BdP


Spätestens nachdem der streitbare Kollege Gerhard Pfeffer, Chefredakteur des PR-Journal und ehem. Geschäftsführer der DPRG, soeben eine Abmahnung kassiert hat und diese auf seiner Webseite buchstäblich „gepfeffert“ diskutiert, sollte diese Debatte auch bei uns nicht fehlen. Die kritischsten Passagen im Originaltext hat Pfeffer allerdings gerade gelöscht.

Wer die Vorgeschichte verpasst hat: Es geht um eine einheitlichere Qualität der privaten Aus- und Weiterbildung im PR-Bereich, um unabhängige Prüfungen, um die Anerkennung von Abschlüssen und vor allem um die seit wenigen Tagen offiziell agierende „Prüfungs- und Zertifizierungs-Organisation der deutschen Kommunikationswirtschaft“ (PZOK) mit ihren Gesellschaftern BdP, DPRG und GPRA. Die ursprüngliche Direktorin samt Geschäftsführer sind zwischenzeitlich auf der Strecke geblieben (http://www.pr-fundsachen.de/?p=721). Kritiker sprechen von einer noch nie da gewesenen „Abzocke von Prüflingen“, was die PZOK vehement bestreitet.

Der BdP zieht ein ausnahmslos positives Fazit der ersten beiden Prüfungstage an der depak in Berlin.
ZITAT:
25 Studierende […] ließen sich von der PZOK […] prüfen. Sie werden erstmalig den Titel "PR-Berater(in)/-Referentin" (PZOK) erhalten, der künftig den Standard in der deutschen Kommunikationswirtschaft setzen soll.


Die Domain pzok.de verweist übrigens noch auf die GPRA beim pr-guide... ;-)


Hallo Herr Vesper,

Sie haben Recht, derzeit kann man sich dem Thema CSR nicht entziehen. Allerorts forcieren Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement und wollen es als Werttreiber nutzen. „Gutes“ zu tun wird zur Pflicht. Trotz aller Bemühungen tun sich Unternehmen bisweilen schwer, soziale Kompetenz glaubwürdig zu vermitteln. Die Schwierigkeit liegt darin, einen ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verfolgen, z.B. Fair Trade als integraler Bestandteil jeder CSR-Strategie. Transparenz und Authentizität stehen an erster Stelle. Der Nachhaltigkeitsgedanke muss im Unternehmen nach innen und außen gelebt werden und in eine langfristige Strategie eingebunden werden. Über den „Boom des guten Gewissens“ werden wir am Montag, den 3.12.07 im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit folgenden Experten diskutieren: Prof. Thomas Mickeleit, Pressechef von Microsoft, Birgit Riess, Leiterin des CSR-Projektes der Bertelsmann Stiftung, Andreas Breitsprecher, Leitung Kommunikation Boehringer Ingelheim Pharma, Annette Reisinger, Autorin und Unternehmerin sowie Max Müller, Geschäftsführer der Gesellschaft für Kommunikation in Politik und Wirtschaft. Die F&H Kamingespräche finden um 19.30 Uhr in der Seidlvilla in München statt (Nikolaiplatz 1B). Letzte Anmeldungen werden unter info@f-und-h.de erbeten.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die LOHAS-Studie von F&H Porter Novelli aufmerksam machen, die wir in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Natural Marketing Institut im Sommer 2007 durchgeführt haben. LOHAS ist ein Akronym für „Lifestyle of Health and Sustainability“ und bedeutet eine auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensführung. In den USA gibt es bislang 40 Millionen LOHAS-Anhänger und in Europa sind es bereits über 49 Millionen. Globales Umweltbewusstsein setzt sich auf dem Markt immer mehr durch. Nachhaltigkeit wird in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Wachstumsfaktor für Markenwerte und die Kommunikation mit den Stakeholdern. Die Folge daraus ist, dass das ethische Verbraucherverhalten zunimmt, d.h. Konsumenten legen verstärkt Wert auf Marken und Produkte, die für Authentizität, Transparenz und Qualität stehen und mit ihren Kernüberzeugungen übereinstimmen. Verdichtet man die Trends des Wertewandels auf ihren Grundkern, dann ist es die Nachhaltigkeit, die im Fokus steht. Unternehmen sollten ihre Unternehmensstrategie auf diese neue Zielgruppe frühzeitig ausrichten. Den passiven Konsumenten gibt es nicht mehr.



