Branchentreff
23.05.2008: Nicht beim Trendtag gewesen? Kein Problem
Von: Petra Sammer
„Der Mensch steht im Mittelpunkt. Also im Weg.“ Ein großartiger Satz von Norbert Bolz, frei zitiert nach einem Philip-Morris Manager. Die heißen jetzt Altria und haben damit auch ihre Identität gewechselt. Genauso wie Karstadt, die heißen jetzt Arcandor oder Degussa heißt jetzt Evonik. (Aber da ich immer noch nicht ganz akzeptiert habe, dass Raider jetzt Twix heißt, wird es auch hier ein paar Jahrzehnte dauern, bis ich mir das merken kann)
„Wenn wir in ins rein schauen, dann ist da nichts.“ Wieder Norbert Bolz. Nachdem uns die Selbstverwirklichung nichts gebracht hat, „erscheint es sehr viel interessanter, Identität zu konstruieren.“
Abraham Maslow und Karl Marx sind aktueller denn je. Die gute alte Bedürfnispyramide wird erweitert um den Begriff „Selbsttranszendenz“. Wir sind also an der Spitze angekommen und auch schon darüber hinweg.
Dies gilt besonders für die „Kreative Gesellschaft“, die Richard Florida skizzierte und mit der er auch Marx „Arbeiterklasse“ fortschreibt.
„We construct ourself” betont Richard Florida und Peter Wippermann setzt noch eines drauf, denn er sieht Selbstoptimierung als Trend unter dem Motto: Heathstyle ersetzt Lifestyle.
Der Persönlichkeitsmarkt boomt. Luxus ist convenient. David Bosshart zeigt eine neue Definition des Statusbegriffes, der sich ganz einfach aus der Frage klärt: „Who are you dining with?“. Dein Partner zur Abendessen gibt dir also mehr Status als die Rolex am Handgelenk.
Schlimmstes Wort der Veranstaltung: “Siemensierung als Megatrend“, womit Überkomplexität und Verflechtung als langfristiges Phänomen gemeint war. Aber die Kollegen bei Siemens wissen ja selbst, dass sie jede Menge zu tun haben.
Schönstes Wort der Veranstaltung: “If a reader is not in the story, he will not listen.” So wahr.
Beste Beschreibung der eigenen Identität: “I am a nerd. I mean, a nerd nerd.” Damit war allen klar, was Dick Hardt meinte. Seinen Vortrag gibts beim Trendtag und auf Youtube.
Das Buzz-Wort mit Zukunft: „Auktionskultur“. Der Sekundärmarkt wird immer stärker und anstatt Besitz anzusammeln, gewöhnen wir uns daran, Dinge nur für kurze Zeit besitzen. Es lebe ebay
Mehr zum 13. Deutschen Trentag hier. PR ist Identitätsmanagement, daher ist Ketchum Partner des Trendtages.
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12.04.2008: Benteles B-day

Im Gewandhaus fand sich so ziemlich alles ein, was in der Branche Rang und Namen hat. Bentele zeigte sich "umgehauen" von zwei Geschenken, die ihm seine Kollegen präsentierten: Stefan Wehmeier hatte Benteles Habil-Schrift ausgegraben und heimlich als Buch veröffentlicht, und Ansgar Zerfaß überreichte eine im selben Verlag erscheinende Festschrift, in der man wichtige Beiträge Benteles nun auch in englischer Sprache nachlesen kann.

Nach überstandener Podiumsdiskussion lobte Festredner Otfried Jarren seinen Weggefährten Bentele in einer ebenso lockeren wie würdevollen Laudatio als Wissenschaftler, Brückenbauer, Macher und Beschaffer, Initiator und Genussmenschen. Anschließend ging es in die Moritzbastei, wo bei "Sächsischen Tapas" (spontane Wortschöpfung des GPRA-Präsidenten) bis in den Morgen gefeiert wurde. 500 PR-Menschen in bester Frühlingslaune, eine Woche vor den PR Report Awards in Berlin. Fazit: Mal wieder gute PR für Leipzig.
