08.02.2008: Misstrauen made in Germany - 9. Edelman Trust Barometer veröffentlicht
Von: Cornelia Kunze
Lamentieren hilft da nicht - es ist einfach so: die Deutschen vertrauen ihren Institutionen nicht - weder den Medien so richtig, noch der Wirtschaft und schon gar nicht der Politik. Und immerhin 11 Nationen vertrauen den deutschen Unternehmen mehr, als es die deutschen Befragten tun.
Die einzigen Institutionen, die einigermaßen gut wegkommen, sind die NGOs. Wohlgemerkt, unsere Studie fand vor der aktuellen Krise einer großen NGO statt.
Wie können Kommunikatoren die Ergebnisse der Studie für sich nutzen? - Ein paar Toplines:
Unternehmen, die ihr Headquarter in Polen, Mexico, Indien und Brasilien haben, müssen generell gegen ein Mißtrauensvotum ankämpfen
US-Companys liegen im Mittelfeld - ihre Vertrauenswerte sind hier deutlich niedriger als im Heimatsmarkt
Technology Firmen haben einen Vertrauensvorschuß - Versicherungen, Energie und Pharma-Industrie müssen gegen Mißtrauensvotum kämpfen
Die Massenmedien haben wieder an Vertrauen gewonnen - dennoch ist Social Media auf dem Vormarsch
Der CEO als Sprecher genießt wenig Vertrauen - ebensowenig wie offizielle Unternehmensverlautbarungen in der Werbung und auf der Webseite
Die absolut vertrauenswürdigste Quelle - auch in Deutschland - sind "Menschen wie Du und ich" - danach folgen Experten und Wissenschaftler
Der Spiegel, die FAZ und n-tv sind die drei Top-Nachrichtenquellen der Befragten in Deutschland. Auch Google - obwohl kein Medium - liegt unter den Top 10 Quellen.
Die (Re-)aktionsbereitschaft der Befragten bei Misstrauen ist extrem hoch: Mehr als drei Viertel würden Produkte nicht kaufen und ihre Meinung aktiv anderen mitteilen
Die wichtigsten Vertrauensfaktoren liegen nicht im Bereich der Kommunikation: Produktqualität und Preis-Leistungsverhältnis stehen ganz vorn (95 und 93%)
Danach folgen die Reputation als Arbeitsgeber (85%), das soziale Image (82%) sowie das grüne Image (81%).
Interessant auch: Wikipedia ist inzwischen in den USA die zweit-vertrauenswürdigste Informationsquelle der jungen Infoelite (24-35jährige). In Deutschland vertrauen immerhin 39% der Befragten Wikipedia.
Die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr zeigen Trends auf. Viele Entwicklungen bestätigen sich. Massenmedien werden weiter wichtig für die Vertrauensbildung sein - aber: Peer-to-Peer Medien, die horizontale Achse der Kommunikation, werden immer wichtiger. Die Bereitschaft der Meinungseliten, aktiv zu werden, sich für oder gegen Unternehmen einzusetzen, negative oder positive Empfehlungen auszusprechen, ist gestiegen - wohl auch, weil die Möglichkeiten einfacher geworden sind, Meinung publik zu machen.
Die einzigen Institutionen, die einigermaßen gut wegkommen, sind die NGOs. Wohlgemerkt, unsere Studie fand vor der aktuellen Krise einer großen NGO statt.
Wie können Kommunikatoren die Ergebnisse der Studie für sich nutzen? - Ein paar Toplines:
Interessant auch: Wikipedia ist inzwischen in den USA die zweit-vertrauenswürdigste Informationsquelle der jungen Infoelite (24-35jährige). In Deutschland vertrauen immerhin 39% der Befragten Wikipedia.
Die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr zeigen Trends auf. Viele Entwicklungen bestätigen sich. Massenmedien werden weiter wichtig für die Vertrauensbildung sein - aber: Peer-to-Peer Medien, die horizontale Achse der Kommunikation, werden immer wichtiger. Die Bereitschaft der Meinungseliten, aktiv zu werden, sich für oder gegen Unternehmen einzusetzen, negative oder positive Empfehlungen auszusprechen, ist gestiegen - wohl auch, weil die Möglichkeiten einfacher geworden sind, Meinung publik zu machen.






