04.06.2007: Das Internet soziologisch verstehen
Von: Jens Petersen
Nachdem heute Vormittag Gerhard Zeiler seine vier Leitsätze für das Fernsehen in der digitalen Zukunft auf dem Internationalen Mediendialog Hamburg verkündete, machte es ihm am Nachmittag Gruner+Jahr-Chef Bernd Kundrun nach. Seine drei "R" für eine erfolgreiche Geschäftsgrundlage eines Verlages: Relevance, Reach und Revenue. Titel des Panels: "Wie überlebt das gedruckte Wort - Neue Wege im Verlagsgeschäft"

Genauso wie am Vormittag war die Keynote auch dieses Mal spannender als die Diskussion. "Was verleitet uns alle, die Zukunft des gedruckten Wortes in Frage zu stellen?", fragte Kundrun und lieferte die Antwort gleich mit: "Google und Co haben Zuwachsraten, neben denen wir Print-Leute uns wie Zwerge fühlen."
Ganz so zwergenhaft war Kundruns Ausblick auf die Zukunft der Verlage dann aber doch nicht: Der G+J-Chef baut letztendlich auf die gute alte Kompetenz und Kreativität seiner Journalisten. Seine zentrale These: Nur diejenigen werden überleben, die auf Dauer hochwertige Inhalte bereitstellen. "Ich meine, die großen Verlage werden aufbauend auf ihre Kernkompetenz die Führung übernehmen. Marken, die einen guten Claim haben, die stark aufgestellt sind, haben eine Zukunft." Seien aber die Journalisten nicht bereit, sich auf die Veränderungen in ihrem Umfeld einzustellen, wird man zwangsläufig die eigene Perspektive in Frage stellen, so Kundrun. Redaktion und Verlage müssen das Internet verstehen. Nicht nur technisch sondern auch soziologisch. Alle Medienformen müssen von ihnen genutzt werden. (Bewegtbilder, Ton, gedrucktes und digitales Wort)
Nach Kundruns Analyse blieb dann Moderator Stefan Aust auch nichts anderes mehr übrig als einzugestehen: "Eigentlich ist jetzt alles gesagt, aber wir müssen ja hier auch noch diskutieren." Und das auf Englisch. Aust verkniff sich im Dialog mit Andreas Wiele (ASV-Vorstand) und Torsten-Jörn Klein (G+J-Vorstand) oft das Kichern. ("And this ist Mr. Andreas Wiele from Axel Springer"). Naja, das Publikum kicherte zwar mit, aber ideal war's nicht.

Genauso wie am Vormittag war die Keynote auch dieses Mal spannender als die Diskussion. "Was verleitet uns alle, die Zukunft des gedruckten Wortes in Frage zu stellen?", fragte Kundrun und lieferte die Antwort gleich mit: "Google und Co haben Zuwachsraten, neben denen wir Print-Leute uns wie Zwerge fühlen."
Ganz so zwergenhaft war Kundruns Ausblick auf die Zukunft der Verlage dann aber doch nicht: Der G+J-Chef baut letztendlich auf die gute alte Kompetenz und Kreativität seiner Journalisten. Seine zentrale These: Nur diejenigen werden überleben, die auf Dauer hochwertige Inhalte bereitstellen. "Ich meine, die großen Verlage werden aufbauend auf ihre Kernkompetenz die Führung übernehmen. Marken, die einen guten Claim haben, die stark aufgestellt sind, haben eine Zukunft." Seien aber die Journalisten nicht bereit, sich auf die Veränderungen in ihrem Umfeld einzustellen, wird man zwangsläufig die eigene Perspektive in Frage stellen, so Kundrun. Redaktion und Verlage müssen das Internet verstehen. Nicht nur technisch sondern auch soziologisch. Alle Medienformen müssen von ihnen genutzt werden. (Bewegtbilder, Ton, gedrucktes und digitales Wort)
Nach Kundruns Analyse blieb dann Moderator Stefan Aust auch nichts anderes mehr übrig als einzugestehen: "Eigentlich ist jetzt alles gesagt, aber wir müssen ja hier auch noch diskutieren." Und das auf Englisch. Aust verkniff sich im Dialog mit Andreas Wiele (ASV-Vorstand) und Torsten-Jörn Klein (G+J-Vorstand) oft das Kichern. ("And this ist Mr. Andreas Wiele from Axel Springer"). Naja, das Publikum kicherte zwar mit, aber ideal war's nicht.







Mein Gesamteindruck: Drei anregende Keynotes und ein - auch dank eines starken Moderators Tom Buhrow -lebendiges TV-Panel.
Meine Empfehlungen für mehr Relevanz beim nächsten Hamburger Mediendialog:
Statt auf Publikum-Interaktion mit "Open Mic"-Nachfragen ganz zu verzichten, sollten die Zuhörer Fragen und Anmerkungen per SMS posten können. Der Moderator kann diesen Input nach Wunsch einstreuen. Noch besser wäre, die Postings würden auch im Laufband auf der Leinwand gezeigt.
Und: Moderatoren wie Buhrow, die kompetent mitdiskutieren, vor allem aber auch mal nachhaken und nachfragen.
Was mich heute morgen ein bißchen wundert: Das überregionale Presseecho ist überschaubar.