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"Vertrauen und Kommunikation: Verspielen Wirtschaft und Politik ihr wichtigstes Kapital?" ist die Fragestellung des 3. LPRS-Forums am 11. April in Leipzig. Dank großzügiger Sponsoren kann das Forum in diesem Jahr im berühmten Gewandhaus stattfinden und wartet mit einem hochkarätigen Podium auf:
Prof. Dr. Hermut Kormann, langj. Vorstandsvorsitzender der Voith AG
Bascha Mika, Chefredakteurin der taz
Maximilian Schöberl, Leiter Kommunikation und Politik der BMW AG
Dr. Thomas Steg, Stv. Sprecher der Bundesregierung
Prof. Dr. Betteke van Ruler, Chair Public Relations Division, ICA International Communication Association / Washington D.C.
Die Runde wird vom Journalisten Michael Geffken moderiert, der vielen u.a. als langjähriger w&v-Chefredakteur bekannt sein dürfte.
Veranstaltet wird das LPRS-Forum in diesem Jahr zusammen mit der Uni Leipzig zu Ehren des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Günter Bentele. Nicht zuletzt deshalb dürfte sich die Veranstaltung als echter Branchentreff erweisen. Die Liste der bereits Angemeldeten läßt das jedenfalls vermuten.
Erwartet werden außerdem über 100 ehemalige Studenten von Professor Bentele, die heute in x Agenturen und Unternehmen in ganz Europa tätig sind. - Denn am Tag drauf veranstaltet der LPRS sein jährliches Alumnitreffen, dass ebenfalls mit einem spannenden Programm aufwartet. So werden etwa die LPRS-Fördermitglieder A&B One, Edelman, Fink & Fuchs, komm.passion, Neuland PR und Scholz & Friends die Alumni zur Diskussion an ihre Tische bitten.
Übrigens: Die Teilnahme am Forum ist grundsätzlich für alle Interessierten offen und kostenfrei, lediglich um Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten. - Sie sind herzlich eingeladen!
Werbeblock Ende, zurück zum Hauptfilm.
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30.01.2008: „Frauen denken anders“
Von: Petra Sammer
Ja schön, dass - vor allem die Herren – die wachsende Macht der Frauen so betonen. Dabei ernüchterten mich erst vor kurzem die Diskussion in einer Think-Tank Veranstaltung in München zum Thema Gendermarketing.
Gendermarketing-Experting Diana Jaffé, die sich auf diese besondere Form des Marketings spezialisiert hat, prangerte an, wie einfach es sich Produktentwickler immer noch machen, wenn sie Produkte für Frauen konzipieren. „Shrink it and pink it“ ist immer noch ein gängiger Ansatz, der in der Regel fehlschlägt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass weniger als acht Prozent der Frauen die Farbe Pink als ihre Lieblingsfarbe sehen. Jaffé präsentierte aber auch eine Alternative. Spannenderweise abgeleitet aus der Autismusforschung. Schockierend für die Herren: Authisten sind zu 80 % Männer.
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14.06.2007: Quo vadis Produkt PR - vom DPRG PR-Tag in Essen
Von: Petra Sammer
Einen ähnlichen Aha-Effekt erzielt auch Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, denn er spricht über "Glaube als Produkt". Mit fröhlichem Schwung frisch zurück vom Kirchentag und der Souveränität eines erfahrenen Predigers führt er die Zuhörer in wenigen Minuten durch 2000 Jahre Glaubenskommunikation mit einer besonderen Replik an Luther, den er für einen der besten PRler und Marketer hält. Obgleich er sich mit dem Vergleich "Glaube als Produkt" schwer tut und uns erinnert, dass Glaube eine jedem Menschen tief inne liegende Anlage ist und nicht ein Produkt, das man verkaufen kann. Doch im Rahmen der Veranstaltung lässt er sich auf die Gedankenreise ein und präsentiert sehr anschaulich die Kommunikationskampagnen - ob erfolgreich oder nicht - der Evangelischen Kirche.
Ich will Jörg Hoepfner, Dissertant der Uni Leipzig, nichts Schlechtes, wenn ich nur ganz kurz auf seinen Vortrag eingehe. Doch aus der Alltagssicht einer Agentur bestätigte er mit eindrucksvollen Zahlen Wohlbekanntes. Er befragte die Marken-PR-Verantwortlichen von über 100 Unternehmen in Deutschland, wo sie im Unternehmen angedockt sind und wie sie sich strategisch einbringen. Es beschleicht den Zuhörer das Gefühl, dass er sich um das Thema "Produkt PR" herumdrücken will und fluxs ausweicht auf "Marken PR". Dabei ist das doch eigentlich was anderes.
