Petra Sammer

Managing & Creative Director, Ketchum Deutschland

Petra Sammer verantwortet als Geschäftsführerin die strategische und kreative Ausrichtung der Arbeit von Ketchum Deutschland. Startpunkt ihrer Karriere bei Ketchum war die Food & Nutrition ...
Unglücklicherweise habe ich mir die Mühe gemacht und das Manuskript zur Rede von Klaus Merten in Münster wirklich durchgelesen. Und da ich einige Zeit im Ausland war, ist mir der Sturm der Enttrüstung wohl entgangen. Jedenfalls fand ich auf der Suche nach Protest eine Pressemitteilung von Richard Gaul, also des DRPR, in dem Merten aufgefordert wird, darzustellen, wie die Branchen-Codices in der PR-Ausbildung, die er anbietet, gelehrt werden.
That´s it. Kein Wort von unseren Branchenverbänden. Kein Wort von herausragenden Pressesprechern oder Leitern Corporate Communications. Kein Wort von Agenturen.
Wollen wir uns den Nachwuchs wirklich durch solche seltsamen Vorträge verwirren lassen? Und sehen wir unser Berufs-Ethos genau so? Vielleicht deshalb das Schweigen. Ich bin da anderere Meinung. Ganz egal, ob Prof. Merten das Wort "Täuschung" positiv aufladen will oder nicht. Ganz egal wie "wissenschaftlich" er das zu argumentieren versucht. Ganz klar und vollkommen unwissenschaftlich ausgedrückt: ich sehe Täuschung nicht als Teil unseres Berufes und ich hoffe, es gibt Kollegen und Kolleginnen, die diese Meinung teilen.
Etwas mehr Klarheit würde ich mir hier auch von unseren Verbänden wünschen. Meine Recherche zu einer eindeutigen Position der DPRG verlief erfolglos, aber vielleicht habe ich auch nicht ausführlich gesucht. Nachfragen ist wohl besser als nachgucken. (Nachtrag in eigener Mission: ich bin nach 15 Jahren Berufserfahrung festen Willens, mich in meinen Berufsverband zu verlieben, auch wenn´s schwer fällt. Mehr dazu hier. Unter dem Suchbegriff DPRG)
Tags: DPRG


Für alle die, die es nicht zum Trendtag 2008 nach Hamburg geschafft haben, aber trotzdem mitreden wollen, hier die wichtigsten Sätze und Buzz-Words, die man von dort mitnehmen konnte:

Der Mensch steht im Mittelpunkt. Also im Weg.“ Ein großartiger Satz von Norbert Bolz, frei zitiert nach einem Philip-Morris Manager. Die heißen jetzt Altria und haben damit auch ihre Identität gewechselt. Genauso wie Karstadt, die heißen jetzt Arcandor oder Degussa heißt jetzt Evonik. (Aber da ich immer noch nicht ganz akzeptiert habe, dass Raider jetzt Twix heißt, wird es auch hier ein paar Jahrzehnte dauern, bis ich mir das merken kann)

Wenn wir in ins rein schauen, dann ist da nichts.“ Wieder Norbert Bolz. Nachdem uns die Selbstverwirklichung nichts gebracht hat, „erscheint es sehr viel interessanter, Identität zu konstruieren.“

Abraham Maslow und Karl Marx sind aktueller denn je. Die gute alte Bedürfnispyramide wird erweitert um den Begriff „Selbsttranszendenz“. Wir sind also an der Spitze angekommen und auch schon darüber hinweg.

Dies gilt besonders für die „Kreative Gesellschaft“, die Richard Florida skizzierte und mit der er auch Marx „Arbeiterklasse“ fortschreibt.

We construct ourself” betont Richard Florida und Peter Wippermann setzt noch eines drauf, denn er sieht Selbstoptimierung als Trend unter dem Motto: Heathstyle ersetzt Lifestyle.

Der Persönlichkeitsmarkt boomt. Luxus ist convenient. David Bosshart zeigt eine neue Definition des Statusbegriffes, der sich ganz einfach aus der Frage klärt: „Who are you dining with?“. Dein Partner zur Abendessen gibt dir also mehr Status als die Rolex am Handgelenk.

Schlimmstes Wort der Veranstaltung: “Siemensierung als Megatrend“, womit Überkomplexität und Verflechtung als langfristiges Phänomen gemeint war. Aber die Kollegen bei Siemens wissen ja selbst, dass sie jede Menge zu tun haben.

Schönstes Wort der Veranstaltung: “If a reader is not in the story, he will not listen.” So wahr.

Beste Beschreibung der eigenen Identität: “I am a nerd. I mean, a nerd nerd.” Damit war allen klar, was Dick Hardt meinte. Seinen Vortrag gibts beim Trendtag und auf Youtube.

