Sebastian Vesper

Chefredakteur PR Report, Haymarket Media GmbH

Seit fast einem Jahrzehnt bin ich Chefredakteur beim PR Report. Doch die Kontinuität der Visitenkarte trügt: Es war und ist in jedem Jahr ein neuer Job. Eigentlich wollte ich (Jahrgang 1972) ...

12.04.2008: Benteles B-day

Großer Bahnhof gestern in Leipzig: Zum Sechzigsten ihres Institutsprofessors Günter Bentele hatten die Leipziger PR-Studenten ein Symposium unter dem Titel "Vertrauen und Kommunikation" organisiert: das 3. LPRS-Forum.



Im Gewandhaus fand sich so ziemlich alles ein, was in der Branche Rang und Namen hat. Bentele zeigte sich "umgehauen" von zwei Geschenken, die ihm seine Kollegen präsentierten: Stefan Wehmeier hatte Benteles Habil-Schrift ausgegraben und heimlich als Buch veröffentlicht, und Ansgar Zerfaß überreichte eine im selben Verlag erscheinende Festschrift, in der man wichtige Beiträge Benteles nun auch in englischer Sprache nachlesen kann.



Nach überstandener Podiumsdiskussion lobte Festredner Otfried Jarren seinen Weggefährten Bentele in einer ebenso lockeren wie würdevollen Laudatio als Wissenschaftler, Brückenbauer, Macher und Beschaffer, Initiator und Genussmenschen. Anschließend ging es in die Moritzbastei, wo bei "Sächsischen Tapas" (spontane Wortschöpfung des GPRA-Präsidenten) bis in den Morgen gefeiert wurde. 500 PR-Menschen in bester Frühlingslaune, eine Woche vor den PR Report Awards in Berlin. Fazit: Mal wieder gute PR für Leipzig.


Es war harte Arbeit, doch es hat uns allen viel Spaß gemacht. Ebenso leidenschaftlich wie gewissenhaft hat die Jury die Finalisten der PR Report Awards 2008 ermittelt. Heute haben wir die Shortlist für den Branchenpreis veröffentlicht – in diesem Jahr mit einer ausführlichen inhaltlichen Kommentierung.



Die Kommunikationswelt redet, schreibt und posted eifrig über Corporate (Social) Responsibility, dass einem schwindelig wird. In der Dezember-Ausgabe des PR Reports, die Ende dieser Woche erscheint, fragen wir, was es mit "Responsibility" im Wortsinne auf sich hat. Worin besteht "Verantwortung" in der Unternehmenskommunikaion? Wie konnte es eigentlich geschehen, dass ein ganzer Berufsstand von PR-Leuten mit diesem schmucken V-Begriff reflexartig unternehmerische Wohltaten in Verbindung bringt? Besteht Verantwortung nicht einfach "nur" darum, für die Folgen seines Handelns gerade zu stehen?

Meine These: Es wird viel über (Corporate-)Verantwortung sinniert, aber wenig über persönliche Verantwortung derer, die Unternehmenskommunikation betreiben. Aber lesen Sie selbst, wenn Sie mögen. Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare, hier bei media coffee wie drüben auf unserer Website.


Das Gericht in Chemnitz hat heute entschieden, dass die Lokführergewerkschaft auch den Güter- und Fernverkehr bestreiken darf. Meine persönliche Geschichte des Tages hat auch mit Lokführern zu tun. Sie handelt allerdings nicht von kommunikativer Strategie und kalkuliertem Image. Sondern von kollektiver Romantik und von persönlicher Identifikation. Es ist eine Mikro-Geschichte, die das Makro-Thema Bahn (Privatisierung, Teilprivatisierung, Streik... etc.) nicht erklären kann. Aber illustrieren und vielleicht ergänzen. Die Geschichte trug sich heute früh um kurz vor acht zu, auf einem Bahnhof. Es war Günthers letzte Fahrt.


Gestern rief die Kollegin Ulrike Simon vom Tagesspiegel an. Ihr liege ein eindeutiges Angebot aus dem F.A.Z.-Institut vor: Für zehn Riesen pro Jahr könnten Agenturen Anzeigen kaufen und zwei Geschäftsführer-Artikel in der Zeitschrift „kommunikationsmanager“ platzieren, die das Institut gemeinsam mit der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) herausgibt. „Ein einmaliges Unterfangen“, schreibt Simon in der Samstags-Ausgabe des TSP unter der Headline „Der Geruch des Geldes“.