite F&H Veranstaltungsreihe zum Thema „PR & Journalismus - Spannungsfeld oder Partnerschaft?“ statt. Zu dieser Diskussionsreihe werden wir wieder Klienten, Kommunikationsfachleute, Industrievertreter und Journalisten einladen. Auch Sie sind zu gegebener Zeit natürlich herzlich eingeladen!



Zunehmend lässt sich neben Politikern, die als Volksvertreter fast naturgemäß unter öffentlicher Beobachtung stehen, eine weitere Personengruppe identifizieren, auf denen ständig das wachsame Auge der Medien ruht: Die Führungsebene der großen Unternehmen in Deutschland.
Was Politiker auf ihrer "Ochsentour" in hohe Staatsämter bereits früh kennen gelernt haben ist für viele Manager oftmals eine neue und zunehmend auch schmerzhafte Erfahrung. Medien kommentieren und sezieren jeden größeren oder kleineren Fehltritt. Manager mit geringer Medienerfahrung stehen den stichwortartigen Verkürzungen in Schlagzeilenform, die einer zusammenhängenden Problematik nur selten gerecht werden oftmals staunend gegenüber.
Größer, lauter, provokanter: Um in der heutigen Mediengesellschaft noch die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser zu wecken, werden nicht nur die Schlagzeilen ständig überspitzter. Fast täglich wird eine neue mediale "Sau durchs Dorf getrieben", nicht zuletzt, um sich von den konkurrenzblättern abzugrenzen. Die Zeitung als berichterstattende Chronik, das ist längst nur noch Erinnerung an eine ferne Vergangenheit. Informationen werden zunehmend und immer schneller zur Ware auf der Jagd nach Quoten und Auflagen. Meldungen werden von Nachrichtenagenturen übernommen, ohne überprüft zu werden. Der tägliche Kampf um die Nachtichtenbilder hat deutlich an härte zugenommen.


21.01.2007: Back at DLD

So, nach einer längeren Blog-Auszeit, wird es Zeit, dass ich mich zurückmelde. Die Welt steht nicht still, das Internet schon gar nicht... und AOL erst recht nicht. ;-) Falls mich wieder einmal jemand fragt, warum ich hier über AOL schreibe: It's my Job ...und die Erfahrungen, die ich hier im mediacoffee-blog mache, sind ein Teil davon.
Was also bewegt mich dieser Tage? Morgen ist es mit Sicherheit die DLD-Conference in München.
DLD
Seit heute wird hier wieder digitale Geschichte geschrieben und ich freue mich, ab morgenmittag selbst mit dabei zu sein. Leider schaffe ich es nicht früher, da ich morgenfrüh noch Termine im AOL HQ in Hamburg habe. Glücklicherweise kann ich aber das Verpasste online nachvollziehen und es ist schon beeindruckend, was Stephanie Czerny und mein alter Freund Marcel Reichart dort auf die Beine gestellt haben. (CONGRATULATIONS!) Die deutsche Blogger-Szene wird berichten und ich bin gespannt, was die zahlreichen Diskussionen bringen werden.