Auch der nächste Redner, Matthias Mehlen, Senior Department Head Corporate Affairs bei McDonalds räumt gleich zu Beginn ein, dass sein Unternehmen Produkt PR eigentlich gar nicht macht. Sollte dass das Credo der PR-Tages werden: "Tod der Produkt PR - es lebe die Marken PR?" Zumindest leitet Mehlen souverän über in den Bereich Qualitätskommunikation und präsentiert dies als wesentliches Element der Produktkommunikation. Obwohl erst seit April bei McD repräsentiert er das Unternehmen sympatisch und stellt den verdutzten PRlern vor, dass er über einen substanziellen Mediaetat verfügt und bezahlte Kommunikation als legitimen Baustein der Public Relations sieht. Das ist moderne Kommunikation. Keine Abgrenzung zwischen Marketing oder PR, sondern eher eine Unterscheidung zwischen "faktenorientierter Kommunikation" und "emotionaler Kommunikation". Ein Ansatz, der endlich weiter führt. Und bei aller strukturierter Darstellung

Ich werde das eine oder andere Statement direkt von der Veranstaltung aus posten und noch heute Abend eine kurze Zusammenfassung vom media coffee liefern. Heute diskutieren bei uns:
* Kuno Haberbusch, Leiter des Medienmagazins "ZAPP", NDR
* Dr. Wilm Herlyn, Chefredakteur, Deutsche Presse-Agentur (dpa)
* Jan-Eric Peters, Direktor, Axel-Springer-Akademie
* Holger Stark, Stellv. Ressortleiter Deutschland und Büroleiter Berlin, "DER SPIEGEL"
* Frank Thomsen, Chefredakteur, Stern.de und Geschäftsführender Redakteur, "Stern"
* Annette Hillebrand, Direktorin der Akademie für Publizistik (Moderation)
Unsere weiteren Termine: 14. Juni in Köln, 3. Juli in Frankfurt, 17. Juli in München und im September in Berlin.
01.06.2007: 01.06.2007: Resümee der F&H Kamingespräche
Wir werden die Seidlvilla als Veranstaltungsort unserer Kamingespräche etablieren. Im Herbst findet die zweite F&H Veranstaltungsreihe zum Thema „PR & Journalismus - Spannungsfeld oder Partnerschaft?“ statt. Zu dieser Diskussionsreihe werden wir wieder Klienten, Kommunikationsfachleute, Industrievertreter und Journalisten einladen. Auch Sie sind zu gegebener Zeit natürlich herzlich eingeladen!
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Was Politiker auf ihrer "Ochsentour" in hohe Staatsämter bereits früh kennen gelernt haben ist für viele Manager oftmals eine neue und zunehmend auch schmerzhafte Erfahrung. Medien kommentieren und sezieren jeden größeren oder kleineren Fehltritt. Manager mit geringer Medienerfahrung stehen den stichwortartigen Verkürzungen in Schlagzeilenform, die einer zusammenhängenden Problematik nur selten gerecht werden oftmals staunend gegenüber.
Größer, lauter, provokanter: Um in der heutigen Mediengesellschaft noch die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser zu wecken, werden nicht nur die Schlagzeilen ständig überspitzter. Fast täglich wird eine neue mediale "Sau durchs Dorf getrieben", nicht zuletzt, um sich von den konkurrenzblättern abzugrenzen. Die Zeitung als berichterstattende Chronik, das ist längst nur noch Erinnerung an eine ferne Vergangenheit. Informationen werden zunehmend und immer schneller zur Ware auf der Jagd nach Quoten und Auflagen. Meldungen werden von Nachrichtenagenturen übernommen, ohne überprüft zu werden. Der tägliche Kampf um die Nachtichtenbilder hat deutlich an härte zugenommen.
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21.01.2007: Back at DLD
Was also bewegt mich dieser Tage? Morgen ist es mit Sicherheit die DLD-Conference in München.

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