06.01.2008: Much XING About Nothing?
Von: Dr. Gunnar Bender
Welche kommunikativen Kräfte in sozialen Netzwerken entstehen können, das durfte in den letzten Tagen das geschätzte Management von XING erleben. Offensichtlich allein aufgrund des Drucks der eigenen Community machte man an diesem Wochenende einen Rückzieher in Sachen Werbung und stellt seit gestern die Profilseiten von Premium-Mitgliedern generell werbefrei. Aus PR-Sicht ist daran interessant, wie sehr der Rückzug in den einschlägigen Blogs diskutiert wird. Offensichtlich hat XING selbst dazu beigetragen und zahlreiche Blogger aktiv angeschrieben, um sie über den eigenen Rückzug zu informieren. Ich frage mich, ob man damit nicht unnötig Staub aufgewirbelt hat. Denn letztlich ist der Schritt nach facebook und studiVZ ja nicht wirklich überraschend (vgl. zweinull.cc ). Wie dem auch sei, die Entscheidung von Lars Hinrichs ist konsequent und transparent. Sie verdient den Respekt der gesamten Branche, denn damit stellt das XING-Team einmal mehr seine eigene Lernfähigkeit unter Beweis. Eine Fähigkeit, die Peter Turi zu Recht als das Wichtigste im Web 2.0 herausstellt.







Es war doch völlig klar, dass es massiven Gegenwind geben würde. Zumal angesichts der völlig verbockten weil intransparenten Kommunikationspolitik.
Bis zum Rückzug am Samstag war ich davon ausgegangen, dass das Vorgehen durchaus kalkuliert war. Erst mal zu weit gehen, ein kleines Zugeständnis (Opt-Out-Option) machen und den Rest des Protestes aussitzen.
Der fast vollständige Rückzug zeigt jedoch, dass Hinrichs und Co. offenbar jedes Gespür für das Befinden der zahlenden Kunden fehlt. Die haben wohl tatsächlich geglaubt, dass das weitgehend widerstandslos über den Jahreswechsel geht.
Disclaimer: Ich bin zahlender Kunde bei Xing. Ich hätte Werbung in der ursprünglichen Form akzeptiert. Nur Heimlichkeiten finde ich unmöglich.