Auftragsvergabe


Es ist überall auf der Welt dasselbe Spiel: Kaum stehen ausländische Konzerne zur Übernahme eines heimischen Unternehmens vor der Tür, ist die nationale Aufregung inklusive PR-Schlacht groß. Nein, es geht nicht um Deutschland – sondern um die USA. Die Hochburg des Kapitalismus ist da kein bisschen anders als andere Nationen.

Jüngste Beispiele: Der milliardenschwere Tankflugzeug-Auftrag an den europäischen EADS-Konzern soll zugunsten von Boeing gekippt werden und die mögliche Übernahme des US-Brauriesen Anheuser-Busch durch den belgischen InBev-Konzern gilt so manchen gleich als Ausverkauf Amerikas. Ganz zu schweigen vom Einstieg asiatischer Staatsfonds bei US-Banken im Zuge der Kreditkrise, als einige schon nach Gesetzen gegen zu starken ausländischen Einfluss aufs US-Finanzsystem riefen.

Vielen macht Globalisierung eben nur als Einbahnstraße Spaß. Ihre Verfechter sollten vielleicht erst einmal ihre Hausaufgaben machen, ehe sie so gern „Übernahme-Opfer“ andernorts belehren wollen.


Als Präsident des Wirtschaftsverbandes GPRA (Gesellschaft PR-Agenturen) beschäftige ich mich mit übergreifenden Themen, die für einzelne Mitglieder eher schwierig zu kommunizieren sind, da ihnen in erster Linie Eigeninteressen unterstellt werden könnten. Aktuell ist in diesen Tagen die Praxis der Vergabe von öffentlichen Aufträgen, wie zum Beispiel eine Ausschreibung des Bundespresseamtes.