Frank Roselieb

Geschäftsführender Direktor des
Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel

Frank Roselieb, Jahrgang 1969, ist Krisen-, Risiko- und Kommunikationsforscher in Kiel und leitet das Krisennavigator - Institut für ...
Ob "schwarze Konten" in Liechtenstein, "Lustreisen" bei Volkswagen, Schleichwerbung in der ARD, Korruptionsaffären bei Siemens oder Datenmissbrauchs- und Bespitzelungsskandale bei der Deutschen Bahn und der Deutschen Telekom – kaum eine Branche und kaum ein Lebensbereich bleiben von Negativschlagzeilen über tatsächliche oder vermeintliche Fehltritte ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter verschont.

Doch wie entstehen eigentlich Skandale? Welche Rolle spielen investigative Journalisten und "Whistle-Blower" aus dem Kreis der eigenen Mitarbeiter? Auf welche rechtlichen Regelungen können sich Betroffene berufen? Wie gelingt es Kommunikationsverantwortlichen und Führungskräften, Skandale und Affären erfolgreich zu bewältigen?

Antworten auf diese und andere Fragen geben fünfzehn namhafte Fachleute am Mittwoch, 29. April 2009, an der Universität Hamburg. Die Referenten kommen u.a. von UNICEF, Vattenfall, Greenpeace, dem Landgericht Köln und der Universität Hamburg. Rudolf Scharping berichtet über die Skandalbewältigung nach den Dopingaffären im Radsport und Dr. Michel Friedman über die Entstehung und Vermeidung von Skandalen in der Politik.

Eine Podiumsrunde zur Rolle der Medien bei Skandalen u.a. mit Chefredakteuren und Journalisten von Spiegel Online, dem Hamburger Abendblatt, Stern und Panorama (NDR) rundet die Veranstaltung ab. Veranstaltungspartner sind die news aktuell GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM) sowie die Fachzeitschriften "journalist" und "prmagazin".

Weitere Informationen unter www.skandalgipfel.de.


Wer die aktuelle Ausgabe 01/09 des "pressespecher" in den Händen hält, staunt nicht schlecht. Ein Verband, der sich in Arbeitsgruppen, Fachtagungen und Veröffentlichungen u.a. mit Reputationsmanagement beschäftigt, scheint sich um die Reputation seiner Mitglieder nicht wirklich zu kümmern.

Grau hinterlegt und unter der fett gedruckten Überschrift "Wegen Beitragsrückständen werden folgende Mitglieder des BdP aus dem Verband ausgeschlossen..." finden sich auf Seite 66 (hellblaue Verbandsseiten) fein säuberlich aufgelistet die Namen gleich mehrerer deutscher Pressesprecher und Kommunikationsverantwortlicher, die offenkundig ihre Beiträge nicht gezahlt haben.

Natürlich gehört das Überweisen oder Abbuchenlassen von Jahresbeiträgen zu den satzungsmäßigen Pflichten von Vereinsmitgliedern, aber muss man gleich der ganzen Welt - selbst nichts ahnenden Abonnenten des "pressesprecher" wie mir - die tatsächlichen oder vermeintlichen "Schwarzen Schafe" auf dem Silbertablett servieren?

Was folgt als Nächstes? Werden vielleicht bald die durchgefallenen Prüflinge der PZOK, an der der BdP immerhin beteiligt ist, auf dem Titelblatt des "pressesprecher" veröffentlicht? Hoffentlich nicht!

Frank Roselieb
Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel
www.reputationsforschung.de


An der Donau-Universität Krems tagen vom 5. bis 7. März 2008 die Kommunikationsmanager und Lobbyisten zahlreicher europaweittätiger Unternehmen und Behörden. Auf der Agenda der öffentlichen Fachtagung stehen u.a. das politische Themenmanagement während der EU-Ratspräsidentschaft (Bundeskanzleramt), gemeinsame Krisenstrategien angesichts des Klimawandels in Mitteleuropa (Alpenkonvention), Möglichkeiten der betrieblichen Krisenfrüherkennung durch EU-Lobbying (Industriellenvereinigung) und Terrorismusprävention in Städten (Bundesamt für Verfassungsschutz). Auch die Kommunikationsstrategien gegen feindliche Übernahmen (Erste Bank), die Krisenprävention bei Großereignissen (Papstbesuch in Österreich), das Issues Management in Osteuropa (OMV AG) und das Krisenmanagement im Gesundheitswesen (Landeskrankenhäuser) werden in Fallstudienvorträgen von namhaften Referentinnen und Referenten beim Europäischen Krisengipfel 2008 behandelt.



Kaum ein anderer Krisenfall hat die Öffentlichkeit im Jahr 2007 so sehr erregt wie der "tiefe Fall von Vattenfall" (Die Zeit 30/2007). Was als Brand in einem Transformatorgebäude begann, wurde binnen Tagen zum medialen Super-GAU. Politiker aller Couleur und selbst der Kraftwerks-Kooperationspartner E.ON ließen kein gutes Haar an dem schwedischen Energiekonzern. Doch waren bei Vattenfall wirklich Kommunikations-Dilettanten am Werk?

Eine achtseitige Fallstudie im aktuellen Heft von "transparent", einem Magazin für Risikowahrnehmung und Dialogbereitschaft, lässt die Ereignisse jener Tage Revue passieren. Der Beitrag unter dem Titel "Krisenkommunikation: Wie lassen sich "lose-lose-"Situationen bewältigen?" kann im Internet unter www.transparent-online.de als .pdf-Dokument abgerufen werden.

Eine anregende Lektüre, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht ...

Frank Roselieb
Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel


Eine peinliche IT-Panne beim U.S. Department of Homeland Security - etwa vergleichbar mit dem deutschen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe - sorgt derzeit in den USA für Schlagzeilen:

Als ein Geschäftsmann aus North Carolina seine E-Mail-Adresse für den täglichen Anti-Terrorismus-Newsletter ändern wollte, wurde diese Nachricht kurzerhand an den gesamten Verteiler versandt. Ursache war vermutlich eine falsch programmierte Newsletter-Software des US-Katastrophenschutzamts. Diese löste durch Antwort-E-Mails eine wahre Spam-Lawine mit etwa 2,2 Millionen weiteren E-Mails innerhalb nur eines Tages aus.

Bleibt zu hoffen, dass die US-amerikanischen Katastrophenschützer die staatlichen "kritischen Infrastrukturen" besser schützen als ihre eigenen.

Frank Roselieb
Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel