BDZV


Unsere Kinder werden ja immer blöder. Kein Wunder, dass ihnen irgendwann auch das Zeitung lesen zu anstrengend wird und sie lieber vor StudiVZ abchillen. Nun ist aber genug entspannt! Eine Horde intellektueller Fackelträger drängt sich bald mit Macht in das Gewissen unserer Jugend. "Ihr müsst wieder Zeitung lesen!" heißt die Botschaft vom Kulturstaatsminister, dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL), dem Bundesverband Presse-Grosso, dem Deutschen Presserat, dem Verband Jugendpresse Deutschland (JPD), der Stiftung Presse-Grosso, dem Deutschen Journalistenverband (DJV), der Deutschen Journalistenunion/ver.di (dju), der Stiftung Lesen und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Auf Amtsdeutsch heißt die Initiative nicht etwa "Printmedien sind cool!" sondern "Nationale Initiative Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie". Mann, da wird es bald eng am Kiosk, wenn alle Pisa-geschwächten Jugendlichen versuchen, den Wust an Printmedien zu sondieren, um ihrer demokratischen Pflicht des Zeitungskaufs nachzukommen.

Aber wie immer gibt es in Deutschland wieder diese Nörgler, die die erhellende Wirkung unserer Printmedienlandschaft in Frage stellen. Pfui!


Marc Ziegler und das Team von TimeLabs haben mit der Studie „GridMedia – (Überlebes-) Strategien für Publisher im digitalen Zeitalter“ ein brisantes Statement zur Zukunft der Printmedien vorgelegt. Was immer man von der ein oder anderen polemischen Überspitzung oder einigen überflüssigen sachlichen Nachlässigkeiten halten mag: Selten sind die Konsequenzen des Web 2.0 für Tageszeitungen, Zeitschriften und Fachzeitschriften umfassender und schonungsloser analysiert worden.


Egal, wo sich Zeitungs- oder Zeitschriftenmacher in diesen Tagen treffen, um über die Zukunft des Geschäfts zu sprechen: Die „evil empires“ Google und Yahoo sind Thema. Die zentrale Frage lautet: Kooperation oder Konfrontation?

In der letzten Woche hatten der BDZV und die Publishing-Organisation ifra zu einem Local-Search-Kongreß nach Köln eingeladen. Die lokale Suche, da sind sich auch die regionalen Tageszeitungen einig, wird in Zukunft der wesentliche Zugang zu lokalen Nachrichten, Kleinanzeigen und Services sein. Noch ist das der Kernmarkt der Verlage. Google aber packt auf seinen Suchstandard immer neue lokale Angebote und Features.