Arbeisrecht


...halte ich persönlich ja für ein überzeichnetes Phänomen: Richtig gute Leute werden gebraucht und haben entsprechend auch viele Möglichkeiten (und Angebote). Ich krieg´s ja ständig bei meinen Kommilitonen mit. Warum also das Rumgeheule? Das regelt der Markt.

Dieser Meinung bin ich nachwievor. Aber: Es gibt sie, die widerlichen Stellenausschreibungen. Und so muss es dafür ja auch (verzweifelte) Bewerber geben?!

Aktuelles Beispiel von der DPRG-Website: Da sucht eine Agentur mit "rund 80 festen Mitarbeitern" und einem "integrierten Ansatz" in der Denke einen Praktikanten: Erste Erfahrung in PR und Tourismus soll er mitbringen, einige Monate im Ausland gewesen sein und über sehr gute Englischkenntnisse verfügen, idealerweise noch Spanisch oder Italienisch sprechen. - Dafür gibt´s dann ein Praktikum bei wöchentlicher Arbeitszeit von 40 Stunden für sagenhafte 325 Euro im Monat. Der wahre Lohn: "Bei entsprechender Eignung besteht die Option auf Übernahme in ein Volontariat".

Soweit so gut. Anrüchig finde ich auch dieses Angebot schon, spannend wird´s dann aber erst, schaut man sich die nächste Stellenanzeige an:


17.04.2008: ALDI schönen Sachen

Es ist, wie es ist: Geiz ist geil und billig will ich. Wer gibt schon gerne mehr aus als er muss? Wenn aber diese Preise damit einher gehen, dass Mensche ausgebeutet uns bespitzelt werden, kann ich dann nach dem Genuss meiner Discounter-Ware noch gut in der Bettwäsche vom Lidl-Grabbeltisch einschlafen? Kurzfristig scheinen dies die Bundesbürger mit „nein“ zu beantworten und bleiben nach dem Lidl-Skandal dem Handelsriesen fern. Endlich mal eine Entlastung für die durch chronische Unterbesetzung gestressten Verkäufer , mag man denken. Schon glaubt man an die Macht der Verbraucher und daran, dass es hier endlich mal den richtigen trifft, da kommt der Stern mit weiteren Enthüllungen um die Ecke: Die anderen Einzelhändler und sogar weitere Firmen spitzeln auch, teilweise sogar in den Damenumkleidekabinen der Belegschaft.

Schon wird der moralisch denkende Konsument wieder überfordert: „ Wo und vor allem was kann ich denn überhaupt noch kaufen?“ fragt sich der gestresste Verbraucher.

Und jetzt die Gretchenfrage an das hier versammelte Fachpublikum: Wie kommuniziert man denn richtig, wenn man diese Krise als Chance nutzen will? Wird Lidl mit dem ehemaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob punkten können?



Tags: Lidl / Stern / PR / Arbeisrecht