Bunt ging`s zu auf der Gründungsveranstaltung der EACD („European Association of Communication Directors“) an diesem Mittwoch in Brüssel. Wir zählten über 100 Kommunikatoren aus 23 verschiedenen Ländern! Der Pressesprecher der europäischen Grünen konnte (gegenseitiges Interesse natürlich vorausgesetzt) mit dem Kommunikationsmanager von Microsoft Europe plaudern, der Pressesprecher des maltesischen Außenministeriums hatte die Möglichkeit mit den Kommunikationsverantwortlichen von Telcom Italia oder Bayer zu reden.

Lebhaft diskutierten die Kollegen aus aller Herrn Länder dann auch über die Ziele und Aufgaben des neuen Verbandes. Die Beiträge reichten vom sonnigen Zypern, über Tschechien und Portugal bis ins eisige Norwegen. Die besten Ergebnisse wurden dann auch ganz im Sinne einer direkt gelebten europäischen Demokratie vom Vorstand (ein Deutscher, eine Französin, eine Finnin, ein Litauer und ein Ire) sofort in die neue Satzung übernommen.

Hier nun kurz zusammengefasst die Ziele des EACD: Er will Lobbyarbeit für unsere Branche auf europäischer Ebene machen, er will die Professionalisierung des Berufsstandes vorantreiben und sich für einheitliche Qualitätsstandards in ganz Europa einsetzen.

Ich finde, ein gesamteuropäisches Kommunikationsnetzwerk ist eine riesige Chance für jeden von uns! Und ich muss ehrlich sagen, dass ich bei dieser Mischung an Leuten, ihrer Kreativität und dem Engagement der Verantwortlichen vom Erfolg des Projektes absolut überzeugt bin! Deshalb kann ich jeden nur herzlich dazu einladen auch an Bord zu kommen!

Für nähre Information wenden Sie sich bitte direkt an den Präsident der EACD Herbert Heitmann ( Head of Global Communication SAP) an info@eacd-online.eu oder schauen Sie einfach auf der Homepage des Verbandes www.eacd-online.eu.

Es lohnt sich auf jeden Fall!


29.09.2006: Apfel der Erkenntnis

Für mich war gestern Abend auf der Speakersnight der Journalistenpreis „Goldener Apfel“ auch ein Apfel der Erkenntnis. Die Erleuchtung kam auf mehreren Ebenen während der Preisverleihung.

1. Es kann, entgegen meiner bisher geprägten Meinung, doch sinnvoll und wertvoll sein, dass ein Pressesprecherverband einen Journalistenpreis verleiht.

2. Man kann durch einen solchen Preis doch noch immer sehr außergewöhnliche Geschichten in den Medien entdecken (und das obwohl ich die ja beruflich beobachte), wie die des Gewinners der silbernen Apfels Bartholomäus Grill.

3. Der BdP hat den Arsch in der Hose, Journalisten, wie den Gewinner Markus Grill (Stern), auszuzeichnen. Das ist deshalb verwunderlich, weil dieser einzelnen (oder auch nur dem einem, der kräftig und peinlich während der Preisverleihung buhte) Pressesprechern auf die Füße getreten hatte. Die Jury befand jedoch, dass der Beitrag von Markus Grill professionell recherchiert und sauber gemacht wurde, dann ist es wohl erlaubt.

Alles in allem kann ich nur sagen: Respekt! Und ich freue mich auf den nächsten „Goldenen Apfel“.