Das Buzz-Wort mit Zukunft: „Auktionskultur“. Der Sekundärmarkt wird immer stärker und anstatt Besitz anzusammeln, gewöhnen wir uns daran, Dinge nur für kurze Zeit besitzen. Es lebe ebay

Mehr zum 13. Deutschen Trentag hier. PR ist Identitätsmanagement, daher ist Ketchum Partner des Trendtages.



Vor kurzem beherrschten Liechtenstein und deutsche Steuerfahnder die deutschen Schlagzeilen, die Riege der CEOs und Manager steht wieder mal am Pranger. "Unmoralisch" wird ihr Verhalten genannt, noch drastischer spricht SPD-Generalsekretär Hubertus Heil von "neuen Asozialen". Dieses aktuelle Beispiel zeigt vor allem eines: Die Öffentlichkeit hat zurecht hohe Erwartungen an Unternehmen und CEOs und wird in dieser Erwartungshaltung enttäuscht. Zum Vertiefen des Themas biete ich gerne eine CEO-Studie von Braun Research an mit dem schönen Titel "Erwartungen & Enttäuschungen: Wie die Öffentlichkeit Unternehmen und CEOs wahrnimmt". Über 2700 Meinungsbildner aus Industrienationen sowie Schwellenländern wurden befragt. Dabei zeigt sich, dass die Deutschen ihre CEOs besonders hart bewerten: 53% der deutschen Meinungsbildner halten CEOs nicht für fair, 60% halten sie nicht für ehrlich, 53% nicht für ethisch orientiert, und 89% sind der Meinung, dass die Einkommen der CEOs zu hoch sind - das ist der Spitzenwert im internationalen Vergleich. Mal nachsehen? Gerne hier




Ok, Eigenlob stinkt. Doch trotzdem will ich von einer kleinen Ketchum Aktion berichten. Zur Freude aller Guns N Roses Fans unter euch/Ihnen. Die wahren Fans wissen, dass Bandleader Axl Rose für seine legendäre Band Guns N Roses seit über 13 Jahren ein neues Album ankündigt. Ein Album, das noch lange nicht eingespielt ist, aber schon einen Namen hat: Chinese Democracy. Und jedes Jahr beteuert Axl Rose erneut, dass das Album sehr bald erscheinen wird. Doch nun kommt endlich Bewegung in die Sache. Dr. Pepper, Softdrink aus dem Hause Cadbury Schweppes, hat angekündigt, dass jeder Amerikaner eine kostenlose Dr. Pepper spendiert bekommt, wenn Guns N Roses es schafft, noch in diesem Jahr das legendäre Album Chinese Democracy zu veröffentlichen. Jeder wird was bekommen - mit einer Ausnahme: die Gitarristen Slash und Buckedhead, die sich von der Gruppe getrennt haben. Axl Rose war begeistert und kommentierte auf seiner eigenen Seite die großzügige Aktion - und die Fans diskutieren wie wild. Angefangen von dem offiziellen Blog zu dem Thema bis hin zur New York Post, die zahlreiche weitere Berichterstattung nach sich zog. Hinter der Aktion steckt ein begeisterungsfähiges Unternehmen und echte Guns N Roses Fans bei Ketchum. Aber über uns will ich gar nichts bloggen, sondern vor allem Hoffnung machen - allen Axl Roses Fans.


Kaum beschäftigt man sich mit einem Thema intensiver, sieht man es überall. Mir geht es jedenfalls so mit dem Thema Gendermarketing. Seit dies ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist, springt mich das Thema förmlich überall an. Geht es Ihnen auch so? Das SZ magazin analysiert, was Frauen wirklich wählen, Spielgel online deklariert die wachsende Stärke der Frauen in Unternehmenspositionen als "Sache des Willens", das Weltwirtschaftforum betont die Bedeutung von Frauen in gesellschaftspolitischen Fragestellungen.
Ja schön, dass - vor allem die Herren – die wachsende Macht der Frauen so betonen. Dabei ernüchterten mich erst vor kurzem die Diskussion in einer Think-Tank Veranstaltung in München zum Thema Gendermarketing.
Gendermarketing-Experting Diana Jaffé, die sich auf diese besondere Form des Marketings spezialisiert hat, prangerte an, wie einfach es sich Produktentwickler immer noch machen, wenn sie Produkte für Frauen konzipieren. „Shrink it and pink it“ ist immer noch ein gängiger Ansatz, der in der Regel fehlschlägt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass weniger als acht Prozent der Frauen die Farbe Pink als ihre Lieblingsfarbe sehen. Jaffé präsentierte aber auch eine Alternative. Spannenderweise abgeleitet aus der Autismusforschung. Schockierend für die Herren: Authisten sind zu 80 % Männer.